Rassismus und Weltwissen. Praktiken, Diskurse und Episteme der deutschen Aufklärung

Rassismus und Weltwissen. Praktiken, Diskurse und Episteme der deutschen Aufklärung

Veranstalter
Sigrid G. Köhler (Deutsches Seminar, Universität Tübingen), Claudia Nitschke (School of Modern Languages and Cultures, Durham University), Frank Grunert (Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
Veranstaltungsort
Bundesakademie für kulturelle Bildung
Gefördert durch
Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung
PLZ
38300
Ort
Wolfenbüttel
Land
Deutschland
Findet statt
Hybrid
Vom - Bis
13.09.2023 - 15.09.2023
Von
Alexandra Dempe, Universität Tübingen

DGEJ-Jahrestagung

Rassismus und Weltwissen. Praktiken, Diskurse und Episteme der deutschen Aufklärung

Rassismus und Kolonialismus wurden lange nicht als ein ‚deutsches‘ Thema angesehen. De facto war das Alte Reich aber durch Handel und Konsum fest in die globalen Netzwerke der transatlantischen Welt und in das damit verbundene System der Versklavung eingebunden. Die Präsenz Schwarzer, nach Deutschland verschleppter Menschen war sehr viel verbreiteter als bis vor kurzem noch angenommen, und das Wissen um die transatlantische Welt, einschließlich der Erfindung des Konzepts ‚Rasse‘, ist in den Medien und Wissenschaften des späten 18. Jahrhunderts omnipräsent. All dies ist Anlass genug, nach den Praktiken, Diskursen und Epistemen der deutschen Aufklärung zu fragen. Am Beispiel visueller und diskursiver Repräsentationen Schwarzer Menschen, pseudowissenschaftlicher ‚Rassetheorien‘, der Praktiken der Versklavung sowie zeitgenössischer Debatten in Journalen, Bilderbüchern und Literatur untersuchen Wissenschaftler:innen aus Literatur-, Geschichts- und Bildungswissenschaften, aus Philosophie und Kunstgeschichte das Verhältnis von Rassismus und Weltwissen der deutschen Aufklärung.

Eine digitale Teilnahme über Zoom ist möglich. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Alexandra Dempe an (alexandra-regina-christa.dempe@student.uni-tuebingen.de).

Programm

Mittwoch, 13.9.2023

13.00 Begrüßung und Einführung

I Präsenz und Biographien Schwarzer Menschen in Deutschland
Moderation: Frank Grunert

13.30 Melanie Ulz
Das Bild von People of Color in der deutschen Aufklärung. Eine kunsthistorische Spurensuche

14.30 Messan Tossa
„Hofmohren“ und das deutsche Afrika-Bild der Aufklärung

15.30 – Kaffeepause

15.45 Kaveh Yazdani
Anton Wilhelm Amo – Die Wahrnehmung und Beurteilung Schwarzer Menschen in der deutschen Frühaufklärung

II Rassismus, Wissensordnungen und -kulturen
Moderation: Claudia Nitschke

16.45 Kim Siebenhüner & Christina Brandt
Epistemische Transformation von Weltwissen. Johann Friedrich Blumenbach zwischen Frühneuzeitforschung und Wissenschaftsgeschichte

18.00 Keynote - Natasha A. Kelly
Moderation: Sigrid G. Köhler

Black Studies: Die Ent_Wahrnehmung von Schwarzen Wissensreproduktionen in Deutschland

20.00 – Gemeinsames Abendessen

Donnerstag, 14.9.2023

9.00 Michael Leemann
Weiß und christlich. Rassismus und Religion bei Johann Friedrich Blumenbach und Christoph Meiners

10.00 Maximilian Huschke
Rassismus und ›kritisches Projekt‹. Das Verhältnis zwischen Kants ›Rassetheorie‹ und der Kritik der Urteilskraft

11.00 – Kaffeepause

11.15 Timothy Brown
Goldene Schürze, Federbüsche und drohende Säbel: Globales Wissen um Race und lokale Vermittlung in deutschen Märchen der Aufklärung

12.15 – Gemeinsames Mittagessen

III Rassismus und die Praktiken der Versklavung
Moderation: Sigrid G. Köhler

13.45 Wendy Sutherland
Mapping Slavery: Hamburgs und Schleswig-Holsteins Verwicklungen im Sklavenhandel

14.45 Rebekka von Mallinckrodt
War das frühneuzeitliche Recht rassistisch? ‒ Gesetzgebung und Rechtsprechung über Sklav:innen im Alten Reich

15.45 – Kaffeepause

16.00 Nikola Keller
Zwischen Abschaffung und Fortbestand: Abolitionsdebatte vs. Kolonialphantasien in Dramen von F. G. von Steinsberg und F. L. Schmidt (1779 - 1792).

IV Rassismus: Wissensordnung in der medialen Vermittlung
Moderation: Claudia Nitschke

17.00 Ina Ulrike Paul
Schwarze Menschen im Weltwissensbestand aufgeklärter Enzyklopädien Europas

18.15 – Mitgliederversammlung der DGEJ

19.30 – Gemeinsames Abendessen

Freitag, 15.9.2023

9.00 Alexander Košenina
Wie entstehen Stereotype? Bildspender für Franz Moors provozierende Sicht auf fremde Kulturen

10.00 – Kaffeepause

10.15 Heike Raphael-Hernandez
“In Teutschland wurde nie mehr gelesen, als jezt“: Vom Zusammenhang zwischen der beginnenden Populärliteratur und dem Erstarken eines rassistischen Gedankenguts

V Wider das Zeitgeistargument: Anti-Rassismus und Rassismuskritik?
Moderation: Frank Grunert

11.15 Anna Greve
Weißsein als expliziter Gegenstand in der deutschen Malerei des 18. Jahrhunderts

12.15 – Mittagspause [Catering vor Ort]

13.15 Sebastian Lange
Ambivalente Kritik in Wort und Bild. Sklaverei und Sklavenhandel in der Kinder- und Jugendliteratur der Aufklärung

14.15 Florian Kappeler
Rassismus und Rassismuskritik in Narrativen der Haitianischen Revolution

15.15 – Abschlussdiskussion und Verabschiedung

Kontakt

alexandra-regina-christa.dempe@student.uni-tuebingen.de

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Deutsch
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