Residenzstädte der Vormoderne. Umrisse eines europäischen Phänomens

Residenzstädte der Vormoderne. Umrisse eines europäischen Phänomens

Veranstalter
Projekt „Residenzstädte im Alten Reich (1300-1800). Urbanität im integrativen und konkurrierenden Beziehungsgefüge von Herrschaft und Gemeinde“, Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
Veranstaltungsort
Kunsthalle
Ort
Kiel
Land
Deutschland
Vom - Bis
13.09.2014 - 16.09.2014
Von
Jan Hirschbiegel

Seit 2012 wird unter der Ägide der Göttinger Akademie der Wissenschaften das Projekt „Residenzstädte im Alten Reich (1300-1800). Urbanität im integrativen und konkurrierenden Beziehungsgefüge von Herrschaft und Gemeinde“ durchgeführt. Untersucht werden an den Residenzstädten der Vormoderne die Beziehungen zwischen den spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Formen fürstlicher Herrschaft und höfischer Soziabilitäten auf der einen, dem Agieren städtischer Gemeinden und Gruppen auf der anderen Seite. Der Blick richtet sich damit in umfassender Weise auf die politischen, sozialen, ökonomischen und kulturellen Verknüpfungen sowie deren Manifestationen und Repräsentationen in dynastisch-herrschaft-lichen Zentral- und Hauptorten. Im Mittelpunkt steht die langfristige Beobachtung komple-mentärer wie konkurrierender Verhältnisse zwischen Stadt und Fürst, Gemeinde und Hof, zumeist unter den Bedingungen mittlerer und ganz besonders kleinerer und kleinster urbaner Formationen. Zu den Anliegen des Vorhabens gehört die fruchtbare Verbindung der Stadt- und Urbanisierungsgeschichte mit der Hof- und Residenzenforschung (zur weiteren Informa-tion vgl.
http://adw-goe.de/forschung/forschungsprojekte-akademienprogramm/residenzstaedte/).

Das erste Symposium des neuen Projekts will dessen Gegenstand europäisch-vergleichend umreißen, indem exemplarische inhaltliche Sondierungen und unterschiedliche fachliche Per-spektiven zusammengeführt werden. Beides wird im Tagungsprogramm in sechs Feldern auf-gegriffen, die je für sich ausschnitthaft verschiedene inhaltliche, methodische und disziplinäre Aspekte verbinden: Unter den Stichworten Politik, Gesellschaft, Religion, Wirtschaft, Wissen und Materialität sollen Annäherungen an das Phänomen der vormodernen Residenzstädte er-folgen, um so den aktuellen Stand der Forschung aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu sichten und zugleich Impulse für die zukünftige Forschung zu geben. Grundlage dafür ist auch und gerade das Gespräch zwischen den Fachdisziplinen, von der Wirtschaftsgeschichte bis zur Kunstgeschichte, von der Kirchengeschichte bis zur Literaturwissenschaft, ebenso zwischen Mediävistik und Frühneuzeitforschung, all das im regionenübergreifenden und internationalen Rahmen.

Programm

Samstag, 13. September

Öffentlicher Abendvortrag

Werner Paravicini (Kiel), Der Ehrenwein. Stadt, Adel und Herrschaft im Zeichen einer Geste

Empfang

Sonntag, 14. September: Exkursion

Ganztägig: Panker, Plön, Eutin

Montag, 15. September

9:00 Begrüßungen
9:15 (Kommissionsvorsitzender), Zum Gegenstand. Das neue Projekt

POLITIK – Moderation: Wolfgang Neugebauer (Berlin)

10:00 Roman Czaja (Toruń), Residenzstädte in ostmitteleuropäischen Ländern zwischen komunalen Ansprüchen und herrschaftlicher Präsenz
10:30 Gerrit Jasper Schenk (Darmstadt/Heidelberg), Formen politischer Kommunikation
11:00 Eva-Bettina Krems (Münster), Stadt und Hof: Varianten dynastischer Repräsentation um 1700

