VERSCHOBEN! Das Fragment im digitalen Zeitalter. Möglichkeiten und Grenzen neuer Techniken in der Restaurierung

VERSCHOBEN! Das Fragment im digitalen Zeitalter. Möglichkeiten und Grenzen neuer Techniken in der Restaurierung

Veranstalter
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Fakultät Bauen und Erhalten und Hornemann Institut in Kooperation mit - der ICOMOS AG Konservierung-Restaurierung - dem Verband der Restauratoren e. V. (VDR)
Ort
Hildesheim
Land
Deutschland
Vom - Bis
06.05.2021 - 08.05.2021
Deadline
15.04.2020
Von
Hornemann Institut der HAWK

Aufgrund der derzeitigen Pandemie-Situation haben sich die Veranstaltungsdaten geändert bzw. wurden in das kommende Jahr verschoben. Sie können die aktuellen Daten dieser Ankündigung entnehmen.

Die HAWK in Hildesheim organisiert im Mai 2021 eine internationale Tagung zur Fragment im digitalen Zeitalter

Kunstwerke sind meist fragmentarisch überliefert. Der Umgang mit dem Fragment gehört damit zu den zentralen Aufgaben von Denkmalpflege und Museen. Denn zwischen den beiden Polen der vollständigen Wiederherstellung und der Beibehaltung des fragmentarischen Zustandes reihen sich vielfache Möglichkeiten realer oder virtueller Ergänzung, basierend auf unterschiedlichen theoretischen Grundsätzen.

Tagungsthema

Die letzten großen Tagungen in Deutschland zum Thema des Digitalen in der Restaurierung und Denkmalpflege haben sich vor allem den verschiedenen Anwendungsgebieten digitaler Technik gewidmet. Diese Tagung der Fakultät Bauen und Erhalten zusammen mit dem Hornemann Institut der HAWK möchte nun erstmals den Fokus darauf legen, was die neuen digitalen Möglichkeiten für die Erhaltung und Vermittlung des historischen Fragments bedeuten, denn es gibt „eine Lücke zwischen der zunehmenden Bedeutung und der Professionalisierung der visuellen Rekonstruktion des Historischen einerseits und der theoretischen Fundierung solcher Tätigkeiten andererseits“ (Blokker 2017).

Konkret wird es u. a. um die Fragen gehen: Was bedeuten die neuen digitalen Möglichkeiten für die Erhaltung, Restaurierung und Vermittlung des historischen Fragments? Zweifellos fördern gerade die neuen Medien die Kommunikation zwischen Fachleuten und der Gesellschaft und bieten damit große Chancen für ein umfassenderes Verständnis und eine nachhaltige Bewahrung unseres Kulturerbes.
Wie kann man mit digitaler Technik die Akzeptanz des fragmentarischen Originals steigern? Wann verschwimmen die Grenzen zwischen Digitalisat und Original und welche Gefahren können damit verbunden sein?

Die Vortragenden
Initiiert wurde diese Tagung von Prof. Dr. Ursula Schädler-Saub, die an der HAWK das Fachgebiet ''Geschichte, Theorie und Ethik der Restaurierung, Kunstgeschichte'' in Lehre und Forschung vertritt. Die Möglichkeiten der Digitalisierung hat sie in vielen Restaurierungsprojekten kennen und schätzen gelernt hat, aber sie warnt auch: ''Oft werden die besonderen Bedürfnisse des Fragments nicht auseichend berücksichtigt. Wenn Betrachter/innen beispielsweise nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können, ist das ein gravierender Eingriff in die Authentizität des Originals.''

Außer ihr referieren Fachleute aus acht Ländern, aus den Fachdisziplinen der Konservierung-Restaurierung, der Kunstgeschichte, Architektur, Archäologie, Informatik und der Wahrnehmungspsychologie, u. a. der Präsident des Verband der Restauratoren und Professor an der Fachhochschule Potsdam, Dr. Jan Raue. Die Fallspeispiele umreißen mehr als 3000 Jahre Kulturgeschichte und kommen aus sehr unterschiedlichen Kontexten und Kunstgattungen. Es handelt sich um Fragmente von Architektur, Großplastiken, Gemälde, Wandmalereien, Stuckrelief, Marmorskulptur und Keramiken.

