Homo Portans - Tragen. Die Faszination des Selbstverständlichen

Homo Portans - Tragen. Die Faszination des Selbstverständlichen

Veranstalter
Historisches Institut der Universität Mannheim; Deutsches Hygiene-Museum Dresden
Veranstaltungsort
Deutsches Hygiene-Museum, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden
Ort
Dresden
Land
Deutschland
Vom - Bis
19.05.2011 - 21.05.2011
Deadline
07.05.2011
Von
Vanessa Wormer

Der moderne Mensch leidet unter chronischer Überlastung, doch trägt er auch mit Leidenschaft: Taschen, Tüten, Hüte, Handys, Kinder, Mäntel, Schmuck, Tatoos und Vieles mehr. Der Mensch trägt, um Dinge von hier nach dort zu transportieren, er trägt Waren zu Markte, er trägt Beute nach Hause, er trägt was ihm wichtig ist, er trägt Gegenstände zu seinem Schutz, er trägt Verantwortung und Schicksal, er trägt die Zeichen seines Standes, er trägt, was er braucht und auch das, was er nicht braucht. Tragen ist Bestandteil unseres Lebens – gleichzeitig Bürde und Last, Bedürfnis und Stütze. All diesen Aspekten widmet sich das Projekt „Homo Portans – Tragen. Die Faszination des Selbstverständlichen“.

Das Projekt ist interdisziplinär und innovativ in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft. Die umfangreichen Aspekte des Tragens sollen später in einer Ausstellung veranschaulicht und durch die künstlerische Auseinandersetzung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Programm

Donnerstag, 19. Mai,

16.00 Uhr Begrüßung / Einführung
- Prof. Klaus Vogel (Direktor Deutsche Hygiene-Museum Dresden)

- Prof. Dr. Annette Kehnel (Geschichte, Universität Mannheim)

16.30 - 18.00 Uhr Homo portans: Grenzgänger zwischen Natur und Kultur
- Die Taschen der Tiere: Einblick in die Evolution des Tragens, Dr. Barbara I. Fruth (Primatenforschung, MPI Leipzig)

- Die Anfänge unserer Kultur - Schmuck und Kleidung tragen: Befunde und Funde aus der jüngeren Altsteinzeit, Sibylle Wolf M.A. (Ältere Urgeschichte, Universität Tübingen)

- Techniken des Tragens aus ethnologischer Sicht, Benedikt Pontzen (Ethnologie, Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies)

19.00 Uhr Öffentlicher Abendvortrag
- Tragen, jagen, wagen: Die Ausbreitung der frühen Menschen, Prof. Dr. Friedemann Schrenk (Paläoanthropologie, Senckenberg Forschungsinstitut, Frankfurt)

Freitag, 20. Mai,

9.00 – 10.30 Uhr Vom Lastenträger zum Reisebegleiter
- „Lastenträger Mensch“ im Mittelalter, Prof. Dr. Sabine von Heusinger (Geschichte, Universität Köln)

- „Gepäckträger Mensch“ in der Alpenregion, Prof. Dr. Karin Fuchs (Geschichts- und Museumsdidaktik, Pädagogische Hochschule Luzern)

- Der Koffer als Reisebegleiter - mehr als nur Gepäck, Dr. Claudia Selheim (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg)

Kaffeepause

11.00 – 12.30 Uhr Tragen macht wichtig
- „Die Bürde des weißen Mannes“: Über das Tragen im europäischen Kolonialismus vom späten 19. Jahrhundert bis zur Dekolonisation, Prof. Dr. Johannes Paulmann (Neuere Geschichte, Mannheim / Oxford)

- Der Papst im Mittelalter als homo portans und homo portatus, Prof. Dr. Agostino Paravicini Bagliani (Geschichte, Universität Lausanne)

- „Gewicht und Bedeutung“, Über die Psychologie des Tragens: Warum wir gewichtige Dinge wichtig finden, Dr. Nils B. Jostmann (Sozialpsychologie, Universität Amsterdam)

Mittagspause

14.00 – 15.30 Uhr Homo portans stiftet Sinn
- Tragen – Sprachliche Dimensionen eines Konzeptes, Dr. Alexander Lasch (Sprachwissenschaft, Universität Kiel)

- Produktnamen als „Werteträger“ (Kommentar), Prof. Dr. Eva Eckkrammer (Sprachwissenschaften, Universität Mannheim)

- Diskussion des Zwischenstandes, Leitung: Prof. Dr. Eva Eckkrammer

Kaffeepause

16.00 – 17.30 Uhr Homo portans in Wissenschaft Öffentlichkeit – Kunst
- Wissenschaft braucht Ideenträger, Prof. Dr. Christian Holtorf (Wissenschaftsforschung und Wissenschaftskommunikation, Hochschule Coburg)

- Die Ikonographie des Homo Portans, Dr. Arie Hartog (Gerhard-Marcks-Haus, Bremen)

- Wissenschaft braucht Perspektivenwechsel. Erfahrungen an den Grenzen zwischen Wissenschaft und Kunst, Anja Schindler (Klotten), Sabine Hack (Eitorf)

ab 18.00 Uhr „So trägt der Mensch“. Von der Ötzikraxe bis zum Lap-Top-Rucksack
- Posterpräsentationen von Masterstudierenden des Historischen Instituts der Universität Mannheim (Studiengang Geschichte: Wissenschaft und Öffentlichkeit), Leitung: Dr. Ulrike Scherzer (Universität Mannheim) in Zusammenarbeit mit Anja Schindler (Klotten)

Samstag, 21. Mai,

9.00 – 10.30 Uhr Tragen als Strafe
- Das Steintragen als Frauenstrafe im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, Dr. Jörg Wettlaufer (Geschichte, Universität Kiel)

- Verweigerte Menschenwürde: Tragen als Strafe im Jahrhundert der Diktaturen, Prof. Dr. Peter Steinbach (Geschichte, Universität Mannheim)

Kaffeepause

11.00 – 12.30 Uhr Tragen lassen: Homo portans portatus auf der Suche nach Entlastung
- Tragen lassen: Tragende Göttinnen, Prof. Dr. Maria Häusl (Theologie, TU Dresden)

- „Der moderne Mensch auf der Suche nach Entlastung“ (Arbeitstitel), Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg (Kultursoziologie, TU Dresden)

- Abschlussdiskussion

Mittagessen

Ca. 13.00 Uhr Ende der Tagung

Kontakt

Ulrike Scherzer

Historisches Institut
Universität Mannheim

ulrike.scherzer@uni-mannheim.de

http://homo-portans.de/