Frieden durch Demokratie? Genese, Wirkung und Kritik eines Deutungsmusters

Frieden durch Demokratie? Genese, Wirkung und Kritik eines Deutungsmusters

Veranstalter
Arbeitskreis Historische Friedensforschung, in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Heinrich-Böll-Stiftung und mit Unterstützung der Stiftung „die schwelle. Beiträge zur Friedensarbeit
Veranstaltungsort
Europäische Akademie Berlin
Ort
Berlin
Land
Deutschland
Vom - Bis
06.11.2009 - 08.11.2009
Deadline
15.10.2009
Von
Holger Nehring

Der Arbeitskreis Historische Friedensforschung verfolgt mit dieser Tagung das Ziel, anhand historischer Weichenstellungen (Erster und Zweiter Weltkrieg, Ende des Ost-West-Konflikts), der Umsetzung des „Kantischen Projekts“ (Habermas) in Politik nachzugehen. Demokratisch verfasste Handelsstaaten, so Kants Vermutung, entzögen sich aufgrund ihrer Wertvorstellungen und Interessenlagen den „Drangsalen des Krieges“. Die Theorie des Demokratischen Friedens diente 1917 zur Legitimierung des amerikanischen Kriegseintritts und hat auch in der Planung für eine „neue“ Weltordnung nach dem Zweiten Weltkrieg und nicht zuletzt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion eine zentrale Rolle gespielt.

Die Tagung verfolgt nicht das Ziel, die Theorie des Demokratischen Friedens zu verifizieren oder zu falsifizieren. Vielmehr will sie zeigen, wie mittels dieser Theorie Politik gemacht wurde. Insofern dabei die Diskrepanz von Theorie und Praxis immer wieder zur Sprache kommen muss, wird allerdings auch der Theoriegehalt auf den Prüfstand gestellt werden. Zu diesem Zweck wird ein Brückenschlag zwischen historischer und sozialwissenschaftlicher Friedensforschung angestrebt.

Organisatoren: Professor Dr. Jost Dülffer (duelffer@uni-koeln.de) und Professor Dr. Gottfried Niedhart (gottfried@niedharts.de)

Anmeldung für die Tagung bis zum 15. Oktober 2009 bei Dr. Holger Nehring (h.nehring@sheffield.ac.uk).

!!! Bitte beachten: Anmeldung zur Übernachtung separat direkt bei der Europäischen Akademie unter rezeption@eab-berlin.de oder Tel. 030 8959510 !!!

Kosten:
Tagungsgebühr: 100 Euro (inklusive Verpflegung)
Übernachtungskosten: 69 Euro pro Person pro Nacht im Einzelzimmer, 54 Euro pro Person pro Nacht im Doppelzimmer

Programm

Programm

Freitag, 6.11.2009

15.00-18.30 Uhr

Jost Dülffer (Köln), Gottfried Niedhart (Mannheim): Begrüßung und Einführung in das Tagungsthema

Thomas Kater (Leipzig): Am Anfang war Kant… Die Idee des „demokratischen Friedens“

Werner Bührer (München): Unternehmer und „demokratischer Frieden“. Zum Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Interdependenz, Demokratie und Frieden aus der Sicht deutscher Unternehmer

Marianne Zepp (Berlin): Weiblichkeit als politisches Argument. Frauenorganisationen im Übergang zu einer deutschen Nachkriegsfriedensgesellschaft

18.30 Uhr Abendessen

20 Uhr Öffentlicher Abendvortrag: Dieter Senghaas (Bremen): Vom Völkerrecht zum Weltrecht. Zum Zusammenhang von demokratisch verfasster Staatlichkeit und global governance-Arrangements

Samstag, 7.11. 2009

9.00-13.00 Uhr

Gottfried Niedhart (Mannheim): Demokratie und Friedenserwartungen im Epochenjahr 1917

Patrick O. Cohrs (New Haven), A Democratic “Peace to End All Wars”? Amerikanische Ansätze zur Befriedung Europas nach 1918 und Lernprozesse der Weltkriegsepoche

Kaffeepause

Peter Hoeres (Gießen): „Wer Menschheit sagt, will betrügen?“ Die Kritik von rechts am Konzept des „Democratic Peace“ in der Weimarer Republik

Tim B. Müller (Berlin), Frieden durch Demokratie? Intellektuelle im Dienst der US-Regierung. Deutschlandplanungen vom Zweiten Weltkrieg zum Kalten Krieg.

13.00 Uhr Mittagessen / Mittagspause

14.30-19.00
Norbert Götz (Helsiniki): Universeller oder spezieller Frieden? Demokratie als Kriterium für die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen, 1946-1960

Benyamin Neuberger (Tel Aviv): Das Konzept des demokratischen Friedens im israelisch-arabisch/palästinensischen Konflikt 1967-2007
Kaffeepause

Bernd Rother (Berlin), Bekämpfung des Hungers und Demokratisierung. Friedensvorstellungen Willy Brandts für den Nord-Süd-Konflikt von den 1960er bis zu den 1980er Jahren

Helge Pharo (Oslo): The idea of peace by democracy in Norway after World War II

Abendessen

Danach: Mitgliederversammlung des Arbeitskreises Historische Friedensforschung

Sonntag, 8.11.2009

9.00-12.30 Uhr

Volker Depkat (Regensburg): Die Ausbreitung von Demokratie als Friedensprogramm unter der Clinton- und G.W.Bush-Administration

Jonas Wolff (Frankfurt/M): Theorie des Demokratischen Friedens - Politik der internationalen Demokratieförderung. Eine Skizze des Aufschwungs und der Fusion zweier Paradigmen

Kaffeepause

Abschlussdiskussion
Einleitendes Statement: Jost Dülffer

12.30 Uhr Mittagessen
Ende der Tagung

Kontakt

Holger Nehring: h.nehring@sheffield.ac.uk


Redaktion
Veröffentlicht am
23.09.2008
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