"Apparat und Inscenirung". Eine Tagung zum Werk von Theodor Fontane

"Apparat und Inscenirung". Eine Tagung zum Werk von Theodor Fontane

Veranstalter
Prof Dr. Detlef Haberland (Bonn); Dr. Erzsébet Szabó (Universität Szeged/Ungarn)
Ort
Szeged
Land
Hungary
Vom - Bis
15.10.2020 - 16.10.2020
Deadline
31.01.2020
Von
Prof. Dr. Detlef Haberland / Dr. Erzsébet Szabó

In den letzten Jahrzehnten ist die Grundlagenforschung zum Werk von Theodor Fontane erheblich vorangetrieben worden: Wesentliche Abteilungen der „Großen Brandenburger Ausgabe“ – die Gedichte, die Wanderungen, die Tage- und Reisetagebücher, der Ehebriefwechsel, das erzählerische Werk – wurden abgeschlossen, die Werke liegen in einer historischen Textgestalt vor, ihre Entstehungs-geschichte und Genese ist weitgehend erschlossen. Zudem wurden die medialen Voraussetzungen des Œuvres, die Einbettung der Werke in die mediale Umwelt des 19. Jahrhunderts, die publizistischen und medienökologischen Strategien des Autors in vielen Facetten erhellt. Weiterhin wurde das letzte bisher noch nicht veröffentlichte Textkorpus des Autors – die Notizbücher, die Notate zu seinen poetischen Plänen sowie Werkentwürfe, Exzerpte, Zeichnungen, Alltags- und Kunstnotizen enthalten – zum großen Teil ediert. Dank der Digitalisierungsprojekte des Theodor-Fontane-Archivs und der Fachhochschule Potsdam sind schließlich zahlreiche Primärquellen, so zum Beispiel eine Auswahl an Fontane-Handschriften bzw. ein umfassender Teilbestand der Handbibliothek des Autors mit Lektürespuren und Marginalien online gestellt worden; sie stehen nun im Netz zur interaktiven Nutzung bereit.
Mit diesen Ergebnissen ist – zum ersten Mal in der Geschichte der Fontane-Forschung – die enorme Breite und Vielfalt des Werks des Autors verfügbar und frei zugänglich. Außerdem liegt mit den genannten Quellen eine solide Textbasis vor, die es erlaubt, sogar erfordert, dass das Augenmerk vom Kontext und von der Genese der Werke abgewendet und wieder diese selbst ins Auge gefasst werden.
Die Beiträge der geplanten Konferenz sollen ein klassisches Forschungsthema aufgreifen und gezielt nach den Konstruktionsprinzipien der literarischen Prosawerke Fontanes fragen: Durch welche Strategien erzeugt der Autor Bedeutungen? Mit welchen Mitteln und auf welche Weise baut er seine Textwelten auf? Welche ästhetischen Verfahren des Realismus übernimmt er und was sind seine eigenen ästhetischen oder kompositionellen Innovationen? Wie erzielt er die Wirkungen seiner Texte und löst im Leser Spannung, Mitleid, Empörung oder andere Affekte aus? Die Tagung soll dazu dienen, auf der Basis der genannten Grundlagen die bisherigen einschlägigen Ergebnisse der Fontane-Forschung (die u.a. von den Prinzipien der Verklärung, Objektivität und Multiperspektivität, Kontrastierung und Nebeneinander, pars pro toto, Intertextualität, Multimedialität, bzw. Zeichenhaftigkeit ausgehen), zu systematisieren, bzw. entscheidend zu ergänzen, verfeinern oder zu hinterfragen. Erwartet werden exemplarische Textanalysen zu den genannten Themenbereichen, zu Fontanes „Apparat“ und seiner „Inscenirung“.
Die Tagung soll am 15.-16. Oktober 2020 am Germanistischen Institut der Universität Szeged/Ungarn stattfinden und ca. 15 bis 18 Germanisten/innen aus Europa zusammenführen. Die Beiträge sollen 20 Minuten nicht übersteigen. Bitte senden Sie bis zum 31. Januar ein kurzes Exposé im Umfang von ca. 250 Wörtern an: fontanesfinessen@gmail.com.

Programm

Wird im Frühjahr 2020 veröffentlicht

Kontakt

Erzsébet Dr. Szabó

Germán Filologiai Intézet, Szegedi Tudmány Egyetem, Egyetem u. 2, HU - 6722 Szeged

fontanesfinessen@gmail.com


Redaktion
Veröffentlicht am
15.12.2019