Irritation Ostdeutschland? Geschlechterverhältnisse in Deutschland 13 Jahre nach der Wende

Irritation Ostdeutschland? Geschlechterverhältnisse in Deutschland 13 Jahre nach der Wende

Veranstalter
Rosa-Luxemburg-Stiftung Gesellschaftsanalyse und Politische Bildung e. V.
Veranstaltungsort
Ort
Berlin
Land
Deutschland
Vom - Bis
16.10.2003 - 18.10.2003
Website
Von
Scholz, Sylka

Tagung: Irritation Ostdeutschland? Geschlechterverhältnissein Deutschland 13 Jahre nach der Wende
16. bis 18. Oktober 2003 MAGNUS-HAUS, Berlin

13 Jahre nach der Wende stellt sich Ostdeutschland dar als eine Gemengelage von Anpassung und eigensinniger Aneignung eines westlichen Gesellschaftsmodells, das sich selbst in tiefgreifendem Umbau befindet. Die damit verbundenen Paradoxien, sozialen Zuspitzungen, kulturellen Neubestimmungen könnten Folie und irritierender Ausgangspunkt für Fragen sein, die sich westlichen Gesellschaften heute überhaupt stellen. Dies interessiert auf der Tagung insbesondere im Hinblick auf die Geschlechterverhältnisse. Welche Arbeits- und Lebensarrangements haben sich herausgebildet, welche Wertorientierungen, Haltungen treten hervor - nicht zuletzt unter dem Vorzeichen einer sich unter der Hand neu konstituierenden "ostdeutschen Identität"? Was ist der Motor der aktuellen Transformationen in Ost und West und inwieweit werden Geschlechterpolitiken hierbei zu einem Durchsetzungsprinzip?

Programm

Donnerstag 16. Oktober 2003
17.00 Uhr Anmeldung
18.00 Uhr Begrüßung und Eröffnung
18.30 Uhr Transformationen in Ost und West
"Umbau des Sozialstaates und Transformationen Ost-West - feministische Zuspitzungen"
Ingrid Kurz-Scherf, Philipps-Universität Marburg
"Ostdeutschland - vom Einzel- zum beispielhaften Experimentierfall? Eigenarten sozialer Beziehungen und Sozialformen"
Michael Thomas, BISS e.V., Brandenburg-Berliner Institut für Sozialwissenschaftliche Studien
Moderation: Christiane Reymann
21.00 Uhr Empfang - Gespräche, Kontakte

Freitag 17. Oktober 2003
9.20 Uhr Begrüßung
9.30 Uhr Gesellschaften in der Moderne I
"Ostdeutsche Geschlechterarrangements in Zeiten des neoliberalen Gesellschaftsumbaus"
Irene Dölling, Universität Potsdam
Kommentar und Moderation: Iris Peinl
11.00 Uhr Kaffeepause
11.30 Uhr Gesellschaften in der Moderne II
"Transformation und Geschlechterordnung im postsozialistischen Bulgarien"
Ana Luleva, Ethnographisches Institut Sofia, Bulgarien
"Transformation in Russland: Zivilgesellschaft aus einer Genderperspektive"
Eva Hinterhuber, Maecenata Institut für Dritter-Sektor-Forschung, Berlin
Kommentar und Moderation: Virginia Penrose
13.00 Uhr Mittagspause
14.30 bis Parallele workshops
18.00 Uhr
workshop I: Familie zwischen gelebter Realität und Utopie
"Transformationen des Allein Erziehens. Zur Individualisierung von Risiken"
Ronald Lutz, Fachhochschule Erfurt
"Familie - eine Lebensform wie andere auch? Konstruktionen des Zusammenlebens in Ost
und West zwischen Tradition, Transformation und Utop"
Gisela Notz, Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn
"Vater - Mutter - Kind(er): bürgerliches Konstrukt oder gesellschaftliche Option?"
Hanna Behrend, Berlin
Moderation: Petra Drauschke

workshop II: Geschlechterpolitiken und Unternehmensmodernisierung
"Ostdeutsche Geschlechterarrangements: Ressource für Gendersensibilität bei der Modernisierung der kommunalen Verwaltung?"
Sünne Andresen und Christoph Kimmerle, Universität Potsdam
"Akzeptanz von Geschlechterpolitiken durch ostdeutsche StudentInnen"
Uta Schlegel, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
"Chancen und Risiken für Frauen in der Unternehmensnachfolge und der Übernahme von Führungspositionen in Mecklenburg-Vorpommern"
Petra Jordanov, Fachhochschule Stralsund
Moderation: Susanne Voelker

workshop III: Emanzipierte Männlichkeit in Ostdeutschland?
"Dass der Mann der große Ernährer der Familie ... (ist), das ist also auch überhaupt in den Köpfen ... nicht so drin" - Ostdeutsche Konstruktionen von Männlichkeit
Sylka Scholz, Humboldt-Universität Berlin
Kommentar: Michael Meuser, Essener Kolleg für Geschlechterforschung
"Weil Sie 'ne Frau sind" - die interaktive Konstruktion "ostdeutscher Männlichkeit" im Spiegel einer ost-westdeutschen Forschungsbeziehung
Mechthild Bereswill, Kriminologisches Forschungsinstitut Hannover
"Die integrierten Väter: Zum Wandel von Geschlechterarrangements in der DDR"
Michael Hofmann, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Moderation: Michael Meuser

ab 18.30 Uhr Gesellschaftsabend mit J-Mood: Jazz, Swing und Bossa Nova

Sonnabend 18. Oktober 2003
9.30 Uhr Kulturelle Irritationen Ost und West
"Verliebt, verlobt, vereint. Ein Einblick in den Lebensalltag ost-westdeutscher Paare"
Nadine Schäfer, Universität Plymouth (UK)
"Identität ostdeutsch? Zur Neubestimmung kultureller Zugehörigkeiten"
Ina Dietzsch, Humboldt-Universität Berlin
Kommentar: Sylka Scholz, Humboldt-Universität Berlin
Moderation: Eva Schäfer
11.30 Uhr Pause
12.30 Uhr "Dominanz und Differenz. Zur Beziehung ost- und westdeutscher Frauen 13 Jahre nach der Wende"
Ingrid Miethe, Evangelische Fachhochschule Darmstadt
Moderation: Susanne Voelker
13.30 Uhr Vom Nutzen der Irritation - abschließende Diskussionsrunde
Moderation: Ina Dietzsch, Susanne Voelker, Eva Schäfer
14.30 Uhr Ende

Organisatorische Hinweise
Tagungsort: Deutsche Physikalische Gesellschaft e.V. MAGNUS-HAUS
Am Kupfergraben 7, 10117 Berlin, Tel.: 030 2017480
U/S-Bahn Friedrichstraße (Fußweg 10 Min.) oder Tram 1 und 50, Haltestelle Am Kupfergraben oder Bus Nr. 100 Haltestelle Staatsoper
Teilnahmegebühr: 20 €, ermäßigt 10 €

Anmeldung bitte bis 19. September 2003 per E-Mail an: schaefer@rosalux.de
Kinderbetreuung für Freitag und Sonnabend, Anmeldung bitte bis 19. September 2003

Kontakt

Informationen
Eva Schäfer, Referentin für Geschlechterverhältnisse
Rosa-Luxemburg-Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
Tel.: 030 44310-163, Fax: 030 44310-222
E-Mail: schaefer@rosalux.de


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Sprach(en) der Veranstaltung
Deutsch
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