Jenseits von Binaritäten und gegenläufigen Erinnerungen? Workshop mit geflüchteten und nicht-geflüchteten Experten zur Geschichts- und Erinnerungskultur in der postmigrantischen Gesellschaft

Jenseits von Binaritäten und gegenläufigen Erinnerungen? Workshop mit geflüchteten und nicht-geflüchteten Experten zur Geschichts- und Erinnerungskultur in der postmigrantischen Gesellschaft

Veranstalter
Arbeitsbereich Theorie und Didaktik der Geschichte und Arbeitsbereich Zeitgeschichte des Historischen Instituts der Universität Paderborn; Prof. Dr. Johannes Meyer-Hamme, Dr. Sebastian Bischoff, PD Dr. Felix Hinz
Veranstaltungsort
Ort
Paderborn
Land
Deutschland
Vom - Bis
19.05.2017 - 20.05.2017
Website
Von
Sebastian Bischoff

Am 19. und 20. Mai 2017 wird an der Universität Paderborn in einer Kooperation der Arbeitsbereiche Theorie und Didaktik der Geschichte und Zeitgeschichte ein Workshop stattfinden, auf dem sich nach Deutschland geflüchtete und nicht-geflüchtete Historikerinnen, Geschichtslehrerinnen, Schülerinnen und Geschichtsdidaktikerinnen über Anforderungen an Konzepte historischen Lernens in der postmigrantischen Gesellschaft austauschen.

Ziel des Workshops ist es, dass Expert*innen mit unterschiedlichen Erfahrungen, unter anderem von Flucht und Migration, von- und miteinander lernen. Ausgangspunkt soll die Erkenntnis sein, dass sich die deutsche Gesellschaft zunehmend pluralisiert und heterogenisiert, was vielfach als „postmigrantisch“ bezeichnet wird. Dadurch soll die Annahme als irrig zurückgewiesen werden, einer homogenen Aufnahmegesellschaft stünden die – oftmals ebenfalls nach Nationen oder Religion als homogen sortierten – Geflüchteten entgegen. Dies hat auch Auswirkungen auf den Umgang mit Geschichte in Wissenschaft und Unterricht. Es bedeutet nicht zuletzt, unterschiedliche Erfahrungen ernst zu nehmen und eben nicht mehr nur über sondern hauptsächlich mit Geflüchteten über das Fachgebiet Geschichte zu sprechen. Hierfür möchten wir in die Diskussion über unterschiedliche Lern- und Lehrerfahrungen eintreten. Ebenfalls soll es um die Frage gehen, wo und in welcher Form Geschichte unter Flüchtlingen eine wichtige Rolle spielt(e). Und schließlich interessiert uns sehr, wie der Umgang mit Geschichte in Deutschland wahrgenommen wird und welche Wünsche Geflüchtete in Bezug auf eine zukünftige historische Bildung haben. Der Workshop wird von der Stiftung "Erinnerung - Verantwortung - Zukunft" finanziert.

Johannes Meyer-Hamme Sebastian Bischoff Felix Hinz

Kontakt: sebastian.bischoff@upb.de

Programm

Fr. 19. Mai 2017

14-14:15 Begrüßung
Grußwort des Dekans der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn, Prof. Dr. Volker Peckhaus
Grußwort der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft", Dr. Sonja Begalke

14:15-14:45 Vortrag
Prof. Dr. Johannes Meyer-Hamme (Universität Paderborn): Jenseits von Binaritäten und gegenläufigen Erinnerungen? Wege zu einer reflexiven Erinnerungskultur

Vorstellungsrunde (Power Sharing-Methode Modul I)

15:30 Pause

16:00 Panel I, Moderation: PD Dr. Felix Hinz (Universität Paderborn)

Ibrahim Mirzayev (Hochschule Eichstätt): Mit Google und Markenwaren: Wie kann man die deutsche Geschichte erklären?

Dr. Dmitri Stratievski (Berlin): Wie öffnen wir unsere Erinnerungskultur für die Menschen mit Migrationshintergrund?

Rehab Al Yousef (Espelkamp): Integration/Zusammenführung der Völker im Schmelztiegel der neuen Zivilisationen und Kulturen

Diskussion

17:30 Pause

17:45-18:30 Jennifer Farber (Akademie Vogelsang IP | NS-Dokumentation Vogelsang) und Jens Hecker (Dokumentationsstätte Stalag 326): Reflexive Gedenkstättenarbeit in einer heterogenen Gesellschaft: Über die Ziele des Arbeitskreises Räume Öffnen. Dann Austausch (Power Sharing-Methode Modul II)

19:00-20:00 Vortrag
Dr. Michael Schubert (Universität Paderborn): Auf dem Weg zur 'Super-Diversität'? Die Relevanz und Inszenierung von 'Grenzen' in der Migrationsgesellschaft.

Sa. 20. Mai 2017

9:30 Panel II, Moderation: Dr. Sebastian Bischoff (Universität Paderborn)

Dr. Youssef Kanjou (Universität Tübingen): The role of History Education in the rise of awareness about the Syrian Identity and heritage

Mohamad Isa (Berlin): Geschichtsunterricht in Syrien

Noor Hammood (Berlin): Geschichtsunterricht im Irak und was bedeutet der Integrationskurs für die Geflüchtete?

Diskussion

11:00 Pause

11:30 Panel III, Moderation: Prof. Dr. Meyer-Hamme (Universität Paderborn)

Nariman Dreibati (Pädagogische Hochschule Heidelberg): Syrische arabische Identität?! Eine Analyse aktueller syrischer Geschichtsschulbücher

Orkide Ezgimen/Melanie Kamp (KIgA Berlin): Chancen und Herausforderungen politischer Bildung mit, für und von Geflüchteten

Diskussion

12:30 Gemeinsames Mittagessen

14:00 Workshop I
Johannes Hoffmann (Universität Hamburg): Einwanderung und Geschichtsbewusstsein. Rekonstruktion und Analyse von Geschichtsvorstellungen Eingewanderter hinsichtlich Orientierungs- und Identitätsrelevanz

14:45 Workshop II
Dominik Jeroch (Referendar), Rana Alzahr, Alia Shabaani, Raghad Amer (Schülerinnen 10. Klasse): Deutscher Geschichtsunterricht aus Perspektive Geflüchteter am Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium Siegen

15:30 Pause

16:00
Prof. Dr. B. Ziegler (Universität Aarau): Zukünftige Perspektiven für Forschung, Konzeptentwicklung und Moderation

17:00
Verabschiedung durch Prof. Dr. Johannes Meyer-Hamme, Dr. Sebastian Bischoff, PD Dr. Felix Hinz

Kontakt

Sebastian Bischoff

Historisches Institut
Universität Paderborn

sebastian.bischoff@uni-paderborn.de