Zerrissene Leben. Tschechoslowakische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück 1939–1945

Lesung und Vorstellung der Studie „Zerrissene Leben. Tschechoslowakische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück 1939–1945“ von Pavla Plachá

Veranstalter
Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Veranstaltungsort
Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück / Straße der Nationen
PLZ
16798
Ort
Fürstenberg (Havel)
Land
Deutschland
Findet statt
In Präsenz
Vom - Bis
30.09.2023 - 30.09.2023
Von
Julia Gerberich

Von 1939 bis 1945 wurden etwa 123.000 Frauen und Kinder in das Konzentrationslager Ravensbrück verschleppt. Nach der Zerschlagung der Tschechoslowakischen Republik gehörten tschechische, später auch slowakische Opfer dazu. Diese Frauen haben eine wesentliche Bedeutung für die Geschichte des Konzentrationslagers Ravensbrück, zumal neben den politisch Verfolgten der rassistische Terror auch Jüdinnen, Sintezze und Romnja aus Böhmen, Mähren, Schlesien, der Slowakei und der Karpatenukraine erfasste.

Lesung und Vorstellung der Studie „Zerrissene Leben. Tschechoslowakische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück 1939–1945“ von Pavla Plachá

In Kooperation mit der Kurt und Herma Römer Stiftung lädt die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück am Samstag, den 30. September 2023, um 14 Uhr zur Lesung und Vorstellung der Forschungsarbeit "Zerrissene Leben. Tschechoslowakische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück 1939–1945" der Historikerin PhD. Pavla Plachá ein. Moderiert wird die Veranstaltung von dem Leiter der wissenschaftlichen Dienste der Gedenkstätte Ravensbrück, Jan Švimberský, M.A.

Bevor die Lesung stattfindet, haben Sie die Möglichkeit, von 12:15 Uhr–13:30 Uhr an einer Führung und Gesprächsrunde mit Dr. Insa Eschebach durch die Dauerausstellung: "Im Gefolge der SS" – Aufseherinnen des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück teilzunehmen. Der Treffpunkt ist vor dem Besuchsinformationszentrum der Gedenkstätte.

Von 1939 bis 1945 wurden etwa 123.000 Frauen und Kinder in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück verschleppt. Nach der Zerschlagung der Tschechoslowakischen Republik gehörten tschechische, später auch slowakische Opfer dazu. Diese Frauen haben eine wesentliche Bedeutung für die Geschichte des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück, zumal neben den politisch Verfolgten der rassistische Terror auch Jüdinnen, Sintezze und Romnja aus Böhmen, Mähren, Schlesien, der Slowakei und der Karpatenukraine erfasste.

Aus der Gruppe der knapp 5.000 Häftlinge aus der vormaligen Tschechoslowakei sind vor allem Milena Jesenská (1896 Prag–1944 Ravensbrück) oder die Überlebende Hanka Housková (1911 Prag – 1995 Prag) bekannter geworden. Die erstere als Journalistin und Adressatin zahlreicher Briefe von Franz Kafka in den 1920er-Jahren. Letztere überlebte die KZ-Haft, wurde Aktivistin des sogenannten Prager Frühlings in den 1960er-Jahren, verließ 1969 die Kommunistische Partei und sah sich anschließend heftigen Denunziationen ausgesetzt. Ihr Text „Monolog“ (1993) weckte das Interesse am Schicksal ihrer Kameradinnen.

Mit der umfangreichen Studie „Zerrissene Leben“ von Pavla Plachá (übersetzt aus dem Tschechischen von Marika Jakeš) liegt nun eine auf langjähriger Forschungsarbeit basierende Darstellung der tschechoslowakischen Haftgruppe KZ Ravensbrück vor. Die Autorin skizziert in ihrer Arbeit detailreich zahlreiche Verfolgungsschicksale und Überlebenswege. Das in der Tschechoslowakei seit 1948 von realsozialistischen Deutungen geprägte und noch heute dominierende Bild der Erinnerung wird umfassend revidiert.

Pavla Plachá, PhD.
Geboren 1976 in Ústí nad Labem. Studium der Germanistik und Geschichte an der Prager Karlsuniversität, Abschluss im Jahr 2000. Tätigkeit im Büro für die NS-Opfer des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds. 2019 Promotion an der Universität Hradec Králové mit einer Dissertation zum Thema tschechoslowakische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück. Derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für das Studium totalitärer Regime in Prag und Leiterin der Abteilung für die Erforschung des Widerstandes 1938–1989. Innerhalb ihrer Forschungsarbeiten kooperiert sie seit längerem mit unterschiedlichen KZ-Gedenkstätten, wie Flossenbürg, Ravensbrück und der Gedenkstätte Münchner Platz in Dresden. Pavla Plachá war an mehreren tschechisch-deutschen Forschungs- und Ausstellungsprojekten beteiligt, u.a. an der Austellung „Der Todestransport Leitmeritz – Velešín“ sowie „Milena Jesenská: Eine Retrospektive. Prag – Wien – Dresden – Ravensbrück“. Sie ist Herausgeberin und Mitautorin des deutsch-tschechischen Sammelbandes Milena Jesenská: Biografie, Zeitgeschichte, Erinnerung (Prag, Aula 2016).

Programm

12:15 Uhr
Führung und Gesprächsrunde mit Dr. Insa Eschebach durch die Dauerausstellung: "Im Gefolge der SS" – Aufseherinnen des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück

14:00 Uhr
Lesung und Vorstellung der Forschungsarbeit "Zerrissene Leben. Tschechoslowakische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück 1939–1945" mit PhD. Pavla Plachá, Dr. Andrea Genest, Jan Švimberský M.A.

Kontakt

E-Mail: info@ravensbrueck.de

https://www.ravensbrueck-sbg.de/
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Deutsch
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