Nahtoderfahrungen in interdisziplinärer Perspektive

Nahtoderfahrungen in interdisziplinärer Perspektive

Veranstalter
Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
Ort
Greifswald
Land
Deutschland
Vom - Bis
06.10.2016 - 08.10.2016
Von
Stephanie Gripentrog

An „Nahtoderfahrungen“ scheiden sich die Geister. Unter dem Begriff werden Erlebnisse von Menschen subsummiert, die lebensbedrohliche Situationen durchlebt haben oder bereits für klinisch tot erklärt wurden. Dass es dazu kultur- und religionsübergreifend eine nahezu unüberschaubare Fülle entsprechender Erfahrungsberichte gibt, ist unstrittig. Strittig ist jedoch, wie sie wissenschaftlich erklärt werden können.
Nahtoderfahrungen regen dabei besonders zur Diskussion über unterschiedliche Arten von Grenzen an. In der jeweils individuellen Wahrnehmung und retrospektiven Beschreibung der Betroffenen etwa betrifft das vor allem die Grenze zwischen Leben und Tod. Darüber hinaus findet in der Debatte über Nahtoderfahrungen eine zweite Grenzfrage mit langer Geschichte ihre Fortsetzung: die nach dem Verhältnis von Körper und Bewusstsein.
Andererseits stehen hier aber auch die Grenzen zwischen verschiedenen Wissenschaften und ihren Zugängen zum Thema zur Diskussion: angefangen von der Psychologie und der Neurologie über die Soziologie bis hin zur Religionswissenschaft und zur Theologie. Nicht zuletzt steht mit den Nahtoderfahrungen die bleibend umstrittene Grenze zwischen Wissenschaft und Religion wieder zur Disposition.
Es ist daher das Ziel dieser Tagung, diese unterschiedlichen Arten von „Grenzarbeiten“ auf Grundlage einer fundierten und multiperspektivischen Beschreibung von Nahtoderfahrungen zum Gegenstand einer interdisziplinären und internationalen Diskussion zu machen. Besonderer Fokus liegt dabei auf religionsbezogenen Fragestellungen.

Wissenschaftliche Leitung und Veranstalter:
Stephanie Gripentrog (Greifswald), Enno Edzard Popkes (Kiel), Jens Kugele (Gießen)

Programm

Donnerstag, 6. Oktober 2016

9.00 Uhr – 9.30 Uhr
Begrüßung und Einführung durch die wissenschaftliche Leitung des Alfred Krupp Wissenschaftskollegs und die TagungsleiterInnen

Block 1: Kartierung eines Forschungsfeldes

9.30 Uhr – 10.15 Uhr
Wie ist es, tot zu sein? Nahtoderfahrungen, die Autonomie des Bewusstseins und die Unsterblichkeit der Seele
Jens Schlieter (Bern)

10.15 Uhr – 11.00 Uhr
„Nahtoderfahrungen” – Ein wissenschaftliches Mysterienspiel heute
Dieter Vaitl (Gießen)

11.00 Uhr – 11.30 Uhr
Kaffeepause

11.30 Uhr – 12.15 Uhr
Nahtoderfahrungen und ihre Folgen für Betroffene
Ina Schmied-Knittel (Freiburg / Br.)

12.15 Uhr – 13.00 Uhr
If I stay. Zur filmischen Rezeption von Nahtoderfahrungen
Roland Rosenstock (Greifswald)

13.00 Uhr – 14.30 Uhr
Mittagspause

14.30 Uhr – 15.00 Uhr
Diskussion zu Block 1
ReferentInnen und Plenum

Block 2: Disziplinenspezifische Zugänge

15.00 Uhr – 15.45 Uhr
Die kommunikative Konstruktion der Nahtoderfahrung
Hubert Knoblauch (Berlin)

15.45 Uhr – 16.30 Uhr
Neurologisch-medizinische Modellvorstellungen und ihre Grenzen
Wilfried Kuhn (Bochum / Schweinfurt)

16.30 Uhr – 17.00 Uhr
Kaffeepause

17.00 Uhr – 17.45 Uhr
Close to Death in the 19th-century Occult
Wouter J. Hanegraaff (Amsterdam)

19.00 Uhr
Öffentlicher Abendvortrag
Endloses Bewusstsein. Neue medizinische Fakten zur Nahtoderfahrung
Pim van Lommel (Arnheim)
Moderation: Stephanie Gripentrog
(Greifswald)
anschließend: Empfang

Freitag, 7. Oktober 2016

9.00 Uhr – 9.45 Uhr
Systematisch-religionswissenschaftliche Zugangsperspektiven
Birgit Heller (Wien)

9.45 Uhr – 10.30 Uhr
Nahtoderfahrungen in religionspsychologischer Perspektive
Stephanie Gripentrog (Greifswald)

10.30 Uhr – 11.00 Uhr
Kaffeepause

11.00 Uhr – 11.30 Uhr
Diskussion zu Block 2
ReferentInnen und Plenum

Block 3: Nahtoderfahrungen in religiösen
Diskursen

11.30 Uhr – 12.15 Uhr
Nahtoderfahrungen und ihre Bedeutung für den klinisch seelsorgerlichen Bereich
Ralph Kunz (Zürich)

12.15 Uhr – 13.00 Uhr
Wertevorstellungen von Nahtoderfahrenen und christliche Ethik: eine Verhältnisbestimmung
André Munzinger (Kiel)

13.00 Uhr – 14.30 Uhr
Mittagspause

14.30 Uhr – 15.15 Uhr
Nahtoderfahrungen und Allversöhnungshoffnungen
Hartmut Rosenau (Kiel)

15.15 Uhr – 16.00 Uhr
Nahtoderfahrungen als Zugänge zum Platonismus und zum frühen Christentum
Enno Edzard Popkes (Kiel)

16.00 Uhr – 16.30 Uhr
Kaffeepause

16.30 Uhr – 17.00 Uhr
Diskussion zu Block 3
ReferentInnen und Plenum

Block 4: Nahtoderfahrungen – Text, Medium, Narration

17.00 Uhr – 17.45 Uhr
Nahtoderfahrungen erzählen
Jens Kugele (Gießen)

Samstag, 8. Oktober 2016

9.00 Uhr – 9.45 Uhr
Nahtoderfahrung als autobiographische Lebenszäsur?
Stefan Nadile (Bern)

9.45 Uhr – 10.15 Uhr
Diskussion zu Block 4
ReferentInnen und Plenum

10.15 Uhr – 10.45 Uhr
Kaffeepause

10.45 Uhr – 12.00 Uhr
Grenzarbeiten zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Nahtoderfahrungen als gesellschaftliches Phänomen
ReferentInnen und Plenum

12.00 Uhr – 13.00 Uhr
Intern: Planungen von Folgeprojekten und weiteren Vernetzungen
Planungskreis

Kontakt

Dennis Gelinek

Martin-Luther-Str. 14, 17489 Greifswald

tagungsbuero@wiko–greifswald.de

http://www.wiko-greifswald.de/de/veranstaltung/article/grenzarbeiten-auf-der-nulllinie-nahtoderfahrungen-in-interdisziplinaerer-perspektive.html