Formen gesellschaftlicher Partizipation in Europa. Prozesse von Inklusion und Exklusion in Politik, Wirtschaft und Kultur (1750 bis 1950)

Formen gesellschaftlicher Partizipation in Europa. Prozesse von Inklusion und Exklusion in Politik, Wirtschaft und Kultur (1750 bis 1950)

Veranstalter
Projekt PARTIZIP, Université du Luxembourg
Ort
Walferdange
Land
Luxembourg
Vom - Bis
09.06.2011 - 11.06.2011
Von
Dr. Wolfgang Alt

Der Workshop fragt nach Formen und Intensitäten gesellschaftlicher Partizipation in West- und Mitteleuropa vom ausgehenden Ancien Régime bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum des Interesses stehen dabei fünf Bevölkerungsgruppen, die nach grundlegenden sozialen Merkmalen ausgewählt wurden: Frauen, Bauern, Industriearbeiter, Juden und Migranten. Der Workshop verfolgt interdisziplinär Entwicklungen gesellschaftlicher Partizipation in den Dimensionen Politik, Wirtschaft und Kultur, wobei Entwicklungen sozialer Ungleichheit besonders beachtet und unter anderem mit Hilfe des Konzepts sozialer Inklusion/Exklusion analysiert werden.

Die erste Sektion der Tagung untersucht die politische Dimension gesellschaftlicher Partizipation der genannten Bevölkerungsgruppen. Im Zentrum stehen hier Fragen der politischen Repräsentation, der Frauenemanzipation, der politischen Partizipation der ländlichen Gesellschaft, der Entwicklung der Staatsaufgaben im Kontext der Verfassungsgeschichte, die Rolle von Monarchen bei der Nationsbildung sowie die politische Partizipation der jüdischen Minderheit in Luxemburg und anderen europäischen Staaten. Die zweite Sektion analysiert die wirtschaftliche Teilhabe der fünf Bevölkerungsgruppen. Sie untersucht antisemitische Stereotypen zur wirtschaftlichen Bedeutung der Juden in Luxemburg und die Rolle ländlicher Eliten bei der Agrarmodernisierung des 18. und 19. Jahrhunderts, die Landwirtschaftspolitik als Instrument nationalstaatlicher Inklusion anhand der Beispiele Spanien und Luxemburg sowie die gesellschaftliche Partizipation von Eisenhüttenarbeitern in Luxemburg und Deutschland. Die dritte Sektion behandelt die kulturelle Ebene gesellschaftlicher Partizipation. Sie untersucht das Partizipationspotential von Grundrechten, die Mehrfachdiskriminierung von Frauen im Zusammenhang der luxemburgischen Nationsbildung, jüdische Erziehung in der Slowakei, die gesellschaftliche Partizipation weiblicher Angehöriger der luxemburgischen Oberschicht im 19. Jahrhundert und schließlich den Zusammenhang von Sprache und Nationsbildung in der Schweiz.

Praktische Hinweise:
Die Teilnahme ist kostenlos.
Die Konferenzsprachen sind Deutsch, Französisch und Englisch.

Die Tagung findet im Saal Vygotzky im Zentralgebäude der Universität Luxemburg auf dem Campus in Walferdange statt.

Kontakt und Wegbeschreibung:
Die Gemeinde Walferdange liegt etwa 8 km nördlich der Stadt Luxemburg (Informationen unter: http://walferdange.lu). Vom Hauptbahnhof Luxemburg-Stadt ist Walferdange mit dem Zug in Richtung Mersch erreichbar.

Projekt:
Nationenbildung und Demokratie: die Auseinandersetzung um Partizipation in Luxemburg von der Französischen Revolution bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs (1789 – 1940)

Universität Luxemburg
Fakultät für Sprachwissenschaften und Literatur, Geisteswissenschaften, Kunst und Erziehungswissenschaften
Campus Walferdange
Route de Diekirch
L-7201 Walferdange

Kontakt:
Prof. Dr. Norbert Franz
bât. X, 1.05 (IPSE Gebäude)
Tel.: 00352-466644-9675
E-Mail: norbert.franz@uni.lu / wolfgang.alt@uni.lu
Information: http://partizip.uni.lu

