Vor 25 Jahren: Der Ostblock vor dem Zusammenbruch

Vor 25 Jahren: Der Ostblock vor dem Zusammenbruch

Veranstalter
Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst; Gedenkstätte Berliner Mauer; Institut für Zeitgeschichte, München-Berlin; Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung, Graz-Wien
Veranstaltungsort
Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße 119, 13355 Berlin
Ort
Berlin
Land
Deutschland
Vom - Bis
31.05.2012 - 02.06.2012
Von
Peter Ruggenthaler, Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung

Vor 25 Jahren, 1987, konnte niemand ahnen, dass der "Ostblock" nicht mehr lange existieren würde und sich am Ende sogar die Sowjetunion auflösen würde. Doch im „Ostblock“ taten sich bereits erste Risse auf. Die Menschen erhofften sich vom neuen Mann im Kreml, Michail Gorbatschow, grundlegende Reformen und damit ein besseres Leben.
1987 war ein ereignisreiches Jahr: US-Präsident Ronald Reagan besuchte Berlin und rief vor dem Brandenburger Tor Gorbatschow auf, die Mauer niederzureißen. Die deutsch-deutsche Annäherung erreichte mit dem Besuch Honeckers bei Helmut Kohl einen Höhepunkt. Papst Johannes Paul begab sich auf eine historische Reise in seine Heimat und begeisterte die Polen. In Rumänien kam es zu Unruhen. In Moskau schrillten angesichts der katastrophalen wirtschaftlichen Lage die Alarmglocken. Selbst Steinzeitkommunisten wie der bulgarische KP-Chef Schiwkow schienen den Ernst der Lage zu erkennen und dachten über Wirtschaftsreformen nach. Doch die in Gorbatschow gesetzten Hoffnungen auf einen Wandel wurden vielfach enttäuscht (wie etwa bei seinem Besuch in der Tschechoslowakei).

Auf einer internationalen Konferenz analysieren Experten die Hintergründe und beleuchten, was sich damals hinter den Kulissen wirklich abspielte: in Moskau, Washington, Ost-Berlin, Bonn, Paris und London sowie in den anderen „Ostblockstaaten“.

Gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Programm

Donnerstag, 31. Mai 2012

16.00 Uhr: Eröffnung

Maria Nooke (Gedenkstätte Berliner Mauer)

Jörg Morré (Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst)

Udo Wengst (Institut für Zeitgeschichte München – Berlin)

Stefan Karner (Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung Graz – Wien)

16.15–17.30 Uhr: Panel 1 – Perestrojka damals und heute

Perestrojka aus sowjetischer Sicht (Boris Chavkin, Russische Staatliche Geisteswissenschaftliche Universität, Moskau)

Perestrojka aus amerikanischer Sicht (Mark Kramer, Harvard University)

Chair: Stefan Karner, Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung, Graz – Wien

Freitag, 1. Juni 2012

9.00–10.45 Uhr: Panel 2 – Die gebrannten Kinder

Die ČSSR 1987 – Hoffnungen auf Gorbatschow (Oldřich Tůma, Tschechische Akademie der Wissenschaften, Prag)

Ungarn 1987 (Csaba Békés, Cold War Research Center, Budapest)

DDR 1987 – „Von der Sowjetunion lernen ...“ (Maria Nooke, Gedenkstätte Berliner Mauer)
Chair: Ol’ga Pavlenko

Russische Staatliche Geisteswissenschaftliche Universität, Moskau

10.45–11.15 Uhr: Kaffeepause

11.15–12.30 Uhr: Panel 3 – Steinzeitkommunismus im Südosten?

Todor Živkovs Systemtransformationsversuch in Bulgarien 1987 (Iskra Baeva, Kliment Ohrid-Universität Sofia)

Entbehrung, Diktatur und die Unruhen in Braşov (Mark Kramer, Harvard University)

Chair: Viktor Iščenko

Russische Akademie der Wissenschaften, Moskau

12.30–14.00 Uhr: Mittagspause

14.00–16.00 Uhr: Panel 4 – Staatsbesuche mit Folgen

Reagan in Berlin (Günter Bischof, University New Orleans)

Honecker in Bonn (Manfred Wilke, Berlin)

Papstbesuch in Polen (Bogdan Musial, Kardinal-Stefan-Wyszynski-Universität Warschau)

Chair: Barbara Stelzl-Marx

Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung, Graz – Wien

16.00–16.30 Uhr: Kaffeepause

16.30–18.30 Uhr: Panel 5 – Seismograph Moskau?

Reaktionen in Moskau (Michail Prozumenščikov, Russisches Staatsarchiv für Zeitgeschichte)

Krisensitzungen in Moskau: die KPdSU und die osteuropäischen kommunistischen Parteien 1987 (Peter Ruggenthaler, Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung Graz – Wien)

Gorbatschow und die deutsche Frage (Andreas Hilger, Universität Hamburg)

Chair: Aleksandr Bezborodov, Russische Staatliche Geisteswissenschaftliche Universität, Moskau

Samstag, 2. Juni 2012

9.00–10.30 Uhr: Panel 6 – Der Westen schweigt?

Thatcher und die deutsche Frage (Anne Deighton, Oxford University)

Mitterrand und Kohl (Georges-Henri Soutou, Université Sorbonne)

Chair: Gerhard Wettig

10.30–11.00 Uhr: Kaffeepause

11.00–12.30 Uhr: Panel 7 – Öffentliche Reaktionen in beiden deutschen Staaten und Frankreich

Die Deutschen und Gorbatschow (Hermann Wentker, Institut für Zeitgeschichte, München – Berlin)

Die Franzosen und Gorbatschow (Christian Wenkel, LMU München)

Chair: Udo Wengst, Institut für Zeitgeschichte, München – Berlin

12.30–13.00 Uhr: Abschlussdiskussion

Moderation: Stefan Karner

Diskutanten: Helmut Altrichter (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), Günter Bischof (University New Orleans), Manfred Wilke

Kontakt

Kontakt / Anmeldung
Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst
Vinzenz Stampf - Zwieseler Straße 4 - 10318 Berlin
Email: kontakt@museum-karlshorst.de
Tel.: +49 (0)30 - 501 508-55
Um eine verbindliche Anmeldung wird aufgrund der begrenzten
Teilnehmerzahl gebeten. Der Eintritt ist frei.

http://www.bik.ac.at
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