Die Revolution 1848/49 und der Liberalismus

Die Revolution 1848/49 und der Liberalismus

Veranstalter
Archiv des Liberalismus der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Lehrstuhl für Neuere Geschichte
Veranstaltungsort
Goethe-Universität Frankfurt am Main
PLZ
60323
Ort
Frankfurt am Main
Land
Deutschland
Findet statt
In Präsenz
Vom - Bis
16.11.2023 - 17.11.2023
Deadline
10.11.2023
Von
Wolther von Kieseritzky, Public History / Archiv des Liberalismus, Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

War 1848/49 eine zwar gescheiterte, langfristig aber wirkungsreiche, oder eine radikale, eine demokratische oder doch eine liberale Revolution? Und um welche Art von „Erinnerungsort“ ging es beim Gedenken im 175. Jubiläumsjahr? Die Tagung vermisst das Revolutionsgeschehen, die Nationalversammlung und Verfassungsdiskussionen, Aktionsformen der Akteure und Akteurinnen mit Blick auf die aktuellen Debatten.

Die Revolution 1848/49 und der Liberalismus

Was die Revolution von 1848/49 im Gedächtnis künftiger Generationen bedeuten wird, scheint offener denn je, wie die Debatten und Publikationen im aktuellen Jubiläumsjahr zeigen. Welche Rolle kommt den Ereignissen als Ort der Demokratiegeschichte zu? Man kann sich auf die Märzerrungenschaften, den Parlamentarismus der Nationalversammlung in der Paulskirche, die Grundrechtserklärung und die Reichsverfassung von 1849 fokussieren, oder auf die Protestformen, den Heckerzug, die Barrikadenkämpfe, kann bekannte Akteure in den Blick nehmen, etwa Friedrich Hecker, Gustav Struve, Robert Blum, aber auch Heinrich von Gagern, Friedrich Christoph Dahlmann und Eduard von Simson, oder sich auf die in der Forschung lange unterschätzen Akteurinnen und ihre Kommunikationsnetze, sich neu konstituierende Sozialformationen konzentrieren.

Ursachen, Verlauf und Wirkungen der Revolution sind – auch in ihrer europäischen Verzahnung – vielfach untersucht; jedoch stellen sich mit dem veränderten Blick, der heute, anders als beim 150. Jahrestag 1998, neben der Paulskirche stärker auf Protestformen, „Straße“ und Barrikaden gerichtet ist, neue Fragen der revolutionären Bewertung und der Erinnerungskultur. Dies bezieht sich etwa auf die Analyse der parlamentarischen Interaktionen in der Paulskirche, das Mit- und Gegeneinander verschiedener Gruppen und der Öffentlichkeit, aber ebenso zentral auf die Frage nach den Erfahrungen von „Gewalt“ und deren Auswirkungen im Verlauf der Revolution. Die auf der Tagung geplanten fünf Sektionen nehmen jeweils ein zentrales Thema auf: das Verhältnis von Reform und Revolution, die Verfassungsentwicklung, Ordnungskonzepte für Wirtschaft und Gesellschaft, Fragen der Öffentlichkeit und Aktionsformen, die Rolle von Akteurinnen und Akteuren sowie das „Erbe“ der Revolution und ihr Nachwirken.

Programm

Donnerstag, 16.11.

13:30 Begrüßung
14:00 – 15:30 Uhr:
Sektion I: Zwischen Reform und Revolution
- Zum Verhältnis von Demokratie und Liberalismus im Vormärz (Andreas Fahrmeir, Frankfurt am Main)
- Die Souveränität der Nation als Platzhalter: Das ungeklärte Verhältnis von Monarch und Parlament im europäischen (Früh)Konstitutionalismus (Ulrike Müßig, Passau)
- Von Wien bis Washington. Föderalismus und Revolution in den Berichten deutscher Diplomaten 1847-1849 (Johann Gerlieb, Leipzig)

16:00 – 17:30 Uhr:
Sektion II: Liberalismus zwischen Rechtsstaatsidee und Wirtschaftsordnung
- Zwischen Bewegung und Partei: Liberale Fraktionen in der Paulskirche (Dieter Hein, Frankfurt am Main)
- Die Grundrechtsdiskussion (Ewald Grothe, Gummersbach/Wuppertal)
- Zwischen Freihandel und Protektion: Liberalismus und Wirtschaftsordnung (Felix Selgert, Bonn)

Abendveranstaltung:
19:30 Uhr (Evangelische Akademie Frankfurt)
Vortrag: Das Erbe der Revolution: Was bedeutet 1848 für die Geschichte des deutschen Liberalismus? (Dieter Langewiesche, Tübingen)

Freitag, 17.11.

9:00 – 10:00 Uhr:
Sektion III: Liberalismus und Öffentlichkeit
- Emotion und Gewalt: Liberalismus und die Formen des Protestes (Wilhelm Kreutz, Mannheim)
- Liberales und demokratisches Vereinswesen (Michael Wettengel, Ulm)

10:15 – 11:45 Uhr:
Sektion IV: Revolutionäre Karrieren
- Ludwig Bamberger (Christoph Jahr, Berlin)
- Louise Otto (-Peters) (Susanne Schötz, Dresden)
- Jakob Venedey und Henriette Obermüller. Biographische Wege zur liberalen Demokratie (Birgit Bublies-Godau, Bochum)

12:15 – 13:45 Uhr:
Sektion V: Folgen und Nachwirkung der Revolution
- Liberalismus und Realpolitik (Andreas Biefang, Berlin)
- Selbstverständliche Partnerschaft? Liberalismus und Frauenbewegung (Sylvia Schraut, Mannheim)
- Der Platz der Revolution in der liberalen Erinnerungskultur (Wolther von Kieseritzky, Potsdam)
Schlussdiskussion

Kontakt

Dr. Wolther von Kieseritzky
Public History/Archiv des Liberalismus
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
Karl-Marx-Str. 2, 14482 Potsdam
E-Mail: wolther.von-kieseritzky@freiheit.org

https://www.freiheit.org/de/adl
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Sprach(en) der Veranstaltung
Deutsch
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