Programm

Donnerstag, den 9.6.2011

17.30 Uhr Ankunft der Teilnehmenden

18.00 Uhr
Prof. Dr. Jean-Paul Lehners (Universität Luxemburg), Einführung und Begrüßung der Teilnehmenden

18.15 Uhr
Prof. Dr. Michel Margue (Universität Luxemburg), Dekan der Fakultät FLHASE der Universität Luxemburg, Grußwort

18.30 Uhr
Prof. Dr. Winfried Thaa (Universität Trier), Vernunftphantasien. Zu vermeintlichen Auflösungen des Spannungsverhältnisses von Universalismus und Partikularismus im demokratischen Nationalstaat

Freitag, den 10.6.2011

Sektion I: Politische Partizipation

8.45 Uhr Begrüßung

9.00 Uhr
Michel Dormal, M.A. (Universität Luxemburg), Proportionen des Volkes: Der Wandel im Verhältnis von politischer Repräsentation und Nation am Beispiel Luxemburgs (1841-1939)

9.45 Uhr
Dr. Peter Moser (Archiv für Agrargeschichte (AfA) (Bern), Zwischen Integration und Ausgrenzung: Bäuerinnen im politischen System der Schweiz und der Republik Irland 1914-1950

10.30 Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr
Prof. Dr. Norbert Franz (Universität Luxemburg), Verfassung und Staatsaufgaben in Luxemburg unter liberalen Vorzeichen 1840-1913

11.45 Uhr
Dr. Wolfgang Alt (Universität Luxemburg), Bild und Funktion der Monarchen in Luxemburg und den Niederlanden (1890-1940)

12.30 Uhr
Renée Wagener, M.A. (Universität Luxemburg), Politische Partizipation der Juden in Luxemburg im europäischen Zusammenhang

13.15 Uhr Mittagspause

Sektion II: Wirtschaftliche Partizipation

14.45 Uhr
Stéphanie Mathieu, M.A. (Universität Luxemburg), Antisemitische Stereotypen zur wirtschaftlichen Bedeutung der Juden in der luxemburgischen Presse an der Wende zum 20. Jahrhundert

15.30 Uhr
Dominik Trauth (Universität Luxemburg), Die landwirtschaftlichen Organisationen in Luxemburg und ihre Bedeutung für die Modernisierung des Agrarsektors und der ländlichen Gesellschaft

16.15. Uhr Kaffeepause

16.45 Uhr
Prof. Dr. Gloria Sanz-Lafuente (Universität Pamplona), Politische und wirtschaftliche Inklusion und Exklusion in der spanischen Agrargenossenschaftsbewegung, 1900-1935

Samstag, den 11.6.2011

8.45 Uhr Begrüßung

9.00 Uhr
Fabian Trinkaus (Universität Luxemburg), Gesellschaftliche Partizipation von Hüttenarbeitern: Saarland und Luxemburg im historischen Vergleich

Sektion III: Kulturelle Partizipation

9.45 Uhr
Prof. Dr. Jean-Paul Lehners (Universität Luxemburg), Die Dimensionen der Partizipation und der Grundrechte in den luxemburgischen Verfassungen des 20. und 21. Jahrhunderts

10.30 Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr
Heike Mauer (M.A., Universität Luxemburg), Geschlechterverhältnisse intersektional: Die Reglementierung der Prostitution in Luxemburg (1900-1920) als „Regieren der Bevölkerung“

11.45 Uhr
Simona Malà, M.A. (Universität Olmütz), Jüdisches Schulwesen in der Westslowakei am Beispiel des Rabbiners Marek Haberfeld und des Privatunterrichts jüdischer Kinder

12.30 Uhr
Josiane Weber (Centre national de littérature, Mersch), Kulturelle Partizipation von Frauen der Oberschicht in Luxemburg im 19. Jahrhundert

13.15 Uhr Mittagspause

14.45 Uhr
Dr. Norbert Furrer (Universität Bern), Mundarten - „Pöbel-“ oder „Volkssprache“: Zwei gesellschaftspolitische Modelle in der Schweiz des 18. und 19. Jahrhunderts

15.30 Uhr Schlussdiskussion
Leitung Prof. Dr. Jean-Paul Lehners (Universität Luxemburg)

Kontakt

Wolfgang Alt

2, route de Diekirch, L-7220 Walferdange
(+352) 46 66 44 9677
(+352) 46 66 44 6513

wolfgang.alt@uni.lu

http://partizip.uni.lu
Redaktion
Veröffentlicht am
07.06.2011
Beiträger
Klassifikation
Region(en)
Weitere Informationen

Land Veranstaltung
Sprache Veranstaltung