Transregionalität der Kult(ur)regionen. Bayern – Böhmen – Schlesien zur Zeit der Gegenreformation

Transregionalität der Kult(ur)regionen. Bayern – Böhmen – Schlesien zur Zeit der Gegenreformation

Veranstalter
Institut für ostdeutsche Kirchen- und Kulturgeschichte e.V., Regensburg
Veranstaltungsort
Tepl/Teplá (Tschechien), Hotel Kloster Tepl
Ort
Tepl/Teplá
Land
Czech Republic
Vom - Bis
05.08.2013 - 08.08.2013
Deadline
08.04.2013
Von
Dr. Werner Chrobak

Die bayerisch-böhmisch-schlesische Transfer- und Kontaktregion ist nach den Prozessen der Konfessionalisierung geprägt von einer engen wechselseitigen Beziehung von Religion und Kunst. Die Zeit der Gegenreformation schlägt sich als Zeit der katholischen Dominanz in Abgrenzung zum Protestantismus in besonderer Weise in der Pflege und Etablierung von Heiligenkulten sowie in der spezifischen Kunstproduktion nieder, die in der Schaffung von Kirchenbauten und deren Ausstattungen ihren produktivsten Niederschlag fand.

Die Konferenz verfolgt einen in Bezug auf die Regional-, Kirchen- und Kunstgeschichte komparatistischen Ansatz, der die Bereiche der Kult(ur)vermittlung auf verschiedenen Ebenen sowie des Kunst- und Kulturtransfers berührt. Von Interesse sind die Transfer-, Vermittlungs- und Rezeptionsprozesse und – im Sinne der Netzwerkforschung – die Motivationen und Motivatoren und ihre Impuls gebende Bedeutung für die Kunst- und Kulturgeschichte.

Der regionale Fokus der Tagung liegt entsprechend der Zusammensetzung des Instituts auf dem Gebiet des gemeinsamen kulturellen Erbes von Tschechen, Polen und Deutschen. Neben thematischen Vorträgen (Redezeit max. 30 Min.) bietet eine Informationsbörse ein Forum zur Vorstellung aktuell laufender Forschungsprojekte zur Kultur- und Kirchengeschichte.

Themenschwerpunkte sind:
- Heiligenkulte in der Barockzeit. Tradition und Innovation
- Architektur und Kirchengeschichte. Die Zeit der Gegenreformation als Hochphase der Profan- und Sakralarchitektur
- Kulturtransfer und Künstlerwanderung in der zweiten Hälfte des 17. und ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts

Geplant ist eine Tagesexkursion nach Manetin/Manětín, Maria Teinitz/Mariánská Týnice, Kloster Plaß/Plasy und Kloster Kladrau/Kladruby.

Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Vorgesehen ist eine Publikation der Tagungsergebnisse in der vom Institut für ostdeutsche Kirchen- und Kulturgeschichte e.V. herausgegebenen Schriftenreihe.

Die Tagung wird von Dr. Marco Bogade (Oldenburg) moderiert. Die Teilnahmegebühr beträgt 180,- € für Normalteilnehmer, für Studierende 90,- €. In der Teilnahmegebühr sind die Übernachtungen mit Vollpension (mit Ausnahme der Tischgetränke) enthalten. Wegen erheblicher Mittelkürzungen im Institutsetat kann Fahrtkostenersatz nicht gewährt werden. Falls es die Teilnehmerzahl erfordert, ist mit Unterbringung in Doppelzimmern zu rechnen. Die Teilnehmer reisen selbständig und eigenverantwortlich – mit Pkw, Bahn/Bus – an. Pkw-Parkplätze am Tagungshaus stehen in beschränkter Anzahl zur Verfügung. Die Zahl der Teilnehmer ist auf 40 beschränkt, eine rasche Anmeldung ist daher ratsam. Wichtig: Die Durchführung der Tagung steht unter dem Vorbehalt der Förderung durch einen Zuschussgeber. Sobald die Durchführung gesichert ist, erhalten Sie von uns eine Bestätigung Ihrer Anmeldung.

