Frieden im Ostseeraum

Frieden im Ostseeraum

Veranstalter
Stadtarchiv der Hansestadt Stralsund; Historische Kommission für Pommern e. V., Greifswald
Gefördert durch
Hansestadt Stralsund; Land Mecklenburg-Vorpommern; Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung, Marburg
PLZ
18439
Ort
Stralsund
Land
Deutschland
Vom - Bis
06.11.2020 - 07.11.2020
Deadline
15.10.2020
Von
Felix Biermann, Instytut Historyczny, Uniwersytet Szczeciński

Gemeinsame Tagung der Historischen Kommission für Pommern e. V. und des Stadtarchivs der Hansestadt Stralsund im Rathaus Stralsund

Frieden im Ostseeraum

2020 jähren sich im Ostseeraum einige bedeutende Friedensschlüsse und das Ende des Zweiten Weltkriegs. Dies betrifft in zeitlicher Folge zunächst den Stralsunder Frieden von 1370, der den Krieg zwischen dem dänischen König Waldemar IV. und einer Koalition aus Hansestädten und deren Verbündeten beendete.

200 Jahre später, 1570, trafen sich in Stettin Gesandte der Könige von Dänemark und Schweden, des Lübecker Rates und kaiserliche Kommissare, um unter Vermittlung der letzteren Frieden zu schließen. Der damit beendete Siebenjährige Nordische Krieg oder Dreikronenkrieg bildete den Auftakt mehrerer Kriege in den nächsten 150 Jahren zwischen Dänemark und Schweden um das Dominium Maris Baltici. Der letzte dieser Kriege, an dem sich noch weitere Ostseeanrainer beteiligten, war der Große Nordische Krieg von 1700 bis 1720/21. Der Krieg zwischen den beiden nordischen Reichen wurde mit dem Frieden von Frederiksborg am 14. Juli 1720 beendet, Preußen und Schweden schlossen bereits am 1. Februar 1720 in Stockholm Frieden, beide also vor 300 Jahren. Für Schweden bedeutete es das Ende seiner im Dreißigjährigen Krieg erlangten Großmachtstellung. Aber auch Dänemark war kein wirklicher Gewinner dieses Krieges. Die neuen Mächte hießen Preußen und vor allem Russland.

Vor 100 Jahren, am 15. Juni 1920, wurde in Folge des Versailler Friedensvertrages von 1919, der den Ersten Weltkrieg beendete, die heutige Grenze zwischen Deutschland und Dänemark festgelegt. Auch die übrige politische Landkarte wurde neu gezeichnet, etwa in Bezug auf die Baltischen Staaten, Finnland und Polen.

Vor 75 Jahren endete mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht der Zweite Weltkrieg in Europa. Teil dieses Krieges war das bislang größte Menschheitsverbrechen, die Ermordung von etwa sechs Millionen Juden durch den Holocaust.

Diese Jahrestage haben das Stadtarchiv der Hansestadt Stralsund und die Historische Kommission für Pommern e. V. zum Anlass genommen, um eine gemeinsame Tagung zum Thema „Frieden im Ostseeraum“ vorzubereiten. Sie wird aus zwei Teilen bestehen. Im ersten Teil werden die oben aufgezählten Friedensschlüsse und weitere Ereignisse bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts analysiert. Die Hauptfragestellung ist, was Frieden zum jeweiligen Zeitpunkt konkret bedeutete bzw. was die Zeitgenossen darunter verstanden. Der zweite Teil widmet sich dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Dieses Ereignis soll aus der Perspektive der verschiedenen Ostseeanrainer betrachtet werden. Sie waren Aggressor und Verlierer, Überfallene und Besetzte, Verteidiger und Sieger, Verbündete und Neutrale. Daraus ergeben sich unterschiedliche Folgen aus dem Jahr 1945 sowie auch unterschiedliche Sichtweisen und Bewertungen in der jeweiligen Erinnerungskultur. Diese sollen untersucht und präsentiert werden.

Die Tagung im Rathaus der Hansestadt Stralsund (Alter Markt) ist öffentlich. Sie richtet sich gleichermaßen sowohl an die Mitglieder der Historischen Kommission für Pommern e. V. als auch an die interessierte Öffentlichkeit. Um Voranmeldung bis zum 15. Oktober 2020 wird gebeten:

Stadtarchiv der Hansestadt Stralsund
Am Johanniskloster 35
18439 Stralsund
+49-3831-253-640
stadtarchiv@stralsund.de

Programm

Freitag, 6. November 2020

09.00 Uhr
Begrüßung
Dr.-Ing. Alexander Badrow, Oberbürgermeister der Hansestadt Stralsund / Prof. Dr. Haik Thomas Porada, Vorsitzender der Historischen Kommission für Pommern / Dr. Dirk Schleinert, Direktor des Stadtarchivs Stralsund

Moderation: Dr. Nils Jörn

09.30 Uhr
Prof. Dr. Oliver Auge, Kiel: Die Pax Danica der Waldemarzeit – Eine Friedensordnung im Ostseeseeraum zu Beginn des 13. Jahrhunderts im Zeichen des Kreuzes

10.10 Uhr
Prof. Dr. Klaus Neitmann, Berlin: Die Friedensschlüsse zwischen Deutschem Orden und den Herzögen von Pommern 15. Jahrhundert

10.50 Uhr
Kaffepause

11.10 Uhr
Dr. Bengt Büttner, Marburg a. d. Lahn: Der Stettiner Frieden von 1570

11.50 Uhr
PD Dr. Joachim Krüger, Wusterhusen: Die Friedensschlüsse der Jahre 1720/21

12.30 Uhr
Mittagspause

Moderation: Prof. Dr. Thomas Stamm-Kuhlmann

14.00 Uhr
Prof. Dr. Matthias Niendorf, Greifswald: Der Ostseeraum nach dem Ersten Weltkrieg

14.40 Uhr
Prof. Dr. Jens E. Olesen, Greifswald: 100 Jahre Deutsch-dänische Grenze

15.20 Uhr
Kaffepause

15.40 Uhr
Dr. Fritz Petrick, Mojenort: Norwegen 1945

16.20 Uhr
Prof. Dr. Manfred Menger, Jeeser: Der Übergang Finnlands vom Krieg zum Frieden 1944/45

19.30 Uhr
Dr. Dirk Schleinert, Stralsund: Stralsund und Pommern zur Zeit des Stralsunder Friedens

Sonnabend, 7. November 2020

Moderation: Prof. Dr. Stefan Kroll

09.00 Uhr
Prof. Dr. Karl Christian Lammers, Kopenhagen: Das Kriegsende 1945 in Dänemark und das künftige Verhältnis Dänemarks zu Deutschland

09.40 Uhr
Prof. Dr. Kent Zetterberg, Stockholm: Sweden and the end of the Second World War

10.20 Uhr
Kaffeepause

10.40 Uhr
Dr. Paul Srodecki, Kiel: Das Jahr 1945 in Polen

11.20 Uhr
Prof. Dr. Joachim Tauber, Lüneburg: Das Kriegsende 1945 in litauischer und russischer Perspektive: Historische Überlegungen und aktuelle Beobachtungen

12.00 Uhr
Dr. Matthias Manke, SchwerinNach der Deutschen Katastrophe. Vorpommern zwischen Mai und September 1945

12.40 Uhr
Abschlussdiskussion

13.00 Uhr
Ende der Tagung

Kontakt

Stadtarchiv der Hansestadt Stralsund
Am Johanniskloster 35
18439 Stralsund

Tel.: +49-3831-253-640
Mail: stadtarchiv@stralsund.de

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Veröffentlicht am
17.09.2020
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