Leerstellen als Chance – Erinnern und Vermitteln an Orten ehemaliger KZ-Außenlager in tschechisch-deutscher Perspektive. Die Beispiele Hersbruck und Litoměřice

Leerstellen als Chance – Erinnern und Vermitteln an Orten ehemaliger KZ-Außenlager in tschechisch-deutscher Perspektive. Die Beispiele Hersbruck und Litoměřice

Veranstalter
Lehrstuhl Didaktik der Geschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; KZ-Gedenkstätte Flossenbürg; Paul-Pfinzing-Gymnasium Hersbruck; Staatstheater Nürnberg. In Kooperation mit: Josef-Jungmann Gymnasium Litoměřice; Faculty of Science, Humanities & Education, Technische Universität Liberec.
Ausrichter
Nadja Bennewitz M.A. & Leo Stöcklein
Veranstaltungsort
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Villa St. Paul & Paul-Pfinzing-Gymnasium (PPG) Hersbruck
Gefördert durch
Bayerisch-tschechische Hochschulagentur BTHA; Förderverein Geschichtswissenschaft, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; Landkreis Nürnberger Land; Ulrich Griebel Preis „Summa-cum-Laude“; Rotary Club Nürnberger Land
PLZ
90478
Ort
Nürnberg
Land
Deutschland
Vom - Bis
28.10.2022 - 29.10.2022
Von
Nadja Bennewitz

Die Tagung nimmt die Grenzlage des ehemaligen Konzentrationslagers Flossenbürg und seine beiden Außenlager Hersbruck und Litoměřice zum Ausgangspunkt, um die Nachgeschichte in tschechisch-deutscher Perspektive zu reflektieren und exemplarisch über Vermittlungsformen zum Thema NS-Außenlager zu diskutieren.

Leerstellen als Chance – Erinnern und Vermitteln an Orten ehemaliger KZ-Außenlager in tschechisch-deutscher Perspektive. Die Beispiele Hersbruck und Litoměřice

Widerstreitende Vergangenheitsdeutungen und geschichtskulturelle Manifestationen: Wie lässt sich das darin liegende Potential für historische Vermittlungsformen nutzen?

Ausgangspunkt der Tagung sind die Grenzlage des ehemaligen Konzentrationslagers Flossenbürg zwischen Tschechien und Deutschland und seine beiden Außenlager Hersbruck und Litoměřice. Es soll dabei über die Nachgeschichte in tschechisch-deutscher Perspektive reflektiert und exemplarisch über Vermittlungsformen zum Thema NS-Außenlager diskutiert werden: Wie können Lehrkräfte die NS-Geschichte an ihren Schulorten vermitteln, wenn dort Verbrechen stattgefunden haben, doch materielle Überreste fehlen? Neben Wissenschaftler:innen der beiden Länder stellen auch Schüler:innen und Studierende für das Lehramt Geschichte ihre Projekte und Überlegungen vor.

Versteht man diese Leerstellen als Chance, kann Jugendlichen an diesen lokalen „Leerstellen“ bewusst werden, dass Erinnerungskultur nicht voraussetzungslos ist und auf spannungsreichen öffentlichen Diskussionen fußt.

Programm

Freitag, 28. Oktober 2022
Tagungsort: Paul-Pfinzing-Gymnasium (PPG), Amberger Str. 30, Hersbruck

09:00–09:15 Uhr
Begrüßung
OStR Rolf Rosignuolo, Schulleitung

Zwischen Nationen und Generationen – Formen des Erinnerns

09:30–10.15 Uhr
Performance. Brieffreundschaft oder: Wie kommen wir ins Gespräch? Briefwechsel von Hersbruck nach Litoměřice und zurück
Schüler:innen des Paul-Pfinzing-Gymnasiums mit Barbara Raub; Anja Sparberg & Burak Uzun, Staatstheater Nürnberg

10:15–11:00 Uhr Gespräch
Irmingard Philipow (Jg. 1936), Augenzeugin des KZ-Außenlagers Hersbruck und Akteurin der lokalen Geschichtskultur;
Lehramtsstudierende mit Leo Stöcklein, Lehrstuhl Didaktik der Geschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

11:00–11:30 Uhr Bahnhof Hersbruck (r.d.Pegnitz)

Rollenspiel und Performance

„Was tust DU?“ Der Zugtransport aus Leitmeritz im April 1945 zur Filmdokumentation „Todeszug in die Freiheit“
Schüler:innen des Paul-Pfinzing-Gymnasiums mit Barbara Raub; Anja Sparberg & Burak Uzun, Staatstheater Nürnberg; Dr. Matthias Rittner, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

12:00–13:30 Uhr Mittagspause
Deutsches Hirtenmuseum Hersbruck, Eisenhüttlein 7

Biografien und Nachgeschichte – Formen der Vermittlung

13:30–14:00 Uhr
Tschechisch-deutsche Jugendbegegnungen: Chancen durch das Theaternetzwerk Čojč
Teresa Hartl, Čojč - Grenzübergreifendes Theaternetzwerk Böhmen Bayern

