Debattieren, Opponieren, Protestieren

Debattieren, Opponieren, Protestieren

Veranstalter
Universität Bremen, Universität Wien
PLZ
28359
Ort
Bremen
Land
Deutschland
Vom - Bis
05.05.2023 - 06.05.2023
Deadline
15.01.2023
Von
Julia Nintemann, Universität Bremen

Am 05. bis 06. Mai 2023 findet in Kooperation der U Bremen mit der U Wien eine von Studierenden für Studierende und Doktorand:innen organisierte internationale Onlinekonferenz statt zum Thema »Debattieren, Opponieren, Protestieren – Interdisziplinäre Perspektiven auf sprachliche Praktiken des Widersprechens«.

Eingeladen sind fortgeschrittene BA-Studierende, MA-Studierende und Doktorand:innen aus den Fächern Sprach- und Literaturwissenschaften und angrenzender Gebiete.

Debattieren, Opponieren, Protestieren

Interdisziplinäre Perspektiven auf sprachliche Praktiken des Widersprechens

Internationale Studierendenkonferenz 05. und 06. Mai 2023

Debattieren, Opponieren, Protestieren können als Praxis und Praktiken (Spitzmüller, Flubacher & Bendl 2017) u.a. der Verhandlung und auch des Widersprechens verstanden werden. Praxis meint, dabei der sozialwissenschaftlichen Praxeologie folgend, das »gegenwärtige[…] und kontingente[…] Vollzugsgeschehen« (Alkemeyer, Buschmann & Michaeler 2015: 27), das zu Praktiken im Sinne sozialer Handlungstypen werden kann. Die Grenzen zwischen Debattieren, Opponieren und Protestieren und damit auch zwischen Widersprechen und Verhandlung werden gerade im Hinblick auf die Ebene der Praktiken in Diskursen verhandelt und sind alles andere als fixiert.

Die beteiligten Diskursakteur:innen gehören spezifischen sprachlichen Handlungsgemeinschaften an, sie werden »durch die Teilnahme an Praktiken zu Trägern von Fähigkeiten« (Alkemeyer & Buschmann 2016: 117) und nutzen diese, um soziale Rollen einzunehmen und Interessen zu vertreten. Wo aber Akteur:innen aufeinandertreffen, gibt es (potentielle) Spannungen, Konflikte und Widersprüche. Nicht zuletzt die Semantik von Wörtern, ihre Verknüpfung mit Konzepten und Fragen der epistemischen Autorität werden dabei zum Gegenstand von semantischen Kämpfen. Felder (2006: 17) definiert diese als Versuche, »in einer Wissensdomäne bestimmte sprachliche Formen als Ausdruck spezifischer, interessengeleiteter und handlungsleitender Denkmuster durchzusetzen«. In aktueller linguistischer Forschung werden sprachliche Protesthandlungen zudem als Äußerungsakte verstanden, deren Ziel es ist, (auch außersprachliche) Folgehandlungen zu bewirken (vgl. Dang-Anh, Meer & Wyss 2021: 1).

Um sprachliche Praktiken des Widersprechens zu problematisieren, zu erörtern und unter anderem aus einer soziolinguistischen und diskusanalytischen Perspektive zu betrachten, lädt der interuniversitäre (U Bremen und U Wien) Arbeitskreis der ThemaTalkers zur einer online durchgeführten Studierendenkonferenz ein.

Wir laden fortgeschrittene BA-Studierende, MA-Studierende und Doktorand:innen aus den Fächern Sprach- und Literaturwissenschaften und angrenzender Gebiete, darunter Kultur- und Sozialwissenschaften, ein, Projekte und Ideen vorzustellen und zu diskutieren. Die Form ist nicht festgelegt, unterschiedliche Formate wie Vortrag, essayistischer Beitrag, Kurzfilm etc. sind denkbar. Möglich sind 15-minütige Inputs oder 30-minütige Beiträge in deutscher oder englischer Sprache.

Für Keynotes haben zugesagt:
Ass.-Prof. Mag. Dr. Martin Reisigl, Institut für Sprachwissenschaft, U Wien
Dr. Mark Dang-Anh, Leibniz-Institut für deutsche Sprache (IDS), Mannheim

Folgende Fragen können zur weiteren thematischen Orientierung genutzt werden, sie sind aber nicht bindend; die ThemaTalkers sind ein offener akademischer Ort geteilten Interesses:
- Wie materialisiert sich Protest als soziale Praktik?
- Welchen Beitrag leisten Proteste zu gesellschaftlichen Debatten?
- Welche Daten und Arten des Widersprechens gibt es?
- Sind semantische Kämpfe konstitutives Element offener Gesellschaften?
- Worin unterscheiden sich opponieren und widersprechen?

Wer sich mit einem Input oder Beitrag beteiligen möchte, möge bis zum 15.01.2023 ein Abstract mit Name, Ort, Titel, Formatvorschlag und Kurztext (150 bis 170 Wörter) an themtalk@uni-bremen.de senden. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der U Bremen Verbundforschungsplattform Worlds of Contradiction (WoC) und dem WoC GradNet statt. Im Anschluss an die Studierendenkonferenz
können Beiträge als kurze schriftliche Texte open access publiziert werden. Rückfragen gerne auch über die genannte Mailadresse.

Die ThemaTalkers
Lara Berlage, Julian Engelken, Peter Ernst, Jan Hensellek, Lara Christin Herfor, Sargis Poghosyan, Susanne Sophie Schmalwieser, Ingo H. Warnke

Hosts
Prof. Dr. Ingo H. Warnke, Deutsche Sprachwissenschaft/Interdisziplinäre Linguistik, U Bremen
ao. Prof. Dr. Peter Ernst, Institut für Germanistik, U Wien

Alkemeyer, Thomas & Nikolaus Buschmann. 2016. Praktiken der Subjektivierung – Subjektivierung als Praxis. In Hilmar Schäfer (ed.), Praxistheorie, 115–136. Bielefeld: transcript.

Alkemeyer, Thomas, Nikolaus Buschmann & Matthias Michaeler. 2015. Kritik der Praxis: Plädoyer für eine subjektivierungstheoretische Erweiterung der Praxistheorien. In Thomas Alkemeyer, Volker Schürmann & Jörg Volbers (eds.), Praxis denken. Konzepte und Kritik, 25–50. Wiesbaden: Springer VS.

Dang-Anh, Mark, Dorothee Meer & Eva Lia Wyss (eds.). 2022. Zugänge und Perspektiven linguistischer Protestforschung. In Protest, Protestieren, Protestkommunikation, 1–23. Berlin/Boston: de Gruyter.

Felder, Ekkehard. 2006. Semantische Kämpfe: Macht und Sprache in den Wissenschaften. Berlin/New York: de Gruyter.

Spitzmüller, Jürgen, Mi-Cha Flubacher & Christian Bendl. 2017. Soziale Positionierung als Praxis und Praktik. Einführung in das Themenheft. Wiener Linguistische Gazette 81. 1–18.

Kontakt

themtalk@uni-bremen.de

Redaktion
Veröffentlicht am
05.12.2022
Klassifikation
Weitere Informationen
Land Veranstaltung
Sprach(en) der Veranstaltung
Deutsch
Sprache der Ankündigung