Stalinkomplex!? Deutsche Kulturkader im Moskauer Exil und in der DDR

Stalinkomplex!? Deutsche Kulturkader im Moskauer Exil und in der DDR

Veranstalter
Ruhr-Universität Bochum, Seminar für Slavistik / Lotman-Institut, Prof. Dr. Christoph Garstka / Dr. Anne Hartmann, Institut für Deutschlandforschung, Prof. Dr. Bernd Faulenbach / Dr. Silke Flegel / Dr. Frank Hoffmann
Ort
Bochum
Land
Deutschland
Vom - Bis
18.02.2020 - 20.02.2020
Deadline
31.01.2020
Von
Dr. Anne Hartmann

Nicht nur die Bürger der Sowjetunion, sondern auch deutsche Emigranten, die vor Hitler Zuflucht gesucht hatten, darunter viele Künstler, waren dem Stalinismus als Herrschaftssystem und Alltagsphänomen ausgesetzt. Wie wurden ihr Handeln und Denken durch diese Erfahrung geprägt? Welches „Exilgepäck“ brachten diejenigen mit, die 1945 nach Deutschland zurückkehren konnten? Wie stark bestimmten stalinistische Kämpfe und Konfliktmuster den oft positiv beschriebenen kulturellen Neuanfang?

Von einem ausgewiesenen Kreis von Experten mit einem unterschiedlichen wissenschaftlichen Erfahrungshorizont sollen diese Fragen diskutiert und in eine breitere Öffentlichkeit gebracht werden. Für die Erforschung von Exil und DDR, aber auch eine vergleichende europäische Kommunismusgeschichte sind auf diese Weise neue Impulse zu erwarten: Zu fragen ist nach Parallelen zwischen dem sowjetischen Hochstalinismus und dem spät- und poststalinistischen Zeitabschnitt im westlichsten Satellitenstaat, zudem nach den Trägern dieser Erfahrungen und ihren je individuellen Verarbeitungen politischer Umbrüche und biografischer Zäsuren.

Die Tagung wird gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Einladung an NachwuchswissenschaftlerInnen – fünf Teilnahmestipendien

Interessiert Sie die Thematik? Arbeiten Sie selbst im Rahmen einer Promotion oder des Masterstudiums an einer Fragestellung, die das Exil in der Sowjetunion oder die Rolle der Remigranten in der DDR berührt? Dann sollten Sie nicht zögern und sich für die Teilnahme bewerben. Die Konferenz bietet Ihnen ein Forum, eigene Vorhaben bzw. Arbeitsprojekte vorzustellen und mit ausgewiesenen Experten zu diskutieren (ein ausgearbeiteter Vortrag ist jedoch nicht erforderlich). Auch bietet Ihnen die Tagung die Chance, frühzeitig internationale Kontakte zu knüpfen und sich interdisziplinär zu vernetzen.
Für Reise- und Aufenthaltskosten stehen fünf Teilnahmestipendien in Höhe von max. 300,- Euro pro Person zur Verfügung.

Bewerbungen (ein kurzes Anschreiben mit Darlegung des eigenen Forschungsinteresses bzw. Arbeitsvorhabens) werden erbeten bis zum 31.01.2020.

Programm

Stalinkomplex!? Deutsche Kulturkader im Moskauer Exil und in der DDR
18.02.2020
15.00 Uhr Begrüßung (Bernd Faulenbach, Christoph Garstka)
Einführung: Projektskizze und Problemaufriss (Silke Flegel, Anne Hartmann)
15.45 Uhr ZEITZEICHEN I (Lesung aus Alfred Kurella „Ich lebe in Moskau“)
16.00 Uhr Vortrag Martin Schaad: Das Déjà-vu eines Berufsrevolutionärs. Zur Genese von Alfred Kurellas sozialistischer Kunstauffassung
17.15 Uhr Kaffeepause
17.30 Uhr Podiumsdiskussion:
Knotenpunkte – Geschichte und Biographie, Politik und Kultur
Mit Bernd Faulenbach, Wladislaw Hedeler, Annette Leo; Moderation: Frank
Hoffmann
19.00 Uhr Imbiss
20.00 Uhr Eugen Ruge: Lesung aus „Metropol“ (2019)

19.02.2020
09.00 Uhr Panel I: Kulturkämpfe des Exils… und ihre Folgen
Mit Christoph Garstka, Reinhard Müller, Carola Tischler,
11.00 Uhr ZEITZEICHEN II (Lesung aus Inge von Wangenheim „Auf weitem Feld“)
11-15 Uhr Kaffeepause
11.30 Uhr Panel II: Die Emigranten als „stalinistische Subjekte“?
Mit Klaus-Georg Riegel, Ulrich Schmid, Brigitte Studer
13.30 Uhr Mittagspause
14.30 Uhr ZEITZEICHEN III (Lesung aus Hugo Hupperts Tagebuch)
14.45 Uhr Panel III: Dialog / Konkurrenz der Exile in der DDR
Mit Karin Hartewig, Annette Leo, Esther Slevogt,
16.45 Uhr Kaffeepause
17.30 Uhr Ausstellungseröffnung in der UB: „Ich kam als Gast in euer Land gereist …“. Deutsche Antifaschisten in der Sowjetunion 1933 – 1956
Einführungsvortrag: Wladislaw Hedeler
19.30 Uhr Abendessen

20.02.2020
9.30 ZEITZEICHEN IV (Lesung aus Johannes R. Becher „Selbstzensur“)
9.45 Uhr Panel IV: DDR Kultur: Exil – Revolution – Diktatur
Mit Gerd Dietrich, Helmut Müller-Enbergs, Claudia Weber
11.45 Uhr Kaffeepause
12.00 Uhr Forum von und für NachwuchswissenschaftlerInnen: Perspektiven der DDR- und Exilforschung
13.15 Uhr ZEITZEICHEN V (Lesung von Gedichten aus den Jahren des Exils)
13.30 Uhr Mittagessen, Abreise

Kontakt

Dr. Anne Hartmann

Seminar für Slavistik / Lotman-Institut
Ruhr-Universität Bochum
0234-3225605
0234-3214562
anne.hartmann@rub.de

http://www.slavistik.rub.de/index.php?tagung-2
Redaktion
Veröffentlicht am
09.01.2020
Beiträger