14:00–14:30 Uhr
Internationaler Jugendaustausch
Tandem, Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch

14:30–15:15 Uhr
Erinnerungsorte. Arbeit mit „Holocaust-Biographien“ am Beispiel von KZ-Außenlagern
Studierende, Faculty of Science, Humanities and Education, Technische Universität Liberec, PhDr. Katerina Portmann

15:15–15:45 Uhr Kaffeepause

15:45–16:30 Uhr
Materialien für den Geschichtsunterricht
Erinnerung an das KZ-Außenlager Hersbruck? Quellen und Interviews zur lokalen Geschichtskultur
Jennifer Herzog, Andreas Kohles, Karin Pröve, Johannes Schürmann, Felix Schwob, Duncan Vogtmann, Lehrstuhl Didaktik der Geschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

16:30–17:00 Uhr
Digitalisierung von Häftlingsbiografien des ehemaligen KZ-Außenlagers Hersbruck
Lena Albert, Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften, Didaktik der Geschichte, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

17:00–18:00 Uhr
Filmvorführung „Todeszug in die Freiheit“
Anschl. Gespräch mit Regisseur Thomas Muggenthaler, Bayerischer Rundfunk, BR-Studio Ostbayern Regensburg

18:00 Uhr
Verabschiedung
Barbara Raub M.A., Anja Sparberg M.A., Dr. Matthias Rittner

Samstag, 29. Oktober 2022

Tagungsort: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Villa St. Paul, Dutzendteichstr. 24, Nürnberg, Roter Saal, R. 01.005

09:00–09:15 Uhr
Begrüßung
Prof. Dr. Charlotte Bühl-Gramer, Lehrstuhl Didaktik der Geschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Lokales Erinnern

09:15–10:00 Uhr
Lokale Geschichtskultur in Hersbruck
Nadja Bennewitz M.A. & Leo Stöcklein, Lehrstuhl Didaktik der Geschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

10:00–11:00 Uhr
Das unbekannte Lager bei Theresienstadt (Terezín). Der Umgang mit dem KZ-Außenlager Leitmeritz in der Tschechoslowakei/Tschechien nach 1945
Dr. Alfons Adam, Stiftung Topographie des Terrors Berlin

11:00–11:15 Uhr Kaffeepause

Aufarbeiten am Ort

11:15–12:15 Uhr
Das KZ Hersbruck im Kontext der Kriegsjahre 1944/45 und dessen juristische, gesellschaftliche und politische Aufarbeitung ab 1950
Christoph Maier, Neuere Bayerische und Fränkische Landesgeschichte und Volkskunde, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

12:15–13:15 Uhr
Justizielle Aufarbeitung in Tschechien nach 1945 mit Schwerpunkt auf Leitmeritz
PhDr. Katerina Portmann, Technische Universität Liberec

13:15–14:30 Uhr Mittagspause

Diskurse und Formen des Erinnerns

14:30–15:15 Uhr
Erinnerung an Außenlager in Tschechien nach 1945
Ivan Rous, The North Bohemian Museum Liberec / Severočeské muzeum v Liberci

15:15–16:00 Uhr
Gedenkstätten in den Örtlichkeiten der KZ-Außenlager Flossenbürg, Groß-Rosen und Auschwitz auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik
PhDr. Lubor Lacina, The North Bohemian Museum Liberec / Severočeské muzeum v Liberci

16:00–16:30 Uhr Kaffeepause

Formen der Vermittlung

16:30–17:15 Uhr
Smartphone Apps zur Erkundung ehemaliger KZ-Außenlager um Berlin
Thomas Irmer, Geschichte beginnt jetzt, Berlin

17:15–18:00 Uhr
Was noch erinnert werden kann. Projektvorstellung überLAGERt: Lokale Jugendgeschichtsarbeit an Orten ehemaliger KZ-Außenlager in Brandenburg
Angelika Meyer, Pädagogischer Dienst, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Perspektiven

18:00–18:30 Uhr
Zukünftige Perspektiven im Umgang mit KZ-Außenlagern im deutsch-tschechischen Vergleich
Nadja Bennewitz M.A. & Leo Stöcklein, Lehrstuhl Didaktik der Geschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Tagungsleitung:
Nadja Bennewitz M.A., OStR Barbara Raub, Dr. Matthias Rittner, Anja Sparberg M.A., M.A., Leo Stöcklein

Kontakt

E-Mail: leonard.stoecklein@fau.de

https://www.geschichtsdidaktik.phil.fau.de/
Redaktion
Veröffentlicht am
22.09.2022
Klassifikation
Weitere Informationen
Land Veranstaltung
Sprach(en) der Veranstaltung
Deutsch
Sprache der Ankündigung