100 Jahre Hyperinflation – Artikelaufruf für Berliner Debatte Initial (2/2023)

100 Jahre Hyperinflation – Artikelaufruf für Berliner Debatte Initial (2/2023)

Veranstalter
Berliner Debatte Initial
PLZ
10412
Ort
Berlin
Land
Deutschland
Findet statt
In Präsenz
Vom - Bis
30.11.2022 -
Deadline
30.11.2022
Von
Thomas Möbius, Institut für deutsche Literatur, Humboldt-Universität zu Berlin

Im Jahr 2023 jährt sich zum einhundertsten Mal ein geldwirtschaftliches Ereignis, das im kollektiven deutschen Gedächtnis tiefe Spuren hinterlassen hat: die Hyperinflation. Die Zeitschrift "Berliner Debatte Initial" lädt für Heft 2/2023 ein, dieses Jahrhundertereignis in wirtschaftsgeschichtlicher und ökonomischer sowie sozial- und kulturgeschichtlicher Perspektive neu zu betrachten.

100 Jahre Hyperinflation – Artikelaufruf für Berliner Debatte Initial (2/2023)

Im Jahr 2023 jährt sich zum einhundertsten Mal ein geldwirtschaftliches Ereignis, das im kollektiven Gedächtnis der deutschen Bevölkerung tiefe Spuren hinterlassen hat: die Hyperinflation. Der mit der Währungskatastrophe verbundene Vertrauensverlust in die Währung, die totale Entwertung aller Geldvermögen und die dadurch bewirkte Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums sowie die Verarmung großer Teile der Bevölkerung wurden zum Trauma, das bis heute nachwirkt und aus dem sich die besondere Sensibilität der Deutschen in Bezug auf Geldwertstabilität und Inflation erklärt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Inflation im Euroraum besitzt dieses Thema nicht nur historische Relevanz, sondern es ist zugleich von bemerkenswerter Aktualität.

Bis zum Ersten Weltkrieg existierten in Deutschland, in Europa und in der Welt stabile Währungsverhältnisse. Entscheidend dazu beigetragen hatte zweifellos der Goldstandard, indem er die Geldwertstabilität über die Zeit hinweg garantierte. Aber nicht nur das: Der stabile Geldwert stand als Symbol für Stabilität überhaupt. Mit der Hyperinflation brachen daher alle Sicherheiten und altvertrauten Werte zusammen. Die entscheidende Ursache dafür waren der Erste Weltkrieg und die aus der militärischen Niederlage resultierenden Folgelasten, die auf die Bevölkerung abgewälzt wurden. Es war aber auch die Geldpolitik der Reichsbank, die dazu beigetragen hatte, dass es zu einer derartigen Währungskatastrophe kam. Auf dem Höhepunkt der Inflation, 1923, stand Deutschland an der der Schwelle zu einem Bürgerkrieg, waren Millionen von Existenzen vernichtet, nominale Vermögenswerte entwertet und alle politischen, ideellen und kulturellen Werte ruiniert. Die Inflation konnte nur beendet werden durch einen radikalen Schnitt, durch eine Währungsreform.

Es gibt eine breite Forschung und eine unübersehbare Menge an Literatur über die Hyperinflation. Trotzdem erscheint es geboten, dieses Jahrhundertereignis nach hundert Jahren erneut in den Blick zu nehmen und es im Lichte der historischen Erfahrung, aber auch der gegenwärtigen Situation neu zu betrachten.

„Berliner Debatte Initial“ lädt interessierte Autorinnen und Autoren ein, allgemein interessierende Fragen zum Themenkomplex „Einhundert Jahre Hyperinflation“ zu bearbeiten. Es sind sowohl Beiträge wirtschaftsgeschichtlichen und ökonomischen Inhalts als auch sozial- und kulturgeschichtliche Texte erwünscht. Die Formate der Texte können variieren zwischen theoretischem Aufsatz, empirischer Studie, aktuellem Beitrag und Essay. Alle Texte haben jedoch wissenschaftlichen Anforderungen zu genügen und sollten 40.000 bis 50.000 Zeichen umfassen (einschließlich Leerzeichen, Abbildungen, Tabellen und Literaturverzeichnis). Es gelten die Autorenhinweise und die Regeln der Zeitschrift für die Einreichung, Begutachtung und Veröffentlichung von Manuskripten (https://www.berlinerdebatte.de/initial).

An einer Mitwirkung interessierte Autorinnen und Autoren werden gebeten, zunächst einen Themenvorschlag mit Arbeitstitel und Exposé (maximal 3.000 Zeichen) bis 30. November 2022 einzureichen. Senden Sie diesen bitte per E-Mail an: redaktion@berlinerdebatte.de. Die Redaktion entscheidet dann bis Jahresende 2022 über die Annahme der Vorschläge und setzt sich mit den Autorinnen und Autoren in Verbindung.

Der späteste Termin für die Abgabe der Manuskripte ist der 31. März 2023. Das Heft mit dem Themenschwerpunkt „Einhundert Jahre Hyperinflation“ soll im Juni 2023 erscheinen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: redaktion@berlinerdebatte.de.

Wir freuen uns auf Ihre Angebote und Vorschläge.

Kontakt

E-Mail: redaktion@berlinerdebatte.de

Redaktion
Veröffentlicht am
Beiträger
Klassifikation
Weitere Informationen
Land Veranstaltung
Sprach(en) der Veranstaltung
Deutsch
Sprache der Ankündigung