Postersektion

Mit Postern werden vor allem viele Young Professionals aus dem In- und Ausland ihre Forschungsergebnisse vorstellen und mit den Tagungsteilnehmer/inne/n diskutieren.

Rahmenprogramm - Workshop - Tutorial - neuer Arbeitskreis

Führungen bieten Zugänge zu sehr unterschiedlich präsentierten originalen Fragmenten in Hildesheim. Ein Workshop des Hornemann Instituts lädt dazu ein, auf einfache Weise dreidimensionale Objekte selbst zu digitalisieren. In einem Tutorial können Teilnehmer/innen nach einer Einführung eine 2D-Bildauswertung von historischen Aufnahmen als Grundlage für mögliche geometrische Rekonstruktionen selbst am Rechner üben.
Schließlich findet im Rahmen der Tagung das erste Treffen des Arbeitskreises „Digitalisierung in der Restaurierung“ statt.

Tagungsziel

Zum Ende der Tagung soll ein praxistaugliches Grundsatzpapier zum Umgang mit dem Fragment gemeinsam entwickelt werden: Die etablierten ethischen und theoretischen Prinzipien der Restaurierung sollen um die neuen digitalen Möglichkeiten ergänzt werden. Denn wissenschaftliche Standards müssen auch für die digitale Welt gelten, z. B. müssen der spekulative Anteil von virtuellen Rekonstruktionen für Betrachter klar identifizierbar sein und die wahrnehmungspsychologischen Auswirkungen berücksichtigt werden.
Für das Auditorium werden verschiedene Möglichkeiten der Partizipation angeboten.

Kooperationspartner
Die Tagung wird veranstaltet in Kooperation mit
- der ICOMOS AG Konservierung-Restaurierung
- dem Verband der Restauratoren e. V. (VDR )

Tagungssprachen

Die Tagung bietet viel Raum für persönlich Begegnungen und den interdisziplinären Wissens- und Meinungsaustausch. Die Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Eine Simultanübersetzung ist nicht möglich.

Weitere Informationen

Zur Information über die Tagung sind das Tagungsprogramm und die Abstracts der ausgewählten Vorträge auf www.hornemann-institut.de veröffentlicht. Die Anmeldung zur Tagung ist auch über die Website möglich.

Kontakte:
Prof. Dr. Ursula Schädler-Saub: ursula.schaedler-saub@hawk.de
Dr. Angela Weyer, Leiterin des Hornemann Instituts: angela.weyer@hawk.de

Programm

13. Mai
RAHMENPROGRAMM

11:00 – 17:00
3-D Workshop

14:00 – 17:00
Tutorial zur 2D-Bildauswertung von historischen
Aufnahmen als Grundlage für mögliche geometrische
Rekonstruktionen

14:30 – 16:00
Führungen zum Umgang mit Fragmenten (alternativ)
Möbel und gefasste Holzobjekte und Gemälde in den
Restaurierungs-Werkstätten der HAWK

16:30 – 18:00
Stadtführung

18:30 Uhr
Öffentlicher Abendvortrag in Rahmen des Hornemann
Kollegs (HAWK, Brühl 20, Alte Bibliothek)

14. Mai
8:30 Öffnung Tagungsbüro (HAWK, Hohnsen 2)

9:30 Begrüßung und Geleitwort
Wolfgang Viöl, Vize-Präsident der HAWK für
Forschung, Göttingen
N.N., Niedersächsisches Ministerium für
Wissenschaft und Kultur, Hannover

10:00 Keynote 1: Das Fragment zwischen realer und
virtueller Ergänzung – zu den historischen und theoretischen Grundlagen und ihrer
Bedeutung für unser heutiges Handeln
Ursula Schädler-Saub, Hildesheim

10:40 Keynote 2: Wie werden Fragmente und Ergänzungen wahrgenommen und interpretiert?
Rekonstruktionen als kognitive Werkzeuge
Stefan Schwan, Tübingen

