Armut und Fürsorge in der Frühen Neuzeit

Armut und Fürsorge in der Frühen Neuzeit

Veranstalter
Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein - Diakoniewissenschaftliches Institut der Universität Heidelberg - Lehrstuhl für christliche Sozialarbeit der Universiät Olmütz - Sonderforschungsbereich „Fremdheit und Armut“ der Universität Trier - Stadt Buchen
Veranstaltungsort
Altes Rathaus, Buchen
Ort
Buchen
Land
Deutschland
Vom - Bis
09.10.2008 - 11.10.2008
Von
Schmidt, Sebastian

Armut zählt zu den großen Konstanten in der Geschichte, sie übergreift Epochen und Kulturen. Warum sich also damit beschäftigen in einer willkürlich gesetzten Zeit zwischen 1500 und 1800, die doch eher durch Konfessionalisierung, Kriege und Absolutismus gekennzeichnet ist? Die begrenzte Perspektive lohnt sich, denn Armut und vormoderne Staatwerdung gehören eng zusammen: Fürsorge wird zur normierten Aufgabe der Obrigkeit, das religiöse Umdenken ordnet der Obrigkeit die Mittel zur Fürsorge zu. Damit gewinnt diese Obrigkeit an regulativer Bedeutung, wie sie sie nie zuvor besessen hatte.
Die Buchener Tagung der Arbeitgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein gilt interdisziplinär und grenzüberschreitend beidem: den Realitäten von Armut und Krankheit wie den Normen, nach denen in der frühen Neuzeit soziale Schwäche wahrgenommen, gedeutet, begrenzt und gelindert wurde. Die Erfolge von Fürsorge waren z.T. erstaunlich, z.T. gering. Sieger war in jedem Fall der Staat im Gewinn umfassender sozialerzieherischer Kompetenz.
Wie bei allen Tagungen der Arbeitsgemeinschaft steht die gemeinsame Diskussion im Vordergrund. Die Tagung ist öffentlich, eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben (Getränkepauschale: 7 €)

Programm

Donnerstag, 9. Oktober 2008
16:00
Eröffnung
Transformationen des 16. Jahrhunderts
Moderation: Dr. Udo Wennemuth, Karlsruhe
16:30
Prof. Dr. Theodor Strohm, Heidelberg
Armut und Fürsorge in der frühen Neuzeit.
Aufbrüche und Entwicklungen in den Regionen Europas
17:30
Prof. Dr. Heinrich Pompey, Freiburg
Reformierte, lutherische und katholische Prägungsfaktoren
der sozialen Diakonie in der frühen Neuzeit
20:00
Dr. Dorothee Mussgnug, Heidelberg
Kurpfälzische Normen zu Armut und Fürsorge im 16.Jahrhundert
Freitag, 10. Oktober 2008
Umgang mit Krankheit und Armut
Moderation: Dr. Monika Zeilfelder-Löffler, Dilsberg
9:00
Elisabeth Clementz M.A., Straßburg
Aussatz und Leprosorien im Elsaß
10:00
Dr. Kirsten Renate Seelbach, Almersbach
Die Pest am Oberrhein im 17. Jahrhundert -
Verhalten, Abwehr, Besonderheiten

Kaffeepause
11:30
Dr. Annemarie Kinzelbach, München
Armut und Kranksein in der frühneuzeitlichen Stadt.
Oberdeutsche Reichsstädte im Vergleich

Mittagspause
Moderation: Dr. Martin Furtwängler, Karlsruhe
14:00
Prof. Dr. Hans Ammerich, Landau
Armenfürsorge im Hochstift Speyer

Kaffeepause
15:30
Dr. Uri Kaufmann, Heidelberg
Jüdische Fürsorge: die Beerdigungsbruderschaften
16:30
Susanne Hoffmann M.A., Stuttgart
Armut und Krankheit bei Ulrich Bräker
18:00
Empfang der Stadt Buchen
20:00
Abendvortrag
Dr. Helmut Neumaier, Osterburken
Der Umgang mit Armut bei der Bauländer Ritterschaft
Samstag, 11. Oktober 2008
Fürsorge im aufgeklärten Absolutismus
Moderation: Prof. Dr. Konrad Krimm, Karlsruhe
9:00
PD Dr. Frank Konersmann, Bielefeld
"Gute Policey" und Armenversorgung
im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken im 18. Jahrhundert
10:00
Dr. Sebastian Schmidt, Trier
Kloster-Caritas und staatliche Armenfürsorge
in Kurmainz am Ende des Alten Reichs

Kaffeepause
11:30
Prof. Dr. Bernhard Schneider, Trier
Armutdiskurs und Armenfürsorge
in der katholischen Aufklärung, besonders in Vorderösterreich
12:30
Prof. Dr. Theodor Strohm, Heidelberg
Zusammenfassung

Schlussdiskussion

Kontakt

Sebastian Schmidt

Universität Trier
54286 Trier

schmidt3@uni-trier.de

http://www.ag-landeskunde-oberrhein.de/
Redaktion
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Sprach(en) der Veranstaltung
Deutsch
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