Verfolgung und Deportationen von 1938 bis 1945 in Europa dokumentieren und ausstellen

Verfolgung und Deportationen von 1938 bis 1945 in Europa dokumentieren und ausstellen

Veranstalter
KZ-Gedenkstätte Neuengamme in Kooperation mit der Körber-Stiftung und den Arolsen Archives
Ort
Hamburg
Land
Deutschland
Vom - Bis
13.02.2020 - 14.02.2020
Deadline
20.01.2020
Von
Daniel Bernhardt, KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Die zweitägige Tagung führt Ausstellungsmacherinnen und Wissenschaftlerinnen von Museen, Gedenkstätten und Forschungseinrichtungen aus mehreren europäischen Ländern und aus Israel zusammen. Sie dient dem Austausch darüber, wie nationalsozialistische Verfolgung und Deportationen von Jüdinnen und Juden, Sintize und Sinti, Romnja und Roma, politischen Gegnerinnen und Gegnern und weiteren Verfolgtengruppen zeitgemäß dokumentiert, ausgestellt und in Bildungsangeboten vermittelt werden können. Auf Grundlage aktueller Forschungen werden in vergleichender Perspektive aktuelle Ausstellungskonzepte und innovative Formen der Dokumentation und Vermittlung in Museen und an Erinnerungsorten diskutiert: Beleuchtet werden die oft komplexen Entstehungsprozesse sowie Fragen der Konzeption, Gestaltung sowie öffentlichen Rezeption.
Thematisiert werden weiterhin Überlegungen u.a. zur Darstellung der Schicksale Angehöriger unterschiedlicher Verfolgtengruppen: Wie kann z.B. vor dem Hintergrund von ungleichen Opferzahlen, Aktenlage und Verfügbarkeit von geeigneten Ausstellungsobjekten eine ausgewogene und angemessene Darstellung gefunden werden, die den historischen Umständen gerecht wird und eine zeitgemäße Erinnerung ermöglicht?
Auch die Auswirkungen digitaler Darstellungsmöglichkeiten und Überlegungen zu Partizipation, Inklusion und Diversität auf Inhalte und Präsentationsformen in historischen Ausstellungen sollen diskutiert werden. Wie lässt sich die Vermittlung historisch komplexer Inhalte mit einem inklusiven Anspruch vereinbaren? Wie wirkt sich der mögliche Einsatz digitaler Medien auf die Art und Weise aus, Vermittlung und Ausstellungen zu denken?
Es soll zudem vorgestellt werden, wie sich in Ausstellungsprojekten und an Erinnerungsorten in Europa und Israel transnationale Perspektiven auf das historische Geschehen verankern lassen. Wie können beispielsweise innovative Formen der Darstellung und Vermittlung entwickelt werden, die die vielschichtigen erinnerungskulturellen Konzepte in den Ländern der Ausgangs- und Zielorte von Deportationen einbeziehen?

Die Tagung findet in deutscher und englischer Sprache mit simultaner Übersetzung statt. Übersetzung von Teilen der Veranstaltung in DGS ist bei rechtzeitiger Anfrage möglich. Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei. Reise- und Übernachtungskosten können nicht übernommen werden.
Kontakt und Informationen: daniel.bernhardt@bkm.hamburg.de Tel. 040 428 131 561
Anmeldungen bitte bis 20. Januar 2020 an: Studienzentrum@bkm.hamburg.de Tel. 040 428 131 543

Programm


Tagungsagenda (vorläufig)

Donnerstag, 13. Februar 2020

10:00 – 11:30 Führungen mit Kurator*innen am Gedenkort „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“

12:00 – 13:00 Mittagessen im KörberForum

13:00 – 13:30 Begrüßung Körber-Stiftung | KZ-Gedenkstätte Neuengamme | Arolsen Archives

13:30 – 15:30 Vorträge I – Deportationsorte: Von Entstehungsprozessen und Ausstellungskonzepten an Orten der Verfolgung und Deportationen
Moderation: Adam Kerpel-Fronius, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Das Dokumentationszentrum „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“
Oliver von Wrochem, KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Deportationsorte sichtbar machen: Ausstellungskonzepte an Orten der Internierung und Deportation
Heidemarie Uhl, Österreichische Akademie der Wissenschaften/ Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte

