Den Nationalsozialismus ausstellen - Welche Zukunft hat Erinnerung?

Den Nationalsozialismus ausstellen - Welche Zukunft hat Erinnerung?

Veranstalter
Dr. Ulrike Haerendel, Evangelische Akademie Tutzing; Dr. Andreas Heusler, Stadtarchiv München; Prof. Dr. Edgar Wolfrum, Lehrstuhl für Zeitgeschichte, Universität Heidelberg
Veranstaltungsort
Evangelische Akademie Tutzing
Ort
Tutzing
Land
Deutschland
Vom - Bis
07.10.2016 - 09.10.2016
Deadline
23.09.2016
Von
Dr. Ulrike Haerendel

Zwischen Gedenkstätten und Museen haben sich Dokumentationszentren als eigene Ausstellungskategorie zur Geschichte des Nationalsozialismus etabliert. Sie dokumentieren Aufstieg und Herrschaft des NS-Regimes, aber auch Alltag, Krieg und Verfolgung. Dabei wird ein erklärend-nüchterner Ansatz gesucht, der das Verstehen befördern soll und durchaus auch als präventives Instrument gegen Extremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit verstanden werden kann.

Unterschiedlich gehen die Dokumentationszentren an die Verwirklichung ihres Auftrags zur historischen Aufklärung über den Nationalsozialismus heran: Manche verzichten ganz auf dreidimensionale Objekte und Originaldokumente. Die Unterstützung durch mediale und interaktive Möglichkeiten ist verschieden ausgeprägt. Unterschiedlich werden auch die lokalen und regionalen Kontexte eingebunden. Manches Mal legt der Ort, an dem das Dokumentationszentrum sich befindet, von vornherein den Schwerpunkt nahe – meistens handelt es sich um „Täterorte“ wie in München, am Obersalzberg oder im Haus der Wannseekonferenz.

In der Tagung werden sechs Dokumentationszentren vorgestellt, die zu den wichtigsten in Deutschland gehören. Nicht zu den Häusern gehörige Expertinnen und Experten schildern ihren Blick auf die Einrichtungen und laden zur Diskussion ein. In weiteren Tagungseinheiten stehen grundsätzliche Fragen der Wissensvermittlung im Bereich NS-Geschichte und der gegenwärtigen und zukünftigen Erinnerungskultur auf dem Programm.

Wir laden Sie herzlich in die Evangelische Akademie Tutzing ein zu einer Tagung, die nach dem heutigen und künftigen Umgang mit dem „negativen Eigentum“ (Jean Améry) fragt.

Programm

Freitag, 7. Oktober 2016

Anreise ab 16.30 Uhr

18.00 Uhr Beginn der Tagung mit dem Abendessen

19.00 Uhr Begrüßung
Dr. UIrike Haerendel und Dr. Andreas Heusler

19.30 Uhr Deutsche und italienische Erinnerungskultur im Vergleich
Prof. Dr. Christian Jansen, Historiker, Universität Trier

21.00 Uhr Gespräche in den Salons

Samstag, 8. Oktober 2016

07.45 Uhr Morgenimpuls

08.00 Uhr Frühstück

09.00 Uhr Die Stadt als Palimpsest – Topographien und Materialitäten des Erinnerns
Dr. Julia Binder, Stadtsoziologin und Kulturwissenschaftlerin, Berlin

09.30 Uhr Vom Täterort zum Dokumentationszentrum. Topographie des Terrors in Berlin
PD Dr. Ernst Piper, Historiker, Privatdozent Universität Potsdam

10.00 Uhr NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
Prof. Dr. Stefanie Endlich, Freiberufliche Publizistin, Universität der Künste Berlin

10.30 Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr Haus der Wannseekonferenz, Berlin
Dr. Christl Wickert, Freiberufliche Historikerin und Politologin, Zernien

11.30 Uhr Diskussion zu den Beiträgen des Vormittags

12.30 Uhr Mittagessen

14.00 Uhr Herausforderungen für den Geschichtsunterricht – Neue Wege bei der schulischen Vermittlung der Geschichte des Nationalsozialismus?
Prof. Dr. Ulrich Baumgärtner, Geschichtslehrer und Geschichtsdidaktiker Karlsgymnasium München

14.30 Uhr Dokumentation Obersalzberg
PD Dr. Heidemarie Uhl, Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien

15.00 Uhr Kaffeepause

15.30 Uhr Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg
Elisabeth Angermair, M.A., Historikerin, Stadtarchiv München

16.00 Uhr Zwischen analog und digital – der Geschichtsdiskurs im Internetzeitalter
Dr. Stephan Kellner, Bayerische Staatsbibliothek, München

16.30 Uhr Diskussion zu den Beiträgen des Nachmittags

17.15 Uhr Kurze Pause

17.30 Uhr München zieht nach: Das neue NS-Dokumentationszentrum
Prof. Dr. Götz Aly, Historiker, Berlin

18.30 Uhr Abendessen

20.00 Uhr Geschichtsvermittlung für alle – historisch-politische Bildungsarbeit in der Migrationsgesellschaft
Prof. Dr. Astrid Messerschmidt, Bergische Universität Wuppertal

21.30 Uhr Gespräche in den Salons

Sonntag, 9. Oktober 2016

08.00 Uhr Frühstück

08.45 Uhr Morgenandacht in der Schlosskapelle

09.15 Uhr Welche Zukunft hat Erinnerung? Vom künftigen Umgang mit dem Nationalsozialismus im öffentlichen Raum
Podiumsdiskussion
Moderation: Prof. Dr. Edgar Wolfrum, Universität Heidelberg

Prof. Michaela Meliàn, Hochschule für bildende Künste (HfbK), Hamburg
Prof. Dr. Merith Niehuss, Präsidentin der Universität der Bundeswehr München
Prof. Dr. Thomas Sandkühler, Humboldt-Universität zu Berlin
Dr. Martin Schmidl, Vizepräsident, Akademie der Bildenden Künste München

10.45 Uhr Pause

11.00 Uhr Erinnerungsarbeit: Feedback aus den Dokumentations zentren

12.00 Uhr Tagungsbeobachtung // Schlusswort
Dr. Sylvia Necker, Dokumentation Obersalzberg am Institut für Zeitgeschichte München

12.30 Uhr Ende der Tagung mit dem Mittagessen

Kontakt

Rita Niedermaier

Evangelische Akademie Tutzing
Schloss-Straße 2+4 / 82327 Tutzing
08158 251-128
08158 99 64 28
niedermaier@ev-akademie-tutzing.de

http://www.ev-akademie-tutzing.de/veranstaltung/den-nationalsozialismus-ausstellen/
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Sprach(en) der Veranstaltung
Deutsch
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