Heimkehr nach Deutschland? Die Zuwanderung von Aussiedlern 1950 bis heute

Heimkehr nach Deutschland? Die Zuwanderung von Aussiedlern 1950 bis heute

Veranstalter
Projekt Museum Friedland
Veranstaltungsort
Grenzdurchgangslager Friedland, Heimkehrerstraße 18, 37133 Friedland, Haus 4
Ort
Friedland
Land
Deutschland
Vom - Bis
09.10.2012 -
Von
Pieper, Katrin

Von 1950 bis heute wanderten mehr als 4,5 Millionen Aussiedler in die Bundesrepublik Deutschland ein. Ihre Zuwanderungsgeschichte beginnt mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges als Fluchtbewegung und Zwangsmigration. Das Bundesvertriebenengesetz von 1953 prägte die Bezeichnung „Aussiedler“ für Angehörige deutscher oder deutschstämmiger Minderheiten, die aus Osteuropa dauerhaft in die Bundesrepublik Deutschland ausreisten.

In Bezug auf die politische, wirtschaftliche und soziale Integration der Aussiedler wird zumeist von einer Erfolgsgeschichte ausgegangen. Doch der Sozialwissenschaftler Paul Lüttinger sprach schon 1986 vom „Mythos der schnellen Integration“. Auch wenn Aussiedler im Gegensatz zu anderen Migranten über Privilegien verfügten, lebten sie sich oft nicht problemlos in die bundesrepublikanische Gesellschaft ein. Oft ist ihr Neubeginn vielmehr die Geschichte eines mühsamen Neuanfangs, der von sozialen Brüchen, von Fremdsein und Gefühlen des Ausgeschlossenseins gekennzeichnet war und ist.

Nach den großen Zuwanderungswellen Anfang der 90er Jahre (jährlich fast 400.000) kommen derzeit nur noch wenige Tausend Spätaussiedler im Jahr nach Deutschland. Wie erleben sie ihre Zuwanderungsgeschichte, die Migrationserfahrung und ihr neues Leben in Deutschland? Haben Aussiedler und Spätaussiedler in Deutschland Fuß gefasst? Wie erfolgte die Aufnahme durch die deutsche Gesellschaft, welche Konflikte gab und gibt es? Vor dem Hintergrund solcher Fragen wird die Veranstaltung multiperspektivisch eigene und fremde Identitätsverhandlungen und -zuweisungen in den Blick nehmen.

Die Tagung „Heimkehr nach Deutschland?“ bildet den Auftakt der Reihe „Friedländer Gespräche“. Diese wird im Dialog mit Experten, Multiplikatoren und weiteren Interessierten und im Blick auf ein zukünftiges Museum Friedland thematische Facetten des historischen Ortes und der geplanten Dauerausstellung vertiefen.

Programm

10.00-10.30
Ankunft

10.30
Begrüßung im Seminarraum, R 126

Moderation: Prof. Dr. Matthias Weber, Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa

I. Aussiedlerzuwanderung als Migrationsgeschichte

10.30-11.00
Apl. Prof. Dr. Jochen Oltmer, Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien, Universität Osnabrück

Aussiedlermigration: Ausreise, Aufnahme, Integration

11.00-11.30
Dr. Alfred Eisfeld, Nordost-Institut, Universität Hamburg

Heimkehr nach Deutschland: Von der „Rettung von Stalins Gefangenen” bis „Das Tor bleibt offen”

11.30-12.00
Dr. Jan Schneider, Forschungsbereich beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration

Aussiedler, Gastarbeiter, Asylbewerber – (Un-)Gleichzeitigkeiten bundesdeutscher Migrationsgeschichte

12.00-12.30
Diskussion

12.30-13.30
Mittagessen

13.30-14.30
Thematische Rundgänge über das Gelände des Grenzdurchgangslagers

II. Perspektiven auf Integration, Ausschluss und Identität

14.30-15.00
Dr. Jannis Panagiotidis, European University Institute Florenz
Wer ist deutsch? „Homeland Migration“ von Juden und Russlanddeutschen aus der Sowjetunion nach Deutschland

15.00-15.30
Dr. Irene Tröster, Migrationssoziologin

„Hier bleiben wir die Russen.“ Zum Integrationsverständnis Russlanddeutscher

15.30-16.00
Norbert Schilmöller, Leiter Familienbüro der Stadt Cloppenburg

Mit-, neben- und gegeneinander: Fallbeispiel Cloppenburg

16.00-16.30
Abschlussdiskussion

16.30 – 16.45
Uwe Schünemann, Nds. Minister für Inneres und Sport

Grußwort und Ausblick

Kontakt

Katrin Pieper
Die Exponauten
katrin.pieper@web.de

Anmeldungen bis zum 8.10.2012 per Mail an:
mona.budnik@mi.niedersachsen.de

http://www.museum-friedland.de
Redaktion
Veröffentlicht am
Beiträger
Klassifikation
Epoche(n)
Region(en)
Weitere Informationen
Land Veranstaltung
Sprach(en) der Veranstaltung
Deutsch
Sprache der Ankündigung