Programm

Montag, den 5. August 2013

bis 18.00 Uhr Anreise

18.00 Uhr Abendessen

19.00 Uhr Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden des Instituts Msgr. Dr. Paul Mai (Regensburg)

19.15 Uhr Dr. Marco Bogade (Oldenburg): Einführung in die Tagung

20.00 Uhr Dr. Rainer Bendel (Tübingen): Die Gegenreformation in Bayern – Böhmen – Schlesien. Vergleichende Grundstrukturen und Abläufe

Dienstag, den 6. August 2013

HEILIGENKULTE IN DER BAROCKZEIT – TRADITION UND INNOVATION

9.00 Uhr Dr. Petr Kubin (Prag/Praha): Sel. Hroznata, Patron von Tepl/Teplá

9.45 Uhr Dr. Damien Tricoire (Halle): ‚Sklave sein heißt herrschen’: Marienpatronat und Staatskonstruktion im Mitteleuropa der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts

10.30 Uhr Pause

10.45 Uhr Dr. Jan Kilián (Pilsen/Plzeň): Von Luther zur Mutter Gottes. Religionswandel, Heiligenkulte und Wunder im Osterzgebirge im 17. Jahrhundert

11.30 Uhr Dr. Małgorzata Wyrzykowska (Breslau/Wrocław): The cult of saints of the House of Habsburg in Silesian Baroque art – on selected examples

ARCHITEKTUR UND KIRCHENGESCHICHTE – DIE ZEIT DER GEGEN-REFORMATION ALS HOCHPHASE DER PROFAN- UND SAKRAL-ARCHITEKTUR

13.15 Uhr Prof. Dr. Jan Royt (Prag/Praha): Zur Ikonografie der böhmischen Landespatrone

14.00 Uhr Lenka Stolárová, M.A. (Prag/Praha): Der Maler Karel Škréta im Kontext des Kunst- und Kulturtransfers in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts

14.45 Uhr Aurelia Zduńczyk, M.A. (Breslau/Wrocław): Schlesische Mariensäulen als Zeugnis der Zeit der Gegenreformation und der transregionalen Verbreitung eines Typus sakraler Freilichtdenkmäler

15.30 Uhr Kaffeepause

16.00 Uhr Dr. Julia Fischer (Freiburg): Barocke Bildprogramme als Ausdruck des katholischen Selbstverständnisses am Beispiel der Fresken Cosmas Damian Asams (1686–1739)

16.45 Uhr Dr. Mario Feuerbach (Eltville): Kloster Osegg/Osek und die Wallfahrtskirche Maria Ratschitz / Mariánské Radčice

20.00 Uhr Film: Häuser des Herrn. Kirchengeschichte aus Niederschlesien (Deutschland 2010, Regie: Ute Badura)

Mittwoch, den 7. August 2013

Ganztägige Exkursion
9.00 Uhr Abfahrt: Manetin/Manětín (Barockschloss, Barbarakirche, Dreifaltigkeitssäule) – Maria Teinitz/Mariánská Týnice (ehem. Propstei der Zisterzienserabtei Plaß, barocke Wallfahrtskirche, Propsteigebäude) – Kloster Plaß/Plasy (ehem. Zisterzienserabtei, Kirche Maria Himmelfahrt, Prälatur, Konventbau, Bernhardikapelle) – Kloster Kladrau/Kladruby (ehem. Benediktinerkloster, Klosterkirche)

Donnerstag, den 8. August 2013
9.00 Uhr Madleine Skarda, lic. phil. (Zürich): Die Barockgotik Santini-Aichls im Kontext nationaler böhmischer Architektur um 1700

9.45 Uhr Daniela Štěrbová, Mgr. Ing. (Prag/Praha): „Joch für Joch“ – der Weg zur böhmischen Wandpfeilerhalle

10.30 Uhr Kaffeepause

INFOBÖRSE

10:45 Uhr Dr. Matthias Donath (Dresden): Grenz- und Zufluchtskirchen in Schlesien

11:00 Uhr Katharina Mann, M.A. (Köln): Polonia – eine Nationalallegorie als Erinnerungsort in der polnischen Malerei des 19. Jahrhunderts

11.15 Uhr Generaldiskussion

12.15 Uhr Mittagessen

ab 13.00 Uhr Abreise

Kontakt

Dr. Werner Chrobak Institut für ostdeutsche Kirchen- und Kulturgeschichte

St. Petersweg 11-13, 93047 Regensburg

wchrobak.biblio@bistum-regensburg.de


Redaktion
Veröffentlicht am
17.03.2013
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