11:20 The Kunstwollen of the Machine-Learning Image
Emily L. Spratt, New York

11:50 Diskussion
12:15 Mittagspause mit thematischen Gesprächsrunden

13:30 Virtuelle Anastylose als Werkzeug denkmalwissenschaftlicher Studien fragmentierter Großplastiken aus dem Totentempel Amenophis III
Max Rahrig, Hourig Sourouzian,Rainer Drewello, Bamberg

14:00 Virtual Reconstruction as Complementary Method for the Protection of Monuments: the Case Study of the Statue of Shapur I
Alireza Shahmohammadpour, Teheran

14:30 Re-Thinking the Conservation-Restoration Interventions of the 20th Century
Nihan Kocaman Pavlovic, Istanbul

15:00 Diskussion
15:15 Kaffeepause

15:45 Verlust und Wiederentdeckung.Historische Fragmente in narrativen Umgebungen
Florina Pop, Innsbruck

16:15 May digital reconstruction tools help preserving the material and evocative value of fragments? The case of Victor Horta’s Hôtel Aubecq in Brussels
Claudine Houbart, Pierre Hallot, Lüttich

16:45 Architekturfragment im Stadtraum
Markus Jager, Mirco Becker, Hannover

17:15 Diskussion

17:30 Imbiss

18:00 Eröffnung der Poster-Sektion

19:30 Sonderführungen zur Vermittlung von Fragmenten im Roemer- und Pelizaeus Museum Direktorin Regine Schulz, Christian Bayer

20:30 Möglichkeit zum gemeinsamen Abendessen im NIL im Roemer- und Pelizaeus-Museum mit erstem Treffen des Arbeitskreises „Digitalisierung in der Restaurierung“
Moderation: Christine Fiedler, Hildesheim

15. Mai
8:30 Öffnung Tagungsbüro (HAWK, Hohnsen 2)

9:00 Der zerschnittene „Raffael“ – digitale Lösungen für ein fehlendes Gemäldedrittel
Hans Portsteffen, Köln

9:30 Aus zwei mach wieder drei Könige: 3D-Rekonstruktion eines gefassten Stuckreliefs
Salome L. Hunziker, Freiburg

10:00 Fragmented Ceramic: Evaluation and Experimentation of the 3D Technologies for the Integration of losses and missing parts of a majolica artefact
Nicola Pagani, Davide Fodaro, Maria E. Prunas, Rom

10:30 Kaffeepause

11:00 Digitale Überblendung und virtuelle Ergänzung mit Augmented Reality – eine Möglichkeit der Kontextualisierung von Fragmenten in den archäologischen Sammlungsbeständen
Manuel J. Hunziker, München

11:30 Bildgebung des Fragmentarischen. Die Spiegelung der Wandmalerei in analogen und digitalen Medien als Teil des Konservierungs- und Restaurierungsansatzes
Jan Raue, Potsdam

12:00 Photogrammetrische Auswertung historischer Aufnahmen als wissenschaftliche Grundlage für (Teil-)Rekonstruktionen
Gunnar Siedler, Sebastian Vetter, Leipzig

12:30 Methoden der Visualisierung des Fragmentarischen Wandmalereibestandes im Oberen Kreuzgang der Domklausur in Brandenburg
Sabine Krause-Riemer, Hildesheim;
Katharina Pick, Paderborn

13:00 Diskussion
13:15 Mittagspause

14:00 International Charters and Guidelines forCultural Heritage in the Digital Age
Hélia Marçal, London

14:30 Resümee der Tagung und Diskussion der Leitlinien zur digitalen Restaurierung
mit Max Rahrig, Jan Raue, Ursula Schädler-Saub,Stefan Schwingeler sowie Wolfgang Wolters, Berlin, und dem Auditorium

15:30 Abschluss der Tagung

Kontakt

Dr. Weyer

Hornemann Institut der HAWK Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen

service@hornemann-institut.de

https://www.hornemann-institut.de/german/Fragment_Tagung.php
Redaktion
Veröffentlicht am
23.10.2019
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