Vormärz, Nachmärz / Risorgimento, Postrisorgimento: Deutsch-italienische Perspektiven

Vormärz, Nachmärz / Risorgimento, Postrisorgimento: Deutsch-italienische Perspektiven

Veranstalter
Prof. Dr. Anne-Rose Meyer/Forum Vormärz Forschung
PLZ
42119
Ort
Wuppertal
Land
Deutschland
Vom - Bis
14.09.2020 - 31.12.2020
Deadline
31.12.2020
Von
Anne-Rose Meyer

Aufruf zur Mitarbeit am Jahrbuch Vormärz Forschung 2021 zum Thema:
"Vormärz, Nachmärz/Risorgimento, Postrisorgimento: Deutsch-italienische Perspektiven".
Willkommen sind Beiträge aus der Geschichtswissenschaft, Italianistik, Germanistik, Komparatistik, der Kunst- und Musikwissenschaft, Philosophie und den Sozialwissenschaften, gerne auch in interdisziplinärer Perspektive. Vorschläge mit einem kurzen Exposé (nicht länger als 500 Worte) bitte bis zum 31. Dezember 2020 an ameyer@uni-wuppertal.de.

Vormärz, Nachmärz / Risorgimento, Postrisorgimento: Deutsch-italienische Perspektiven

Wie kein anderes Land ist Italien im deutschsprachigen Raum seit mehr als 600 Jahren Gegenstand einer nahezu unüberschaubaren Auseinandersetzung in Kunst, Kultur, Philosophie und Politik. Ein Schwerpunkt der Italienrezeption ist im 19. Jahrhundert zu erkennen. Allerdings stehen bis heute nicht Vor- und Nachmärz im Fokus, sondern etwa die Reiseeindrücke Goethes und beispielsweise Italienrezeptionen Eichendorffs, Tiecks und Wackenroders. Das geplante Jahrbuch zielt deswegen darauf, die Erforschung deutsch-italienischer Beziehungen mit Blick vor allem auf die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts fortzuführen und zu ergänzen. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf historisch-politischen Analysen zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Vor- bzw. Nachmärz und Risorgimento bzw. Postrisorgimento liegen. In komparatistischer Perspektive sind gleichfalls deutsche und italienische Reaktionen auf die Restauration sowie auf die Niederschlagung von Revolten in Europa und den genannten Zeiträumen interessant. Auch die Frage, inwieweit ein Vergleich zwischen La Giovine Italia, der Partita d‘Azione und den Carbonari mit dem Jungen Deutschland und anderen liberal orientierten deutschen Gruppierungen aufschlussreich für die historische Analyse sein kann, wäre zu diskutieren. In diesem Zusammenhang ist auch die Rezeption von Werk und Wirken Giuseppe Mazzinis und Giuseppe Garibaldis und anderer demokratisch-republikanisch gesinnter Intellektueller in den deutschen Ländern von Interesse. Und umgekehrt: Wie werden Vor- und Nachmärz in der italienischen Presse, Geschichtsschreibung, Literatur aufgenommen und dargestellt? Wer vermittelt zwischen den Ländern und welche Formen des Kulturtransfers (Übersetzungen, Korrespondenzen, Reiseberichte usw.) können ausgemacht werden?

Eine Grundlage für das Jahrbuch bilden die Arbeiten von Christina Ujma, vor allem ihre posthum erschienene Studie zu Stadt, Kultur, Revolution. Italienansichten deutschsprachiger Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts (2017), Untersuchungen Jens Petersens zum deutschen politischen Italienbild in der Zeit der nationalen Einigung (1999), Robert Lukendas Buch zu Die Erinnerungsorte des Risorgimento – Genese und Entfaltung patriotischer Symbolik im Zeitalter der italienischen Nationalstaatsbildung (2012) sowie Aufsätze Heid Beutins und Marion Müllers etwa zu Malwida von Meysenbug als Kulturvermittlerin zwischen Italien und den deutschen Ländern.

Das geplante Jahrbuch dient vor diesem Hintergrund der Fortführung und Ergänzung einer interdisziplinären wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit deutsch-italienischen Beziehungen und soll dazu beitragen, wichtige übergeordnete Fragen zu präzisieren – beispielsweise nach wechselseitigen Einflüssen auf die Unabhängigkeitsbestrebungen in Italien und den deutschen Ländern, nach Wegen der Kultur- und Wissensvermittlung, transnational vergleichbaren Formen politischen Engagements und nach kulturreflexiven Ausdrucksformen, in denen Erfahrungen von Alterität und Identifikation gestaltet sind. Im Fokus sollen deswegen mit Blick auf den Vor- und den Nachmärz sowie auf den Risorgimento folgende Aspekte stehen:

- Kulturtransfer und Wissensvermittlung in politischen Zirkeln, Vereinen, Geheimbünden sowie durch Zeitungen, Briefe und Reiseberichte
- Italien in der deutschsprachigen Geschichtswissenschaft, in Philosophie und Philologie des Vor- und Nachmärz
- Bilder des Risorgimento bzw. Postrisorgimento in deutschsprachiger Literatur und bildender Kunst sowie umgekehrt: Bilder der deutschen Länder im Vor- und Nachmärz in italienischer Literatur und bildender Kunst

Kontakt

ameyer@uni-wuppertal.de

Redaktion
Veröffentlicht am
11.09.2020
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