Pluralität in den künstlerischen und architektonischen Theorien der Jesuiten

Pluralität in den künstlerischen und architektonischen Theorien der Jesuiten

Veranstalter
Institut für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes (IHB) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte der Universität Freiburg im Breisgau
Gefördert durch
Fonds wissenschaftlicher Forschung (FWF) und Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
PLZ
1020
Ort
Wien
Land
Austria
Vom - Bis
29.03.2023 - 01.04.2023
Von
Ulrike Rack, IHB, ÖAW

Die künstlerische Produktion der Gesellschaft Jesu ist ein großes und viel bespieltes Forschungsfeld. Vor dem Hintergrund der unterschiedlichsten Baumuster und Architekturphänomene stellt sich die Frage, in welchem Ausmaß der Orden pluralistisch ausgerichtet war. Diese Tagung diskutiert die gestalterische Vielfalt von Ordensräumen der Jesuiten aus dem Blickwinkel künstlerischer und architektonischer Theorien.

Pluralität in den künstlerischen und architektonischen Theorien der Jesuiten

Die künstlerische Produktion der Gesellschaft Jesu ist ein großes und viel bespieltes Forschungsfeld. Vor dem Hintergrund der unterschiedlichsten Baumuster und Architekturphänomene stellt sich die Frage, in welchem Ausmaß der Orden pluralistisch ausgerichtet war. Der größte gemeinsame Nenner dieser Vielfalt, so die aktuellen Überlegungen, könnte eine seelenführende (psychagogische) Absicht in der Nutzung der künstlerischen Medien durch die Jesuiten sein. Gemäß dem Selbstverständnis des Ordens rührt diese schöpferische Vielfalt von der Funktion der Gotteshäuser her - sowohl als Orte für spirituelle Erfahrungen wie auch als Orte der Evangelisierung. Im Sinne dieser Überlegungen fragt die Tagung in drei Einheiten nach den Kommunikationsstrukturen, nach Bedeutung und Funktion der Architekturtheorie und nach rhetorischen Theorien, Dramaturgie und Illusionismus als Elemente der Gestaltung von Ordensräumen.

Die Tagung findet im Rahmen eines vom Forschungsfonds (FWF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten DACH-Projektes, Die Entwicklung der visuellen Künste zu „psychagogischen“ Medien der Gesellschaft Jesu, statt.

Programm

Mittwoch, 29. März 2023

18:00–20:00 Uhr
Katrin Keller (stellvertretende Direktorin des IHB, Wien): Begrüßung

Keynote
Ralph Dekoninck, Caroline Heering (Louvain-la-Neuve): Thinking and Living the Perennial Arts through Ephemeral Ornaments. The Exaltation of Architecture through Extraordinary Jesuit Celebrations (1622, 1640)
Moderation: Paolo Sanvito (Wien)

Donnerstag, 30. März 2023

09:00–09:40 Uhr
Herbert Karner (Wien) / Paolo Sanvito (Wien) / P. Gustav Schörghofer SJ (Wien): Begrüßung und Einführung

09:40–13:00 Uhr
Panel 1: Kommunikationsstrukturen und Ziele
Moderation: Hans W. Hubert (Freiburg i. B.)

Henrieta Žažová, Adrián Kobetič (Trnava): Making the City in Their Own Image. Trnava and the Jesuits from 1615 to 1773

Sibylle Appuhn-Radtke (Augsburg): Seelenführung in sozialer Stratigraphie. Zu den Festsälen und Bildmedien jesuitischer Kongregationen

Kaffeepause

Eneko Ortega Mentxaka (Vitoria-Gasteiz): Between Rome and Castile. The Sanctuary of Loyola Project and its Function as a Visual Marker in the Society of Jesus (virtuelle Teilnahme)

Alysée Le Druillenec (Louvain-la-Neuve/Paris): Guiding the souls to God. Sant’Ignazio di Loyola of Rome, an architectural discourse on soteriology?

13:00–14:30 Uhr
Mittagspause

14:30–18:00 Uhr
Panel 2: Architekturtheorie und Architektur
Moderation: Hubertus Günther (Zürich)

Richard Bösel (Rom/Wien): Ordenstopographie, Architektur und „Glocal Culture“

Antonin Liatard (Dijon/Louvain-la-Neuve): „Donner à la stabilité, ce qu’on metroit pour la beaulté“ – Ornamentation in the architecture of the Belgian and French provinces

Paolo Sanvito (Wien): Synthetism, Rationalism, Pauperism, Reduced Style, Aesthetics of the Wonder. Attempts at Definitions

Kaffeepause

Jeffrey Chipps Smith (Austin): Shaping the Earliest Jesuit Churches in Germany

Hanna A. Liebich (Wien): Typisch jesuitische Dachwerke? Meisterwerke der Wiener Zimmermannskunst als Beitrag zur Erforschung des bautechnischen Verständnisses und Wissenstransfers in der Gesellschaft Jesu.

Freitag, 31. März 2023

09:00–13:00 Uhr
Moderation: Paolo Sanvito (Wien)

Tanja Perica-Ott (Freiburg i. B.): Edifices to edify the soul

Panel 3: Bildmedien: Ikonographie und Theater
Eva Struhal (Trento): The „Prodromo“ of Francesco Lana Terzi as an art-theoretical source

Ulrich Fürst (München): „Spectari ab omnibus“ sowie „sacra limina“ – die Kreuzkapelle an St. Michael in München als neuer Ansatz frühneuzeitlicher Reliquienverehrung

Kaffeepause

Alessandra Mascia (Fribourg, CH): L‘art jésuite et l’espace immersif: „les tableaux vivants“ et „les tableaux mourants“ du Noviciat de Sant‘Andrea al Quirinale

Angelika Dreyer (München): Spreu und Spiritualität – Mergenthau: ein landwirtschaftliches Gut als Stätte geistlicher Exerzitien?

13:00–14:30 Uhr
Mittagspause

14:30–17:30 Uhr
Moderation: Herbert Karner (Wien

Sylvia Stegbauer (Wien): The expression of a meditation programme through staircases. Examples in the Jesuit Colleges of the Austrian Province of the Order

Szabolcs Serfőző (Budapest): The former wall paintings in the staircase of the Jesuit College of Bratislava: a tentative reconstruction based on the report of the Litterae Annuae (1698)

Kaffeepause

Petra Oulíková, Daniela Lunger-Štěrbová (Prag): „Misteria fidei“ – ein unausgeführtes Ausstattungsprogramm der Prager Jesuitenkirche des Hl. Ignatius

P. Eckhard Frick SJ (München): Der missionarische Impuls des Jesuitentheaters – betrachtet aus dem Blickwinkel des Klassischen Psychodramas

17:30–18:00 Uhr
Abschlussdiskussion

Samstag, 01. April 2023*

09:00–12:00 Uhr
Exkursion für die Vortragenden der Tagung (Jesuitenkirche, Kollegium und Theatersaal)

Dachbodenführung mit Hanna A. Liebich
Treffpunkt: Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien

https://www.oeaw.ac.at/ihb/detail/event/pluralitaet-in-den-kuenstlerischen-und-architektonischen-theorien-der-jesuiten-1