Die Herausgabe der Korrespondenz von Daniel Ernst Jablonski. Probleme einer wissenschaftlichen Briefedition

Die Herausgabe der Korrespondenz von Daniel Ernst Jablonski. Probleme einer wissenschaftlichen Briefedition

Veranstalter
Universität Stuttgart, Jablonski-Forschungsstelle an der Abteilung Geschichte der Frühen Neuzeit (Prof. Dr. Joachim Bahlcke) in Verbindung mit der Leibniz-Editionsstelle der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Potsdam (Dr. Hartmut Rudolph)
Veranstaltungsort
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Jägerstr. 22/23, D-10117 Berlin, Raum 230
Ort
Berlin
Land
Deutschland
Vom - Bis
10.03.2006 -
Von
Dr. Alexander Schunka

Das Editionsvorhaben, das auf dem Workshop im Mittelpunkt stehen wird, gilt der Korrespondenz des brandenburgisch-preußischen Hofpredigers Daniel Ernst Jablonski (1660-1741). Der Enkel des tschechischen Philosophen, Theologen und Pädagogen Johann Amos Comenius hatte nach Leibniz entscheidenden Anteil an der Gründung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der er selbst lange Jahre als Präsident vorgestanden hat. Die Wirkungsfelder Jablonskis sind bis heute nur unzureichend bekannt. Allgemein umfaßten sie neben der Wissenschaftsorganisation im Rahmen der Frühaufklärung in Berlin die Theologie, was sich etwa in seinem Einsatz für eine innerprotestantische Kirchenunion und Ökumene sowie im Einfluß auf Zinzendorf und die Herrnhuter Brüderunität ausdrückte. Seine politischen Verbindungen reichten gleichermaßen nach England wie nach Ostmittel- und Osteuropa. Der produktive Autor und Übersetzer politischer und kirchlicher Literatur verfügte über ein weitverzweigtes Netz von Kontakten innerhalb der europäischen intellektuellen Elite seiner Zeit, mit der er in mindestens sechs Sprachen korrespondierte. Die im Jahr 2002 an der Universität Erfurt gegründete, seit 2003 in Stuttgart angesiedelte und nach dem Berliner Hofprediger benannte Forschungsstelle verfolgt unter anderem - als ihr ambitioniertestes Projekt - die Sichtung, Erfassung und Edition des umfangreichen, über ganz Europa verstreuten und bislang kaum bekannten Briefwechsels. Der Workshop findet in Zusammenarbeit mit der Leibniz-Editionsstelle der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt.

Programm

10.00-13.00 Uhr
Dr. Johannes Thomassen, Berlin
Eröffnung

Prof. Dr. Joachim Bahlcke, Stuttgart
Daniel Ernst Jablonski - Tätigkeitsfelder, Wirkungsgeschichte und Forschungsperspektiven

Dr. Alexander Schunka, Stuttgart
Von der Archivalie zum edierten Brief. Stand und Perspektiven der Jablonski-Briefedition an der Universität Stuttgart

Dr. Nora Gädeke, Hannover
Leibniz-Briefedition

Prof. Dr. Udo Sträter, Halle/Saale
Spener-Briefedition

Prof. Dr. Detlef Döring, Leipzig
Gottsched-Briefedition

Dr. Monika Meier, Potsdam
Jean-Paul-Briefedition

13.00-14.00 Uhr
Mittagspause (in den Räumen der BBAW)

14.00-18.00 Uhr

Dr. Hartmut Rudolph, Potsdam
Moderation

Diskussion der vorgestellten Editionsprojekte nach folgenden Leitfragen:

- Auffinden des Materials, Überlieferungsformen
- Definition des zu edierenden Corpus, Abgrenzungsfragen
- formale Editionskriterien und Sonderfälle
- technische Formen der Erfassung und Editionsvorbereitung
- Publikationsform
- Systematik der Publikation
- Institutionelle und finanzielle Rahmenbedingungen
- grundsätzliche zeitliche Abläufe

18.00 Uhr
Ende des Arbeitsgesprächs

Kontakt

Prof. Dr. Joachim Bahlcke

Universität Stuttgart, Historisches Institut
Keplerstr. 17, D-70174 Stuttgart
0711/121-2341
0711/121-2318
Joachim.Bahlcke@po.hi.uni-stuttgart.de

http://www.uni-stuttgart.de/hi/fnz/jablonski.html