Anthropologie und Kulturpsychologie der Religion(en). Hermeneutiken – Praktiken – Lebensfelder

Anthropologie und Kulturpsychologie der Religion(en). Hermeneutiken – Praktiken – Lebensfelder

Veranstalter
Gesellschaft für Kulturpsychologie; Zentralinstitut »Anthropologie der Religion(en)« (ZAR)
Ort
Erlangen
Land
Deutschland
Vom - Bis
11.09.2011 - 14.09.2011
Deadline
30.04.2011
Von
Lars Allolio-Näcke

Anthropologie und Kulturpsychologie der Religion(en). Hermeneutiken – Praktiken – Lebensfelder

1. Tagung des Zentralinstituts "Anthropologie der Religion(en)"
vom 11. bis 14. September 2011 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen- Nürnberg

Beschreibung der Tagung und Call for Papers

Mit dem Einzug der dritten ›Religion‹ in die academia, stellen sich die Fragen nach der Religion, deren Theologien sowie Menschenbildern noch einmal anders. Dabei meint »Anthropologie der Religion(en)« dreierlei: (1) Anthropologische Fragestellungen im Angesicht der eigenen Begrenztheit zu stellen und zu beantworten, (2) religiöse/theologische Fragestellungen im Angesicht der anderen Religionen zu stellen und zu beantworten, als auch (3) anthropologische und religiöse/theologische Fragestellungen in ihrer wechselseitigen Relation zu untersuchen.

Ad 1) Anthropologie ist eine im Deutschen schillernde Bezeichnung für den Versuch der Beantwortung der sokratischen Frage, »Was denn der Mensch sei«, ohne sie abschließend beantworten zu können. Viele wissenschaftliche Disziplinen haben einen anthropologischen Zweig ausgebildet und forschen zum Menschlichen. Damit tragen breit gestreute Theorien und Methoden (von Naturwissenschaft bis Philosophie) zur Vervielfältigung des Wissens über den Menschen bei, ohne ihn abschließend und festlegend erfassen zu können. Nur der interdisziplinäre Dialog gewährleistet, dass die historische und denkerische Vielfalt im Umgang und im (Selbst- )Verständnis des Menschen potenziell erhalten bleibt und wissenschaftlich wie lebenspraktisch fruchtbar wird. Dieser soll mit der geplanten Tagung anvisiert werden. Hierzu sollen die exemplarischen Felder »Körper und (institutionelle) Verkörperungen«, »Raum (und ihn konstituierende) Praktiken« sowie »Norm, Normativität und Normenwandel« Gesprächsthemen sein. Andere Aspekte menschlicher Vielfalt sind ebenfalls willkommen.

Ad 2) Die Anthropologien der Religionen (die verschiedenen Konfessionen des Christentums, Judentum, Islam) tragen ebenfalls zu einer Vielfalt widerstreitender Menschenbilder bei. Bekenntnisorientierte Anthropologien gehen jedoch über die allgemeine anthropologische Fragestellung hinaus, indem Sie den menschlichen Erkenntnishorizont, wenn schon nicht transzendieren, so zumindest an seinen Grenzen befragen. Sie halten die Möglichkeit Gottes offen, die Kant mit seiner Positionierung zwischen ens rationis (regulative Idee) und nihil negativum (existentes Nichts) ebenfalls für notwendig hielt, um die Fragen des Sittlichen nicht allein im Menschen zu begründen. Deshalb haben – je nach Gottesbild – Religionen auch unterschiedliche Menschenbilder und diese schlagen sich wiederum in unterschiedlichen Vorstellungen und Handlungsanweisungen nieder. Auch hier sollen die drei oben genannten Themenfelder als exemplarische Gegenstände dienen.

Ad 3) Hier stehen die Schnittstellen im Mittelpunkt, an denen sich Religion und Anthropologie überschneiden, sei es im Menschenbild, in Ritualen, Institutionen, Vorstellungen, Moral oder anderen Lebensbereichen. So kann Religion als historisches wie rezentes Beispiel vergleichender anthropologischer Forschung sein als auch reziprok der intertheologische Dialog über das eigene Selbstverständnis, dasjenige im Verhältnis zu einer anderen Religion als auch im Verhältnis von Bekenntnis und Wissenschaft anhand von anthropologischen Phänomenen und Thematiken geführt werden.

Die Tagung soll all die Facetten und Themen im Verhältnis von Anthropologie und Religion(en) ins Auge fassen, die hier angerissen wurden, aber weiterzudenken sind. Erwünscht sind historische wie theoretische Beiträge und Berichte aus der Forschung, welche helfen, das Verständnis des Menschen und des Menschlichen weiter zu erhellen und zu vertiefen Aber nicht nur wissenschaftliche Zugänge sind erwünscht, auch die vielfältige religiöse, künstlerische wie Alltagspraxis können anregen über das Thema Religion und Anthropologie dazu zu sagen hat, nachzudenken.
Eingereicht werden können Beiträge und Poster, aber auch Vorschläge zu Arbeits- und Diskussionsgruppen sowie Workshops.

Wir bitten in jedem Fall um die Zusendung eines Abstracts im Umfang von maximal einer Seite, welches den Tagungsbeitrag inhaltlich und ggf. organisatorisch beschreibt (Titel, Autorinnen und Autoren, Art des Beitrags, gewünschter Zeitrahmen, erforderliche Hilfsmittel zur Visualisierung und Realisierung), bis

30. April 2011 für Einzelbeiträge, 15. Mai für Symposien.

Eine Rückmeldung zur Annahme und zur Form der Realisierung der eingereichten Beitragsidee erfolgt bis Ende Mai! Die Auswahl der Beiträge liegt in der Verantwortung der Tagungsleitung und beauftragter Gutachterinnen und Gutachter. Die Tagung wird gemeinsam mit der Gesellschaft für Kulturpsychologie durchgeführt, die einen eigenen im Anschluss beigefügten Call for Papers zu kultur- und religionspsychologischen Fragestellungen verbreiten wird. Im Tagungsablauf wird es die Trennung in beide Sektionen so nicht geben, Beiträge werden inhaltlich gemeinsam zugeordnet, um interdisziplinär ins Gespräch zu kommen.

Für die Gesellschaft für Kulturpsychologie
Dr. Lars Allolio-Näcke
lan@plattform-anthropologie.de

Für das Zentralinstitut "Anthropologie der Religion(en)" (ZAR)
Prof. Dr. Jürgen van Oorschot
voo@plattform-anthropologie.de

Programm

Kontakt

Dr. Lars Allolio-Näcke
c/o ZAR
Der Geschäftsführer
Kochstraße 6
91054 Erlangen

http://www.zar.uni-erlangen.de/
Redaktion
Veröffentlicht am
28.03.2011
Beiträger