Religion und Kirchen im Nationalsozialismus. „Reichsgau Sudetenland“ und „Protektorat Böhmen und Mähren“ 1938/39-1945

Religion und Kirchen im Nationalsozialismus. „Reichsgau Sudetenland“ und „Protektorat Böhmen und Mähren“ 1938/39-1945

Veranstalter
Collegium Carolinum Forschungsstelle für die böhmischen Länder Hochstr. 8 D-81669 München
Ort
München
Land
Deutschland
Vom - Bis
02.12.2005 - 03.12.2005
Deadline
17.05.2005
Von
Martin Zückert

Seit Sommer 2004 läuft am Collegium Carolinum ein Projekt zur Religions- und Kirchengeschichte der böhmischen Länder im 20. Jahrhundert. Das auf zwei Jahre angelegte Vorhaben wird von Prof. Dr. Martin Schulze Wessel geleitet. Es wird von der Ackermann-Gemeinde und Renovabis, Solidaritätsaktion für Osteuropa, unterstützt. Ziele sind die Erstellung eines Handbuches sowie weiterführende Untersuchungen. Vor diesem Hintergrund plant das Collegium Carolinum für den 2. und 3. Dezember 2005 eine Tagung zum Thema „Religion und Kirchen im Nationalsozialismus. „Reichsgau Sudetenland“ und „Protektorat Böhmen und Mähren“ 1938/39-1945“. Vorgesehen ist eine Bestandsaufnahme unter Einbeziehung neuerer Forschungen.

In den letzten Jahren erschien ein breites Spektrum von politik-, sozial- und kulturhistorischen Studien, in denen die Herrschaftsstrukturen im „Reichsgau Sudetenland“ und im „Protektorat Böhmen und Mähren“ sowie der Alltag zwischen Akzeptanz, Anpassung und Widerstand untersucht werden. Besondere Beachtung erfährt vielfach die Frage nach interethnischen Kontakten und Konflikten unter den Bedingungen nationalsozialistischer Herrschaft.
Für die Forschung zu religions- und kirchengeschichtlichen Fragen der Jahre 1938/39 bis 1945 ist dagegen eine Stagnation zu konstatieren. Zwar entstanden vor allem seit 1989 Arbeiten zur kirchenfeindlichen Politik des Staates, zur Verfolgung des Klerus oder zur Teilnahme der Kirchen am anti-nationalsozialistischen Widerstand. Dagegen mangelt es jedoch weiterhin an Untersuchungen, die unter Einbeziehung neuerer sozial- oder kulturgeschichtlicher Ansätze nach Formen, Inhalten und konkreten Auswirkungen religiösen Lebens oder übergeordnet nach der Funktion von Religion unter den Bedingungen einer Diktatur fragen.

Ziel der geplanten Tagung ist es, diese Phase der Religions- und Kirchengeschichte neu zu erschließen. Vorausgesetzt wird dabei ein offener Religionsbegriff, der institutionalisierte Formen (kirchliche Strukturen, Konfessionen) aber auch außerkirchliche Aspekte von Religion berücksichtigt. Neben dem Blick auf die großen christlichen Kirchen ist auch an die Untersuchung kleinerer Glaubensgemeinschaften und der christlich-jüdischen Problematik sowie an konfessionsvergleichende Fragestellungen gedacht. Für eine polyethnisch geprägte Region wie die böhmischen Länder erscheint es zudem als wichtig, einen besonderen Fokus auf das Beziehungsfeld Religion-Konfession-Nation zu richten.
Als inhaltliche Schwerpunkte sind vorgesehen:

1. Nationalsozialistische Religionspolitik, Anpassung und Widerstand
2. Die Position der Kirchen und des Vatikan
3. Religion und Identität, Konfession und Ethnizität
4. Alltag und Lebenswelt, Präsenz von Religion

Darüber hinaus sind Referate zu verwandten Aspekten oder zu regional vergleichenden Untersuchungen willkommen. Bitte senden Sie Ihre Themenvorschläge in Form eines 1-2seitigen Exposés bis 17.5.2005 an:

Collegium Carolinum. Forschungsstelle für die böhmischen Länder
z. Hd. von Martin Zückert
Hochstr. 8
D-81669 München
Martin.zueckert@extern.lrz-muenchen.de

Programm

Kontakt

Martin Zückert
Collegium Carolinum

martin.zueckert@extern.lrz-muenchen.de


Redaktion
Veröffentlicht am
11.03.2005
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