Systemzwang und Akteurswissen. Zum Wandel gesellschaftlichen Wandels

Systemzwang und Akteurswissen. Zum Wandel gesellschaftlichen Wandels

Veranstalter
Institut für Soziologie der Universität Leipzig gemeinsam mit dem Kolleg „Postwachstumsgesellschaften“ an der Friedrich-Schiller Universität Jena
Veranstaltungsort
Universität Leipzig, Neuer Senatssaal, Ritterstraße 26, 04109 Leipzig
Ort
Leipzig
Land
Deutschland
Vom - Bis
14.06.2013 - 15.06.2013
Von
Thilo Fehmel

Die gegenwärtigen modernen Gesellschaften sind Krisengesellschaften. Das jedenfalls ist der Eindruck, der sich einstellt, wenn man aktuelle Krisendiskurse soziologisch beobachtet.

Krisen sind wahrgenommene Gefährdungen eines institutionalisierten Handlungsrahmens. Wer aus soziologischer Perspektive Krisen verstehen will, der muss sich ihnen also handlungstheoretisch annähern. So wird der Blick frei auf das Spannungsverhältnis zwischen strukturellen Zwängen und individuellen Handlungsmöglichkeiten. Dieses Spannungsverhältnis ist ein Charakteristikum der Moderne generell. Mit zunehmender Modernisierung von Gesellschaften und der Abwendung von traditionalen Handlungsbegründungen dehnen sich die Möglichkeitsräume individueller Entscheidungs- und Handlungsautonomie aus, zugleich treten dadurch aber neue Anpassungserfordernisse der Systemstabilität und -integration zu Tage.

Auf der Tagung soll diese Dynamik zwischen Mikroebene (Handlungsautonomie) und Makroebene (Systemrelevanz) beleuchtet werden. Anliegen der Tagung ist es, die gegenwärtig als durchgreifend und intensiv wahrgenommenen Krisenphänomene durch Einordnung in den größeren Rahmen von Evolution und Reflexivität, Konflikt und Integration sowie Krise und Kritik soziologisch handhabbar zu machen.

Programm

Freitag, 14. Juni 2013

14.30 - 15.00
Begrüßung und Eröffnung

I. Evolution und Reflexivität

15.00 - 15.30
Günter Dux (Universität Freiburg): Die Entwicklung der Soziologie in der Evolution der Weltbilder

15.30 - 16.00
Ulrich Bröckling (Universität Freiburg): Von der Planung zur Prävention

16.00 - 16.15 Diskussion

16.15 - 16.30 Kaffeepause

16.30 - 17.00
Sighard Neckel (Universität Frankfurt / Main): Emotionale Reflexivität und Paradoxien der Emotionalisierung

17.00 - 17.30
Gerda Bohmann (Wirtschaftsuniversität Wien): Säkularisierung – Resakralisierung – Postsäkularismus?

17.30 - 18.00 Diskussion

Sonnabend, 15. Juni 2013

II. Konflikt und Integration

09.30 - 10.00
Thilo Fehmel (Universität Leipzig): Konflikte 1. und 2. Ordnung

10.00 - 10.30
Maurizio Bach (Universität Passau): Europäische Integration und Konflikttheorie

10.30 - 10.45 Diskussion

10.45 - 11.00 Kaffeepause

11.00 - 11.30
Uwe Schimank (Universität Bremen): Funktionalismus als Akteurswissen

11.30 - 12.00
Hans-Georg Soeffner (KWI Essen): Strukturelle Zwänge und kleine Freiheiten. Die soziologische Beobachtung alltäglicher Emanzipation

12.00 - 12.30 Diskussion

12.30 - 14.00 Mittagessen

III. Krise und Kritik

14.00 - 14.30
Jenny Preunkert (Universität Leipzig): Pfadbruch? Die Eurokrise und ihre institutionellen sowie sozialen Folgen

14.30 - 15.00
Harry Dahms (University of Tennessee, Knoxville): Die Vitalität der Kritischen Theorie

15.00 - 15.15 Diskussion

15.15 - 15.30 Kaffeepause

15.30 - 16.00
Stephan Lessenich (Universität Jena): Akteurszwang und Systemwissen. Das Elend der Wachstumsgesellschaft

16.00 - 16.30
Bob Jessop (Lancaster University): Criticizing society today. Practice and theory

16.30 - 17.00
Georg Vobruba (Universität Leipzig): Autonomiegewinne und Gesellschaftskritik. Von der Kritischen Theorie zur Soziologie der Kritik

17.00 - 18.00 Abschließende Diskussion

Kontakt

Thilo Fehmel

Institut für Soziologie der Universität Leipzig
Beethovenstraße 15, 04107 Leipzig
0049 (0)341 9735 661

fehmel@sozio.uni-leipzig.de

http://www.uni-leipzig.de/leus/
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Land Veranstaltung
Sprach(en) der Veranstaltung
Deutsch
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