Das Exponat. Ausstellungskomplex und Sammlungsforschung. Jahrestagung der dgv Kommission Sachkulturforschung und Museum

Das Exponat. Ausstellungskomplex und Sammlungsforschung. Jahrestagung der dgv Kommission Sachkulturforschung und Museum

Veranstalter
Technische Universität Dortmund; Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund
Ort
Dortmund
Land
Deutschland
Vom - Bis
06.12.2018 - 08.12.2018
Deadline
15.06.2018
Von
Gudrun M. König, Jens Stöcker

dgv Kommission Sachkulturforschung und Museum
24. Kommissionstagung TU Dortmund/Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund

Die aktuell immer noch zu registrierende Konjunktur für die Erforschung der Artefakte hat für die Disziplin keinen paradigmatischen Umbruch bedeutet. Allerdings haben zahlreiche Forschungen zur materiellen Kultur die Aufmerksamkeiten der Wissenschaften insgesamt verändert und geben Anlass, sich in den neuen Konturen des Umfeldes reflexiv zu verorten. Da die Sachkulturforschung zum Proprium der Disziplin gehört, scheint es an der Zeit, die Effekte des gut drei Jahrzehnte währenden „material turns“ zu bilanzieren.

Die Tagung widmet sich aus museumswissenschaftlicher und universitärer Perspektive der Kulturanthropologie/Europäischen Ethnologie dieser Überprüfung, um die Reichweite dinganalytischer Untersuchungen zu gewichten. Pessimistisch könnte die These aufgestellt werden, dass das Fach im multidisziplinären Akkord zu den Verlierern des „material turns“ gehört und optimistisch, dass objektorientierte Kompetenzen und museale Sammlungen neue Aufmerksamkeit gewonnen haben.

Im Zentrum der Tagung steht die objektbasierte Forschung an den Universitäten und an den Museen unter der Perspektive, wie sich durch den „material turn“ die disziplinäre Zuständigkeit verändert hat. Die Tagung zielt darauf, die Disziplinarität des Faches durch den Analysefokus der materiellen Kultur zu betrachten, eine Rückübersetzung in die Disziplin zu leisten und nach Öffnungen, neuen Feldern und Verknüpfungen zu fragen. Die Fokussierung auf Materialität und materielle Kultur, Ausstellen und Sammeln sollte die Fachgeschichte sowie Brüche und Diskontinuitäten mitbedenken. Im Hintergrund der Tagung schwingen Überlegungen mit, die universitäre Ausbildung für die sich verändernde Museumslandschaft zu diskutieren und neu zu justieren. Die Tagung konzentriert sich auf das kulturanthropologische Kompetenzfeld der objektbasierten Forschung in Sammlungen, Museen und Universitäten zwischen Evidenz und Präsenz.

1. Sammlungsforschung als Objektforschung

Im Mittelpunkt steht die wissenschaftshistorische Erforschung alltagskultureller Sammlungen. Museen beherbergen Objekte, an denen nicht nur der Zahn der Zeit sichtbar wird, sondern die zuweilen auch aus der Zeit gefallen scheinen. Welche Objektgruppen stehen für bestimmte Vorstellungen von Geschichte und Vergangenheit? Wie verknüpfen sich wissenschaftliche Praktiken des Aufzeichnens und Aufschreibens mit den Objekten? Was heißt objektbasierte Forschung im Museum?

2. Umbrüche in der Sammlungsforschung

Die Überlieferung von Artefakten ist wie die Sammlungsforschung in gesellschaftliche Machtgefüge eingebettet. Diskussionen um die Provenienzforschung, sensible Sammlungen, Digitalisierung, Migration und Integration konturieren spezifische Vorstellungen über das kulturelle Erbe. Wie beeinflussen nicht-wissenschaftliche Hintergrundannahmen die wissenschaftliche Praxis? Welche kulturellen Deutungsmuster und neuen Technologien haben die Sammlungsforschung wie verändert? Wie können wir überkommene Kategorisierungen, Objektgruppen und Bezugssysteme neu interpretieren?

3. Original, Modell, Digitalisat

Die Museumsgeschichte changiert zwischen einer Deponierungs- und einer Exponierungsgeschichte. Veränderliche Konzeptionen von Artefakten verbergen sich hinter den Theorien des Sammelns und Zeigens, die seit gut 100 Jahren kuratorische Praktiken zwischen Konsum und Museum beeinflussen. Als verborgene Vorannahme steht das Original im Zentrum wissenschaftlichen Exponierens, obgleich historisch etwa Modelle und heute Digitalisate gewichtige Exponate sind. Täuschung, Inszenierung und Fragmentierung gehören als Epiphänomene zu den Praktiken des Ausstellens. Wie sieht die Welt jenseits der Originale aus? Welchen Stellenwert haben Modelle, Originale und Digitalisate für die Prozesse des Zeigens und Vermittelns? Wie beeinflussen neue Praktiken die Theorien der Artefakte und des Ausstellens?

Die Tagung wird vom 6.12. bis 8.12.2018 an der TU Dortmund/Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund stattfinden.

Wir bitten um kurze Abstracts bis 15.6.2018 (max. 500 Wörter plus Kurzvita) an gudrun.koenig@tu-dortmund.de und jstoecker@stadtdo.de. Die Vortragseinladung wird bis 20.7.2018 ausgesprochen werden. Unterkunft und Fahrtkosten für Referent_innen werden übernommen, sofern sie nicht von der entsendenden Institution getragen werden. Wir bitten um einen entsprechenden Hinweis beim Einreichen der Abstracts.

Gudrun M. König, TU Dortmund / Jens Stöcker, Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund

Programm

Kontakt

Gudrun M. König
Technische Universität Dortmund

gudrun.koenig@tu-dortmund.de


Redaktion
Veröffentlicht am
15.05.2018
Klassifikation
Weitere Informationen

Land Veranstaltung
Sprache Veranstaltung