11:30 Diskussion

12:00 Freies Mittagessen

GESELLSCHAFT – Moderation: Andreas Ranft (Halle)

14:00 Mark Hengerer (München), Körper und Kommunikation. Ein gesellschaftstheorischer Blick auf Residenzstädte der Vormoderne
14:30 Ursula Braasch-Schwersmann (Marburg), Städte und Residenzen in Hessen. Perspektiven zur Erforschung gesellschaftlicher Verhältnisse an ausgewählten Beispielen
15:00 Katrin Keller (Wien), Funktion und Struktur. Residenzstädte und ihre sozialen Strukturen nach 1650

15:30 Diskussion

16:00 Pause

RELIGION – Moderation: Enno Bünz (Leipzig)

16:30 Klaus Unterburger (Regensburg), Forschungsprobleme einer Religionsgeschichte der europäischen Residenzstädte in Spätmittelalter und Früher Neuzeit
17:00 Oliver Auge (Kiel), Die Kirche in der Residenzstadt (bis 1800) – Stand und Perspektiven der Forschung

17:30 Diskussion

Freies Abendessen

21.00 Sitzung der Leitungskommission

Dienstag, 16. September

WIRTSCHAFT – Moderation: Wim Blockmans (Leiden)

9:00 Thomas Ertl (Wien), Hofwirtschaft in der Stadt. Wirtschaftliche Wechselwirkungen in spätmittelalterlichen Residenzstädten
9:30 Markus A. Denzel (Leipzig), Residenzstädte als Wirtschaftszentren in der Frühneuzeit
10:00 Jean-Luc Fray (Clermont-Ferrand), Wirtschaftliche Beziehungen zwischen Hof und Stadt während des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Ein historiographischer Überblick durch die französischsprachige Geschichtsschreibung der letzten zwanzig Jahre

10:30 Diskussion

11:00 Pause

WISSEN – Moderation: Timo Reuvekamp-Felber (Kiel)

11:30 Bernhard Jahn (Hamburg), Problematische Kommunikation zwischen Stadt und Hof in der Literatur um 1600
12:00 Volker Honemann (Berlin), Neue Medien für die Stadt: Einblattdrucke, Flugblätter und Flugschriften im 15. und 16. Jahrhundert. Zu kommunikativer Leistung und Funktion
12:30 Klaus Conermann (Leipzig/Wolfenbüttel), Die Fruchtbringende Gesellschaft in einem Netzwerk von Akademien? Über gelehrte Gesellschaft und höfische Conversazione

13:00 Diskussion

13:30 Freies Mittagessen

MATERIALITÄT – Moderation: Krista De Jonge (Leuven)
15:30 Jens Fachbach (Trier), Scheinriesen – Der Hofkünstler. Plädoyer für einen neuen Blick auf einen vermeintlich vertrauten Begriff
16:00 Konrad A. Ottenheym (Utrecht), Den Haag als Residenzstadt der Oranier: Hof und höfische Stadtwohnungen im 17. Jahrhundert
16:30 Martina Stercken (Zürich), Städte im Kartenbild. Kartographische Vermittlung politischer Verhältnisse

17:00 Diskussion

17:30 Pause

18:00 Zusammenfassung: Gabriel Zeilinger (Kiel)

Kontakt

PD Dr. Jan Hirschbiegel

Projekt „Residenzstädte im Alten Reich (1300-1800)“ -- Arbeitsstelle Kiel
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel -- Historisches Seminar -- Olshausenstr. 40 -- D-24098 Kiel
0431 - 880 - 1484
0431 - 880 - 1524

Hirschbiegel@email.uni-kiel.de

http://adw-goe.de/forschung/forschungsprojekte-akademienprogramm/residenzstaedte/
Redaktion
Veröffentlicht am
26.01.2014
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