Helfer im Verborgenen. Retter jüdischer Menschen in Südwestdeutschland

Helfer im Verborgenen. Retter jüdischer Menschen in Südwestdeutschland

Veranstalter
Haus der Geschichte Baden-Württemberg
Ort
Laupheim (bei Biberach)
Land
Deutschland
Vom - Bis
14.05.2009 - 15.05.2009
Deadline
08.05.2009
Von
Haus der Geschichte Baden-Württemberg/Kommunikation

Warum retteten Menschen in Südwestdeutschland verfolgte Juden vor den Nazis? Welches Risiko gingen die Retter ein? Wie erinnert man angemessen an die südwestdeutschen Beispiele von Zivilcourage? Diese Fragen will das 10. Laupheimer Gespräch am 14. und 15. Mai beantworten. Der Eintritt ist frei.

Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg widmet den Rettern jüdischer Menschen eine eigene Tagung. Schauplatz der Betrachtungen ist Südwestdeutschland. “Für viele während der Nazi-Zeit verfolgte Juden”, weiß Tagungsleiterin Dr. Paula Lutum-Lenger, “stellt der deutsche Südwesten aufgrund seiner liberalen Reputation und vor allem wegen der Grenze zur Schweiz ein mögliches Licht im Dunkeln dar, bei dem zumindest eine kleine Flamme der Hoffnung brannte.”

Auch in Südwestdeutschland gab es Menschen, die ihre Augen vor den Judenverfolgungen in der Nazi-Zeit nicht verschlossen. Aus ganz unterschiedlichen Motiven halfen sie, Juden vor der Ermordung zu retten. In Laupheim wird von Geschichten der “Helfer im Verborgenen” die Rede sein. Zur Sprache kommen beispielhafte Rettungstaten. Dargestellt werden die unterschiedlichen Motive der Helfer und die Risiken, denen sie sich aussetzten. Schließlich soll die Frage beantwortet werden, wie nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Erinnerung an diese Helfer umgegangen worden ist und wie künftig an sie erinnert werden kann. Die Tagung moderieren der New Yorker Redakteur Andreas Mink, der für das Magazin “Aufbau” schreibt, und der Historiker Dr. Stefan Feucht vom Haus der Geschichte, der das Tagungsprogramm erarbeitet hat.

Das Abendprogramm am Donnerstag beginnt mit dem 2006 gezeigten Fernsehfilm “Nicht alle Deutschen waren Mörder”. Den Stoff zu diesem Film liefern die Erinnerungen des Schauspielers Michael Degen. Als Kind musste er in Berlin mit seiner Mutter untertauchen, um der Verschleppung in ein Konzentrationslager zu entgehen. Er ist in dieser Zeit vielen Menschen begegnet, die ihm und seiner Mutter im Verborgenen Überlebenshilfe zukommen ließen. Nach der Filmvorführung spricht Michael Degen mit der Historikerin Dr. Cornelia Hecht vom Haus der Geschichte über seine Kindheitserinnerungen und seine Motivation, ein Buch über die Erinnerungen an die Verfolgung und die Helfer zu schreiben.

Programm

Donnerstag, 14. Mai 2009

V o r t r ä g e

10.00 h
Begrüßung
Michael Assenmacher, 1. Beigeordneter der Stadt Laupheim

Eröffnung
Staatssekretär Dr. Dietrich Birk MdL, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Einführung “Helfer im Verborgenen”
Dr. Paula Lutum-Lenger, Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Moderation: Andreas Mink, “Aufbau”, Zürich

10.30 h
Solidarität und Hilfe - Rettung von Juden vor nationalsozialistischer Verfolgung
Dr. Angelika Königseder, Zentrum für Antisemitismusforschung, FU Berlin

11.15 h
Kaffeepause

11.30 h
Robert Bosch und Hans Walz - Hilfe für Juden
Prof. Dr. Joachim Scholtyseck, Universität Bonn

12.15 h
Mittagspause

14.00 h
Zivilcourage im Ausnahmezustand - Motive der Helfer
Prof. Dr. Harald Welzer, Kulturwissenschaftliches Institut, Universität Essen

14.45 h
Helfer der verfolgten Laupheimer
Rolf Emmerich, Laupheim

15.30 h
Kaffeepause

15.45 h
“Gerechte unter den Völkern” - die Helfer aus Sicht der Geretteten
Dr. h.c. Joel Berger, Landesrabbiner a.D., Stuttgart

16.30 h
Führung durch das Museum zur Geschichte von Christen und Juden im Schloss Großlaupheim

17.30 h
Führung durch das Museum zur Geschichte von Christen und Juden im Schloss Großlaupheim

Möglichkeit zum Abendessen

Donnerstag, 14. Mai 2009

A b e n d v e r a n s t a l t u n g

19.00 h
“Nicht alle waren Mörder” (D 2006)
Film von Jo Maier, nach den Erinnerungen von Michael Degen,
anschließend
Gespräch mit dem Schauspieler und Autor Michael Degen
Moderation: Dr. Cornelia Hecht, Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Freitag, 15. Mai 2009

V o r t r ä g e

Moderation: Dr. Stefan Feucht, Haus der Geschichte Baden-Württemberg

09.00 h
“Stille Retter in Baden”
Dr. Angela Borgstedt, Universität Mannheim

09.45 h
Von Singen in die Schweiz - die Rekonstruktion der Flucht von Jizchak Schwersenz
Film “Rekonstruktion einer Flucht” von Alexander Krause und Peter Peters, D 1987
Prof. Dr. Alfred G. Frei, FH Merseburg

10.45 h
Kaffeepause

11.00 h
“Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen!”
Ein Porträt des Pfarrers und Kirchenmusikers Richard Gölz
Dr. Kurt Oesterle, Tübingen

11.45 h
Erwin Dold - ein KZ-Kommandant als Retter?
Johannes Winter, Frankfurt am Main

12.30 h
Abschluss-Diskussion

12.45 h
Ende der Veranstaltung

Kontakt

Haus der Geschichte Baden-Württemberg
Wolfram Schneider
Urbansplatz 2
70182 Stuttgart
Tel. 0711/2123955


Redaktion
Veröffentlicht am
01.05.2009
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