Sakrale Schriftbilder. Zur ikonischen Präsenz des Geschriebenen im mittelalterlichen Kirchenraum / Sacred Scripted Images. The Iconic Presence of Script in Medieval Liturgical Space

Sakrale Schriftbilder. Zur ikonischen Präsenz des Geschriebenen im mittelalterlichen Kirchenraum / Sacred Scripted Images. The Iconic Presence of Script in Medieval Liturgical Space

Veranstalter
SFB 933 «Materiale Textkulturen» Teilprojekt A05 «Schrift und Schriftzeichen am und im mittelalterlichen Kunstwerk» / Universität Heidelberg - Institut für Europäische Kunstgeschichte
PLZ
69117
Ort
Heidelberg
Land
Deutschland
Vom - Bis
20.01.2022 - 22.01.2022
Deadline
13.11.2020
Von
Tobias Frese, Lisa Horstmann, Matthias Untermann, Franziska Wenig, Institut für Europäische Kunstgeschichte, Universität Heidelberg

Schrifttragende Artefakte im Kirchenraum zeugen vom äußerst vielfältigen Schriftgebrauch im Kontext der Messe, v.a. aber von der Präsenz des Geschriebenen am sakralen Ort. Die Geschichts-, Kunst-, Bild- und Liturgiewissenschaften haben sich ausgiebig mit Formen und Voraussetzungen von Präsenzeffekten beschäftigt und die versch. Mittel, Praktiken und Strategien visueller Inszenierung untersucht. Die Tagung wird an diese Forschungen anknüpfen und versuchen sie auf das Medium Schrift zu übertragen.

Sakrale Schriftbilder. Zur ikonischen Präsenz des Geschriebenen im mittelalterlichen Kirchenraum / Sacred Scripted Images. The Iconic Presence of Script in Medieval Liturgical Space

Schrifttragende Artefakte im Kirchenraum, von der mosaizierten Apsis bis zum liturgischen Gerät, zeugen von einem äußerst vielfältigen Schriftgebrauch im Kontext der Messe, vor allem aber von der Präsenz des Geschriebenen an einem sakralen Ort. „Präsenz“ wird hier als eine dynamische Kategorie verstanden, die über den Akt des Lesens als eine Möglichkeit der Rezeption hinausweist und das materielle Vorhanden-Sein von Schriften und Schriftzeichen im Kirchenraum thematisiert sowie die schriftbildliche Inszenierung sakraler Autorität und Macht in den Blick treten lässt.

Die Geschichts-, Kunst-, Bild- und Liturgiewissenschaften haben sich in den letzten Jahren ausgiebig mit den Formen und Voraussetzungen von Präsenz-Effekten (etwa in der Ausübung von Herrschaft) beschäftigt sowie die verschiedenen Mittel, Praktiken und Strategien visueller Inszenierung (Bilder, Gesten, Rituale) untersucht. Die geplante Tagung wird an diese Forschungen anknüpfen und die genannten Fragen auf das Medium Schrift – ob gemalt, gemeißelt, geritzt, genäht oder geprägt – übertragen. Wie bereits angedeutet wird es dabei weniger um die Frage gehen, auf welche Weise etwa liturgische Bücher zur Lesung und Rezitation während der Messe dienten. Vielmehr soll nach der spezifischen Materialität, Ikonizität und Wirksamkeit – kurz: Präsenz – von Schriften im Messkontext gefragt werden: Welchen Anteil hatten die im Kirchenraum, insbesondere die am und auf dem Altar, vorhandenen Schriften an der Produktion von Präsenz und Suggestion von Sakralität? Wurde einzelnen Schriften und Büchern, vor allem der „Heiligen Schrift“ der Bibel, in ihren materialen Erscheinungen und Inszenierungen sakraler oder sakramentaler Charakter zugeschrieben? Lässt sich in diesem Zusammenhang gar von einer „sakramentalen Schriftpräsenz“ sprechen? Ziel der Tagung ist nicht zuletzt, die Tragweite und Grenzen dieser streitbaren Kategorie im interdisziplinären Gespräch zu diskutieren.

Diesem interdisziplinären Fokus der Tagung entsprechend sind Beiträge aus den Bild- und Kunstwissenschaften, der Theologie, Geschichtswissenschaft, Liturgiewissenschaft, Germanistik und anderen relevanten Disziplinen erwünscht. Nachwuchswissenschaftler/innen werden ausdrücklich ermutigt, Vorschläge einzureichen.

Vorschläge für einen Redebeitrag von 20-30 Minuten mit anschließender Diskussion senden Sie bitte bis zum 13. November 2020 unter Angabe des Titels und einer knappen inhaltlichen Zusammenfassung (max. 500 Worte), sowie der wissenschaftlichen Kurzvita (max. 1 Seite) nebst Kontaktdaten an: schriftbilder@zegk.uni-heidelberg.de

Sacred Scripted Images. The Iconic Presence of Script in Medieval Liturgical Space

Inscribed artefacts in liturgical space, from apse mosaics to liturgical vessels, are not only evidence of the wide range of the use of script within the context of mass, but also testify to the presence of something written at a sacred place. “Presence”, here, is understood as a dynamic category, surpassing the act of reading as one form of reception and broaching the issue of the material quality of script and letters in liturgical space, as well as the visual implementation of sacred authority and power.

During the past years, the historical, art historical and liturgical sciences, as well as the visual culture studies have extensively researched the forms and requirements of presence effects (as in the exertion of sovereignty). Research has also been conducted on the different means, practices and strategies by which visual implementation (as in images, gestures and rituals) is achieved. The conference will build on this research, transferring these questions to the media of script – be it painted, chiselled, scratched, sewn or embossed. As previously indicated, the conference will focus less on the ways in which liturgical books served the reading and recitation during mass. Instead, we aim to question the material form, iconicity, and effectiveness – in short, the presence – of script in the context of mass: To which extent did script within liturgical space, especially script at and on top of the altar, produce presence and suggest sacredness? Was a sacred or sacramental significance attributed to the material appearance and presentation of single scripts and books, particularly to the “Holy script“ of the bible? Could we maybe even speak of a “sacramental presence of script” within this context?

Last but not least, the conference has set the goal to test the scope and the limits of this questionable category by means of an interdisciplinary discussion. Consequently, we hope to receive contributions of art historians, theologists, historians, German philologists, liturgical science and visual culture specialists, as well as experts in other relevant scientific fields. We explicitly encourage junior scientists to submit their proposals. Proposals for lectures of 20 – 30 minutes with a follow-up discussion can be submitted until November 13th, 2020. Please send the title for your submission, as well as a brief summary (max. 500 words), a short academic curriculum vitae (max. 1 page), and your contact information to: schriftbilder@zegk.uni-heidelberg.de.

Kontakt

schriftbilder@zegk.uni-heidelberg.de

Redaktion
Veröffentlicht am
05.10.2020
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