"Fragen - Antworten - Fragen". ZeitzeugInnen und biografische Ansätze in der Vermittlung von DDR-Geschichte

"Fragen - Antworten - Fragen". ZeitzeugInnen und biografische Ansätze in der Vermittlung von DDR-Geschichte

Veranstalter
Bildungswerk der Humanistischen Union
Ort
Weimar / Berlin
Land
Deutschland
Vom - Bis
16.10.2013 - 17.10.2013
Deadline
15.09.2013
Von
Katja Schütze, Politisch und historisch-politische Erwachsenen- und Jugendbildung, Bildungswerk der Humanistischen Union NRW e.V.

Pädagogische Arbeit mit Biografien und Zeitzeugen ist ins Zentrum der Vermittlung von DDR- und deutsch-deutscher Geschichte gerückt. Kein anderer methodisch-didaktischer Zugang wird vergleichbar intensiv als verlebendigende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit geschätzt und genutzt. Insbesondere die Erwar-tungen an Zeitzeugengespräche sind bei allen am Lernprozess Beteiligten sehr hoch. Voraussetzungen und Begrenzungen solcher Arbeit werden nicht immer mitreflektiert; kurzgriffige Verständnisse des Lernens aus und mit Biografien sind noch immer weit verbreitet. Gerichtet sind die Fortbildungen an Multiplikatoren der Geschichtsarbeit im außerschulischen und schulischen Bereich, Lehrerinnen und Lehrer und an bürgerschaftlich Engagierte aus Geschichtswerkstätten, Archiven u. ä. Wir laden zu zwei Workshops ein, in denen verschiedene Arten von Biografie- und Zeitzeugenarbeit angeeignet, erprobt und diskutiert werden sollen. Die Veranstaltungen können auch einzeln besucht werden.

Im ersten Workshop („Lebensgeschichten reflektieren und diskutieren“) wird es um beispielhafte Arbeitsvorschläge, Vertiefungen und Materialien für die pädagogische Arbeit gehen, u.a. mit einer Einführung in das Perspektivische Schreiben zur DDR-Geschichte und mit der Vorstellung eines biografischen „Geschichtskoffers“ .

Die zweite Veranstaltung („Lebensgeschichten erheben, nutzen und deuten“ in Berlin, 11. und 12.11.2013) führt ein in ‚Grundlinien‘ von Zeitzeugen- und Biografieprojekten, d.h. die Teilnehmenden können sich mit theoretischen Ansätzen und dem praktisch fragenden Vorgehen vertraut machen. Dazu gehören Interviews und biografische Kommunika¬tion sowie der interpretierende Umgang mit beidem.

Programm

WORKSHOP I
LEBENSGESCHICHTEN REFLEKTIEREN UND DISKUTIEREN
16. Oktober 2013
13.00 Uhr Ankunft, Einchecken
13.15 Uhr Imbiss
13.45-14.30 Uhr Einführung und Vorstellung des Programms, der Teilnehmenden und ihrer Arbeitsbereiche sowie des Teams
14.30-15.00 Uhr Biografisch orientierte Vermittlungsarbeit zwischen Nüchternheit und Aura – erste Thesen
15.00-15.30 Uhr Pause
15.30-17.00 Uhr Der Geschichtskoffer „Jugenderfahrungen BRD-DDR“ – Konzeption und Arbeitsvorschläge
17.00-17.15 Uhr Pause
17.15-18.45 Uhr Erprobung von Materialien (zwei Biografien) aus dem Geschichtskoffer und Reflexion zu den Themen „Authentizität“, Wahrheit“ und zum Ost-West-Vergleich
18.45-19.45 Uhr Abendessen
19.45-21.00 Uhr „Hinter der Mauer. Ein ganz normales Leben in der DDR?“ Film von Mary Fulbrook und Diskussion

17. Oktober
9.00-10.30 Uhr Perspektivisches Schreiben zur DDR-Geschichte – eine Einführung
10.30-10.45 Uhr Pause
10.45-12.30 Uhr Kleingruppenarbeit zu drei Schreibszenarien aus der DDR-Geschichte,
anschl. gemeinsame Diskussion von Ergebnissen und Methode
12.30-13.30 Uhr Mittagessen
13.30-14.30 Uhr Biografische Zeugnisse und andere Quellen – Ansätze zu Quellenvergleich und –kritik in der Bildungsarbeit
14.30-15.00 Uhr Gibt es „gute Zeitzeugen – schlechte Zeitzeugen“?
15.00-15.30 Uhr Welche Ziele verbinden wir mit Zeitzeugenarbeit? Wie viel Ergebnisoffenheit ist in der zeitgeschichtlichen Bildungsarbeit möglich? Auswertung und Seminarkritik

Leitung und Moderation: Dr. Heidi Behrens, Dr. Norbert Reichling –
Tagungsstätte: Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar, Jenaer Str. 2/4, 99425 Weimar

WORKSHOP II (11. und 12. November 2013 in Berlin)
LEBENSGESCHICHTEN ERHEBEN, NUTZEN UND DEUTEN
11. November 2013
12.30 Uhr Ankunft, Einchecken
12.45 Uhr Imbiss
13.30-13.45 Uhr Einführung und Vorstellung des Leitungs-/Moderationsteams
13.45-14.45 Uhr Vorstellung der Teilnehmenden und ihrer Arbeitsbereiche – Zur Bedeutung von Biografien und lebensgeschichtlichen Erzählungen in der eigenen Arbeit
14.45-15.00 Uhr „Kleine Geschichte der Oral History“
15.00-15.30 Uhr Pause
15.30-17.00 Uhr Wie „funktionieren“ biografische Erzählungen und biografische Kommunikation?
17.00-17.15 Uhr Pause
17.15-18.45 Uhr Impulse für lebensgeschichtliches Erzählen -Erinnerungsorte und Biografien - Generationentransfer und Familienerzählungen
18.45-19.45 Uhr Abendessen
19.45-21.00 Uhr Internetressourcen zum Thema „DDR-Zeitzeugen“ und Diskussion

12. November 2013
9.00-10.30 Uhr Analyse von Zeitzeugen-Dokumenten: Erinnerungen an Gewalt und Repression: Ein Grenzfall für Oral History? - Erzählungen über Alltag und Lebenswelt = Diktaturverharmlosung?
10.30-10.45 Uhr Pause
10.45-12.00 Uhr Interviews – Technik und Ethik der Gesprächsführung
12.00-13.00 Uhr Mittagessen
13.00-14.30 Uhr Deutungen und Konstruktion von Lebensgeschichten. Eine exemplarische Interpretationswerkstatt (in Arbeitsgruppen) oder Live-Interview mit einem Zeitzeugen der deutschen Teilung und Auswertung
14.30-15.00 Uhr Europäische Erfahrungen – welche neuen Fragen stellen sich bei grenzüberschreitender Bildungs- und Geschichtsarbeit?
15.00-15.30 Uhr Wer soll was lernen? Zielgruppen und Kompetenzen – Zur Spezifik biografisch orientierter Geschichts- und Bildungsarbeit. Auswertung und Seminarkritik

Leitung und Moderation: Dr. Heidi Behrens, Dr. Norbert Reichling
Tagungsstätte: Art-Hotel Charlottenburger Hof, Berlin-Charlottenburg, Stuttgarter Platz 14

Kontakt

Norbert Reichling

Bildungswerk der HU NRW

0201 227982

norbert.reichling@hu-bildungswerk.de


Redaktion
Veröffentlicht am
01.08.2013
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