Das Münchener Abkommen von 1938 in europäischer Perspektive

Das Münchener Abkommen von 1938 in europäischer Perspektive

Veranstalter
Institut für Zeitgeschichte, München-Berlin Collegium Carolinum, München
Veranstaltungsort
Institut für Zeitgeschichte, Leonrodstr. 46b, 80636 München
Ort
München
Land
Deutschland
Vom - Bis
17.09.2008 - 19.09.2008
Website
Von
Institut für Zeitgeschichte/Collegium Carolinum

„Es ist seit langem eine Binsenweisheit, daß die diplomatische Krise des Sommers 1938 nicht lediglich der deutschen und tschechischen Geschichte angehört, sondern ihre historische Relevanz durch die aus ihr hervorgehende neue Machtverteilung auf dem Kontinent, durch den Zusammenbruch der alten europäischen Staatenordnung erhalten hat.“ Das schrieb 1958 der Generalsekretär des Instituts für Zeitgeschichte, Paul Kluke in seinem Vorwort zu der grundlegenden Studie von Boris Celovsky über das Münchener Abkommen vom 30. September 1938. In ihrer gemeinsamen Tagung zum 70. Jahrestag dieser entscheidenden Station auf dem Weg in den Zweiten Weltkrieg nehmen das Institut für Zeitgeschichte und das Collegium Carolinum diese europäische Perspektive in mehrfacher Hinsicht auf: Referenten aus zehn europäischen Ländern untersuchen die Umbrüche in der internationalen Politik unmittelbar vor und nach „München“ ebenso wie die Konsequenzen für die von Herrschaftswechseln Betroffenen. Thematisiert werden ferner historiographische Probleme und die Rolle von „München“ als Symbol.

Programm

Sektion 1: Außenpolitische Rahmenbedingungen
Leitung: Gustavo Corni

Nationalsozialistische Außenpolitik bis zum Sommer 1938
(Christoph Studt)
Die Appeaser und Hitler (Peter Neville)
Ostmitteleuropäische Bündnissysteme und Konfliktfelder
(Peter Krüger)
Die Rolle Italiens (Patrizia Dogliani)
Deutsche Wirtschaftsbeziehungen mit Ostmitteleuropa zwischen Kooperation und Beherrschung (Christoph Boyer)

Sektion 2: Die Septemberkrise
Leitung: Hans Lemberg

Die Kommunalwahlen vom Mai/Juni 1938 und ihre Folgen (Detlef Brandes)
Verhandlungen und Aktivitäten des NS-Regimes im August/September 1938 (Angela Hermann)
Die Westmächte und die Septemberkrise unter besonderer Berücksichtigung Frankreichs (Georges-Henri Soutou)
Czechoslovak expectations and perceptions (Vit Smetana)
Die Sowjetunion und die Septemberkrise (Sergej Slutsch)

Sektion 3: Implementation I – Das Sudetenland
Leitung: Martin Schulze Wessel

Die Sudetendeutschen nach München (Volker Zimmermann)
Juden und Tschechen im Sudetengau (Jörg Osterloh)
Die deutschen Gegner des Nationalsozialismus und das Münchner Abkommen (Jürgen Zarusky)
Ökonomische Durchdringung der ČSR (Jaromir Balcar)
Die Rolle der Kirchen (Martin Zückert)

Öffentliche Veranstaltung:
Podiumsdiskussion unter Leitung von Horst Möller: „München“ – Geschichte und Symbol

Sektion 4: Implementation II – Konsequenzen in Ostmitteleuropa
Leitung: Oldřich Tůma

Ungarn und der erste Wiener Schiedsspruch (Ignác Romsics)
Polen und die Folgen von München (Stanisław Żerko)
„München“ und die Entstehung der ersten slowakischen Republik (Valerián Bystrický/Michal Schvarc)
Die tschecho-slowakische Republik nach München (Emil Voráček)
Deutschland, Litauen und das Memelgebiet 1938/39 (Joachim Tauber)

Sektion 5: „München“ aus historiographischer Perspektive:
Der „Fall“ Celovsky
Leitung: Peter Haslinger

Der „Fall“ Celovsky (Josef Becker)
Kommentar 1: Deutsche Geschichtsschreibung zu „München“ (Hermann Graml)
Kommentar 2: Tschechische Geschichtsschreibung zu „München“ (Christiane Brenner)

Bilanz und Perspektiven

Zusammenfassender Kommentar I (Helmut Altrichter)
Zusammenfassender Kommentar II (Gustavo Corni)
Schlußdebatte

Kontakt und Anmeldung:

Dr. Jürgen Zarusky
Institut für Zeitgeschichte München–Berlin
Tel.: +49 89 - 12688158
zarusky@ifz-muenchen.de

Dr. Martin Zückert
Collegium Carolinum
Tel.: +49 89 - 55 26 06 0
martin.zueckert@extern.lrz-muenchen.de

Kontakt

Martin Zückert

Collegium Carolinum

martin.zueckert@extern.lrz-muenchen.de


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Deutsch
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