Der Immerwährende Reichstag im 18. Jahrhundert: Bilanz, Neuansätze und Perspektiven der Forschung

Der Immerwährende Reichstag im 18. Jahrhundert: Bilanz, Neuansätze und Perspektiven der Forschung

Veranstalter
Prof. Dr. Arno Strohmeyer, apl. Prof. Dr. Michael Rohrschneider, Universität Salzburg, Fachbereich Geschichte
Ort
Salzburg
Land
Austria
Vom - Bis
23.09.2011 -
Deadline
15.09.2011
Von
Rohrschneider, Michael

Die Erforschung des Immerwährenden Reichstags hat in den letzten beiden Jahrzehnten substanzielle Fortschritte gemacht. Vor dem Hintergrund der Neubewertung des Alten Reiches durch die jüngere Forschung, die im Unterschied zu der an macht-, national- und anstaltsstaatlichen Vorstellungen orientierten Historiographie älterer Prägung zu einem deutlich positiveren Urteil über dessen politischen Strukturen gelangt ist, wird inzwischen auch die rechts- und friedenswahrende Kraft des Immerwährenden Reichstags in ihrer vollen Tragweite erkannt. Wichtige Impulse gingen dabei insbesondere von den in den frühen 1990er Jahren erschienenen Monographien von Anton Schindling und Karl Härter aus, die tiefe Einblicke in die politischen Mechanismen dieser Institution ermöglichen. Erfreulicherweise ist die Forschung seitdem sehr darum bemüht, die Verdikte früherer Zeiten zu korrigieren und die Bedeutung des Geschehens in Regensburg angemessen einzuordnen. Gerade in den letzten Jahren haben sich dabei in vielerlei Hinsicht Forschungsansätze ergeben, die ein "neues" Bild des "alten" Reichstags zeichnen. Hierzu zählen zum Beispiel Einflüsse der kulturalistischen Wende, kommunikationsgeschichtliche und prosopographische Ansätze, Untersuchungen zu den beiden konfessionellen Corpora oder auch Fragen der internationalen Wahrnehmung des Reichstagsgeschehens. Dies alles darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die diesbezügliche Forschung noch deutliche Defizite aufweist. Denn in vielen Fragen zum Reichstag im 18. Jahrhundert ist man nach wie vor auf die älteren monographischen Darstellungen aus der Schule des Bonner Historikers Max Braubach angewiesen, die ungeachtet ihrer Verdienste für Fragestellungen der jüngeren Forschung nicht mehr ausreichen. Vor diesem Hintergrund möchte der Workshop in dreierlei Hinsicht Akzente setzen: Zum einen geht es darum, zu einer kritischen Bilanz und Bestandsaufnahme der bisherigen Forschung zu gelangen; zum anderen sollen die Ergebnisse und innovativen Neuansätze aus jüngerer Zeit diskutiert werden; und zum dritten gilt es, Perspektiven künftiger Forschung aufzuzeigen.

Programm

9.30-9.45 Uhr
Arno Strohmeyer (Salzburg)
Begrüßung

I. Der Immerwährende Reichstag als Gegenstand der neueren Forschung

9.45-10.30 Uhr
Maximilian Lanzinner (Bonn)
Arbeitsfelder und Forschungsfragen zum Immerwährenden Reichstag

10.30-11.15 Uhr
Karl Härter (Darmstadt/Frankfurt am Main)
Der Immerwährende Reichstag (1663-1806) in der jüngeren Historiographie (20./21. Jahrhundert)

11.15-11.45 Uhr
Kaffeepause

II. Der Immerwährende Reichstag im 18. Jahrhundert: Neuere Ansätze der Forschung

11.45-12.30 Uhr
Susanne Friedrich (München)
Der Kurier des Kardinals. Abgefangene Briefe vor dem Hintergrund der Kommunikationsgeschichte des Immerwährenden Reichstags

12.30-13.15 Uhr
André Krischer (Münster)
Reichsstädte und Reichstag im 18. Jahrhundert. Befunde aus Bremen und Hamburg

13.15-14.15 Uhr
Mittagspause

14.15-15.00 Uhr
Michael Rohrschneider (Köln/Salzburg)
Strukturgegebenheiten und Vernetzungen der Reichstagsgesandtschaften Franz' I. und Maria Theresias (1745-1763): Ein Problemaufriss

15.00-15.45 Uhr
Lupold von Lehsten (Bensheim)
Möglichkeiten und Grenzen prosopographischer Forschungen zum Immerwährenden Reichstag im 18. Jahrhundert

15.45-16.15 Uhr
Kaffeepause

III. Zur Außenwahrnehmung und zu den auswärtigen Gesandtschaften des Immerwährenden Reichstags im 18. Jahrhundert: Das Beispiel Frankreich

16.15-17.00 Uhr
Guido Braun (Bonn)
Der Immerwährende Reichstag aus französischer Sicht in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts

17.00-17.45 Uhr
Sven Externbrink (Marburg/Heidelberg)
Nach der "Diplomatischen Revolution". Funktion und Aufgaben der französischen Reichstagsgesandtschaft 1756-1786

17.45-18.30 Uhr
Michael Kaiser (Köln)
Kommentar und Schlussdiskussion

18.30 Uhr
Abschluss der Tagung

Kontakt

Stephanie Kaiser

Universität Salzburg, Fachbereich Geschichte, Rudolfskai 42, A-5020 Salzburg

0043(0)662/80444739

stephanie-christina.kaiser2@sbg.ac.at


Redaktion
Veröffentlicht am
23.08.2011