Rom-Bilder: Die Acerra Philologica und das antike Rom in der Frühen Neuzeit

Rom-Bilder: Die Acerra Philologica und das antike Rom in der Frühen Neuzeit

Veranstalter
Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt, wissenschaftliche Leitung: Veit Rosenberger
Veranstaltungsort
Schloss Friedenstein
Ort
Gotha
Land
Deutschland
Vom - Bis
10.07.2008 - 12.07.2008
Deadline
07.04.2008
Website
Von
Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt (FGE)

Call for paper

Peter Laurembergs Acerra Philologica oder Gründliche Nachrichten aus der Philologie und den römischen und griechischen Antiquitäten, ein auf seinem Höhepunkt nahezu 2000 Seiten umfassendes Nachschlagewerk, erschien in vielen Auflagen zwischen 1633 und 1788. Der Rostocker Schulmann Peter Lauremberg (1584-1639) schrieb sein Werk in deutscher Sprache und folgte damit einem im gesamten 17. Jahrhundert zu beobachtenden Trend zum Gebrauch der Nationalsprachen. Umfang und Inhalt der Acerra Philologica variierten je nach Auflage; enthielt die erste Auflage 1633 noch 200 Einträge – Lauremberg nannte sie „Geschichten“ – so bot die Auflage von 1677 bereits die endgültige Zahl von 700 Geschichten. Während der Großteil der Kapitel sich antiquarischen Themen widmet, etwa dem Triumphzug, dem Klientelwesen, Kleidung, Eßgewohnheiten, Folterwerkzeugen oder Musikinstrumenten und besonders ausführlich Themen der römischen Religion, sind in einigen Auflagen Kapitel über Wissenswertes aus der Welt des Alten Testamentes integriert; bisweilen finden sich mehrseitige Einträge zu deutschen Städten, in der Ausgabe von 1711 wird die Verarbeitung von Tabak beschrieben. Stets sind die Nachrichten durch Fußnoten, zumeist Belege aus den antiken Autoren, unterstützt. Die Acerra Philologica, fraglos ein Verkaufsschlager, war für viele Generationen von Schülern, Studenten und Gelehrten ein ebenso unentbehrliches wie herausforderndes Nachschlagewerk. Zugleich führte die große Beliebtheit zu zahlreichen Raubdrucken. Insgesamt lieferte die Acerra Philologica ein weit gefächertes Panorama der Lebenswelten des antiken Rom.

Das Ziel dieser Tagung ist ein Zweifaches. Zum einen soll die bisher in der Wissenschaft kaum gewürdigte Acerra Philologica untersucht werden, unter anderem nach dem Geschichtsbild, nach den Unterschieden in den verschiedenen Auflagen oder nach dem Bild der römischen Kultur und den darin impliziten Wertungen. Welche Rezeption fand die Acerra Philologica? Lassen sich unterschiedliche Konjunkturen nachweisen? Zum anderen ist nach ähnlichen zeitgenössischen Wissensspeichern über die antike Welt zu fragen. Hierzu gehören nicht nur Darstellungen der römischen Geschichte, sondern unter anderem auch Sammlungen von Inschriften und Münzen, Publikationen zur Topographie des antiken Rom, zu den frühchristlichen Katakomben, zur Archäologie allgemein, Reiseberichte sowie Daktyliotheken.

Ein solches Unterfangen verspricht nur auf interdisziplinärer Basis Erfolg. Neben den Altertumswissenschaften Alte Geschichte, Archäologie und Klassische Philologie sind die Geschichte der Frühen Neuzeit, die Kunstgeschichte sowie die neueren Philologien Germanistik, Romanistik, Anglistik, um nur einige Fächer zu nennen, einzubeziehen. Eine Tagung stellt die optimale Plattform zum Austausch von Erkenntnissen, zum Überprüfen von Thesen und zur Entwicklung neuer Ideen dar. Beiträge von Nachwuchwissenschaftlern und erfahrenen Wissenschaftlern sind gleichermaßen willkommen.

Vorschläge für Referate (max.1000 Zeichen) werden erbeten bis zum 7. April 2008.

Veit Rosenberger

Programm

Kontakt

Miriam Rieger

Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt (FGE)

0361-737 4425
0361-737 4429
miriam.rieger@uni-erfurt.de


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Deutsch
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