Zur Ausstellung „AUSGEWIESEN! Berlin, 28.10.1938“ – Die Geschichte der „Polenaktion“ (Arbeitstitel)
Alina Bothe, Freie Universität Berlin

15:30 – 16:00 Kaffeepause

16:00 – 17:30 Podiumsdiskussion: Erinnerungskultur(en) an den Zielorten der Deportationen am Beispiel von Ausstellungen und Gedenkorten
Moderation: Sarah Grandke, KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Ilya Lensky, Museum „Jews in Latvia“, Riga

Aliaksandr Dalhouski, Geschichtswerkstatt Minsk

Jana Šplíchalová, Jüdisches Museum in Prag

Frank Reuter, Forschungsstelle Antiziganismus an der Universität Heidelberg

17:30 – 18:30 Vorträge II - Innovative Ausstellungen: Einsatz digitaler (Online-)Medien zur Dokumentation und Ausstellung von Verfolgung und Deportationen
Moderation: Iris Groschek, KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Das Online-Archiv der Arolsen Archives. Dokumente zur Geschichte der Deportationen für Ausstellungsbesuche und historische Bildung
Akim Jah, Arolsen Archives

Yad Vashem's “Transports to Extinction” Research Project: Documenting Shoah Deportations
Cornelia Shati Geissler, Internationales Institut für Holocaust-Forschung, Yad Vashem

19:00 – 20:00 Gemeinsames Abendessen im KörberForum

Freitag, 14. Februar 2020

9:00 – 11:00 Vorträge III - Innovative Ausstellungen: Wie Verfolgung und Deportation dokumentieren und ausstellen?
Moderation: Carmen Ludwig, Körber-Stiftung

Von Anspruch und Möglichkeiten – eine Ausstellung im Design für Alle in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz
Elke Gryglewski und David Zolldan, Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz

Vergleichbar? Die Darstellung der Deportationen von Juden und Sinti und Roma im Museum „Hotel Silber“ - Geschichtsort Hotel Silber in Stuttgart
Friedemann Rincke, Haus der Geschichte Baden-Württemberg/ Dauerausstellung Museum „Hotel Silber“

Concept and museography in Kazerne Dossin – Bringing the history of an SS-Assembly camp in a museum
Laurence Schram, Kazerne Dossin (Mechelen, Belgien)

11:00 – 11:30 Kaffeepause

11:30 – 12:30 Werkstattgespräch mit Kurator*innen zur Ausstellungskonzeption des Dokumentationszentrums „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“
Moderation: Akim Jah, Arolsen Archives

Internationale Workshops als ein Gestaltungsmittel des Dokumentationszentrums „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“
Sarah Grandke, KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Biographische Interviews mit Nachkommen von Verfolgten und die Weitergabe der Erinnerung in der Migrationsgesellschaft als Ausstellungselemente
Karin Heddinga, KZ-Gedenkstätte Neuengamme

12:30 – 13:30 Mittagessen

13:30 – 15:30 Vorträge IV– Innovative Ausstellungen: Die Rolle der Vermittlung und Thematisierung von Gegenwarts- und Zukunftsfragen
Moderation: Patrick Siegele, Anne Frank Zentrum (Berlin)

Mitmachen oder Widerstehen? Die Konzeption des Lernortes „ZeitZentrum Zivilcourage“
Karljosef Kreter / Julia Berlit-Jackstien / Wiebke Hiemesch /
Marian Spode-Lebenheim, ZeitZentrum Zivilcourage Hannover

Aktuelle Vermittlungskonzepte an Zielorten von Deportationen: Das Ghetto Litzmannstadt (Lódz, Polen) (tbd.)
Joanna Podolska-Plocka, Universität Lodz (angefragt)

Bartlomiej Grzanka, Museum of the Former German Kulmhof Death Camp in Chelmno on Ner (angefragt)

15:30 – 16:00 Tagungskommentar: Verfolgung und Deportationen von 1938 bis 1945 in Europa dokumentieren und ausstellen
Ljiljana Radonic, Österreichische Akademie der Wissenschaften/ Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte

Kontakt

Daniel Bernhardt
KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Jean-Dolidier-Weg 75
21039 Hamburg
+49 (0)40 / 42 81 31 561
+ 49 (0)40 / 428 131 501
Daniel.Bernhardt@bkm.hamburg.de

https://www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/veranstaltungskalender/calendar/2020/02/#d2020-02-13