Ritter Runkel in seiner Zeit. Mittelalter und Zeitgeschichte im Spiegel eines Geschichtscomics

Ritter Runkel in seiner Zeit. Mittelalter und Zeitgeschichte im Spiegel eines Geschichtscomics

Veranstalter
Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Historisches Seminar, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Eric Wagner
Veranstaltungsort
Johannisstr. 4, 48143 Münster, Großer Übungsraum des Exzellenzclusters (JO 101)
Ort
Münster
Land
Deutschland
Vom - Bis
28.05.2015 - 29.05.2015
Deadline
22.05.2015
Von
Wagner, Wolfgang Eric

Die Comic-Serie über den verspäteten Kreuzfahrer Ritter Heino Runkel von Rübenstein erschien von 1964 bis 1969 in der DDR als fünfte Hauptserie der Zeitschrift „MOSAIK von Hannes Hegen“. Obwohl Ritter Runkel und seine Begleiter, die Digedags, „nur“ Comic-Figuren sind, waren ihr Namen in der DDR nahezu für jedermann ein Begriff. Sie standen für anspruchsvolle Unterhaltung im Comic-Format. Im Jahr 1955 von Johannes Hegenbarth (1925-2014) al. „Hannes Hegen“ erdacht und ins Leben gerufen, erschien das MOSAIK bis 1975 in insgesamt 223 Heften mit einer Auflage von bis zu 660.000 Exemplaren pro Heft und genoss Generationen übergreifend Popularität. Das MOSAIK ist zwar in den letzten Jahren mehrfach zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen gemacht worden, doch ging es dabei in erster Linie um den historischen Entstehungskontext dieses Geschichtscomics, die Wechselbeziehung seiner Zeichner und Texter mit der politischen Geschichte der DDR und den Einfluss von Bild- und Textvorlagen auf seine inhaltliche Gestaltung. Der Versuch, das MOSAIK selbst als historische Quelle für die Vermittlung von Geschichtsbildern und die Prägung von Geschichtsbewusstsein zu betrachten, ist hingegen bislang nur sporadisch unternommen worden. Das gilt insbesondere für die Serie über Ritter Runkel.
Mit dem Titel der Tagung – „Ritter Runkel in seiner Zeit“ – sind also zwei Zeitebenen angesprochen: das Mittelalter und die Zeitgeschichte. Das Anliegen besteht darin, den potentiellen Beitrag der Runkel-Serie im MOSAIK zur Ausprägung des Geschichtsbewusstseins mehrerer Generationen vorwiegend Ost-, aber auch Westdeutscher auszuloten und zu hinterfragen. Denn die Runkel-Serie wurde und wird auch nach der Wende weiterhin gedruckt.

Programm

Donnerstag, 28. Mai 2015

14.00-14.30 Uhr

WOLFGANG ERIC WAGNER, Münster
Begrüßung und Einführung

14.30-15.00 Uhr

THOMAS KRAMER, Berlin
Zwischen Malerei, Film, Comic und Abenteuerbuch. Bild- und Textquellen der Runkel-Serie als Stilensemble

15.00-15.30 Uhr

WOLFGANG HUSCHNER, Leipzig
Genua – Pisa – Venedig. Runkel und die Digedags in den rivalisierenden Handelsmetropolen

15.45-16.00 Uhr

KAFFEEPAUSE

16.00-16.30 Uhr

ERNST MÜNCH, Rostock
Historische Realität zwischen Ausblendung und Anachronismus. Zum Mittelalterbild der Ritter-Runkel-Serie im Mosaik

16.30-17.00 Uhr

MICHAEL GRÜNBART, Münster
Reisen bildet und verbildet – mit den Digedags ans Goldene Horn

17.00-17.30

WOLFRAM DREWS, Münster
Zwischen "Türkenschreck" und türkischem Honig. Zum Orientbild in der Runkel-Serie

19.00 Uhr

GEMEINSAMES ABENDESSEN

Freitag, 29. Mai 2015

9.00-9.30 Uhr

MARIO NIEMANN, Rostock
„Mittel zur Zerstörung der nationalen Kultur“. Der Kampf gegen die „Schmutz- und Schund-Literatur“ in der DDR in den fünfziger Jahren

9.30-10.00 Uhr

MICHAEL F. SCHOLZ, Visby/Schweden
Wissensvermittlung – „und nicht so viel Klamauk“ – das MOSAIK von Hannes Hegen zwischen Anpassung und Selbstbehauptung

10.15-10.30 Uhr

KAFFEEPAUSE

10.30-11.00 Uhr

REINER GRÜNBERG, Biere
Auf den Spuren Ritter Runkels in Venedig

11.00-11.30 Uhr

WOLFGANG ERIC WAGNER, Münster
Hadubrand der Verkalkte trifft Admiral Totalo Flauti im Kastell Peripheria. Das Spiel mit fiktiven Personen-, Tier- und Ortsnamen in der Runkel-Serie

11.45-12.45 Uhr

FRANZ-JOSEF HOLZNAGEL, Rostock
Kommentar

SCHLUSSDISKUSSION

Umrahmt wird die Tagung von den Schautafeln der Wanderausstellung "ATZE und MOSAIK. Geschichte und Politik zwischen 1914 und 1989 in DDR-Comics" von DR. THOMAS KRAMER.

Im Tagungssaal stehen in begrenztem Umfang Plätze zur Verfügung. Die Teilnahme ist kostenlos. Nähere Informationen und Anmeldungen bis zum 22. Mai bitte bei Wolfgang Eric Wagner (wolfgang-eric.wagner@uni-muenster.de).

Die Tagung wird von der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung gefördert.

Kontakt

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Eric Wagner

Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Historisches Seminar
Domplatz 20-22, 48143 Münster

+251 – 83 23212

wolfgang-eric.wagner@uni-muenster.de