Burg – Adel – Landschaft. Burgen als landschaftsprägende Ressourcen im Mittelalter

Burg – Adel – Landschaft. Burgen als landschaftsprägende Ressourcen im Mittelalter

Veranstalter
Sonderforschungsbereich 1070 RessourcenKulturen; Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften Tübingen
PLZ
72074
Ort
Tübingen
Land
Deutschland
Vom - Bis
22.10.2020 - 23.10.2020
Deadline
19.10.2020
Von
Sonderforschungsbereich 1070 Ressourcenkulturen

Tagung des Sonderforschungsbereiches 1070 RessourcenKulturen (Projekt B03: Ressourcenerschließung und Herrschaftsräume im Mittelalter: Klöster und Burgen) und des Instituts für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften Tübingen

Burg – Adel – Landschaft. Burgen als landschaftsprägende Ressourcen im Mittelalter

Burgen stellten für den Adel des Mittelalters ein zentrales Element des Adlig-Seins dar. Sie waren gleichermaßen militärisches Machtmittel, ökonomisches Zentrum wie Kristallisationspunkt von Herrschaftsrechten – und ermöglichten somit Zugriff auf materielle wie immaterielle Ressourcen. Als demonstrativer Wohnort, als Zeichen der Zugehörigkeit, hatten Burgen zudem selbst eine standeskonstituierende Bedeutung.

Burgenbau und -nutzung war bestimmt von natur-, kultur- und siedlungslandschaftlichen Faktoren; vom fischreichen Wasser nebenan genauso wie dem Zugang zur nächsten Siedlung. Gleichzeitig waren Burgen Ausgangspunkt anthropogener Landschaftsveränderungen im Umfeld. Für die jüngere Burgenforschung ist dieser räumliche Blick auf den Gegenstand von zentraler Bedeutung. Dabei erweisen sich Burgen oftmals nicht als isolierte, homogene Zentren, sondern vielmehr als disparate und wandelbare Einheiten, welche Teil eines komplexen räumlichen wie sozialen Gefüges sind.

Die Analyse von Burgen geht entsprechend mit der Analyse ihrer Nutzer sowie räumlichen Einbettung einher. Diese beiden Aspekte des populären Themas ‚Burg‘ werden in der Forschung besonders unter den Schlagwörtern ‚Adel‘ und ‚Landschaft‘ diskutiert, wobei beide Begriffe unterschiedliche disziplinäre – eher historische und eher archäologische – Perspektiven auf das Thema spiegeln.

Diese Verbindung von Disziplinen ist zentrales Element der Tagung. Ziel ist es, gemeinsam die mit dem Titel aufgezeigten Denkmuster zu reflektieren und Chancen, Grenzbereiche und Probleme zu diskutieren. Neben innovativen Methoden sollen deshalb gerade auch nichtklassische Akteure und Anlagen vorgestellt werden.

Einzelfallstudien verschiedener Regionen ermöglichen renommierten Wissenschaftler_Innen als auch Nachwuchswissenschaftler_Innen eine gemeinsame Analyse von Burgen als landschaftsprägende Ressourcen (nicht nur) des Adels. Ein Fokus liegt auf Prozessen, auf den Dynamiken, welchen die Burgen und die Akteure in ihrem Umfeld unterliegen: Burg, Adel und Landschaft werden als dynamische, als wandelbare Konzepte verstanden, für deren Erforschung eine differenzierte, interdisziplinäre Analyse unabdingbar ist.
Die Tagung soll somit einen Beitrag liefern zur Reflexion von Stand und Perspektiven der Burgenforschung.

Aufgrund der anhaltenden Coronasituation findet die Tagung ausschließlich online statt.

Anmeldungen zur Tagungsteilnahme bis spätestens 19.10.2020 an: sekretariat.ifgl@ifgl.uni-tuebingen.de

Programm

Donnerstag, 22. Oktober 2020
9:15 Uhr Begrüßung und Einführung Sonderforschungsbereich 1070 Projekt B03

Online Session: Burg und Adel 1
Moderation: Sigrid Hirbodian (Tübingen)

9:30 Uhr
My home is my castle. Burgen als Ressourcen des niederen Adels an der Alb
Jonas Froehlich (Tübingen)

10:30 Uhr
Adel und Burgen im Landkreis Esslingen
Manfred Waßner (Esslingen)

11:30 Uhr
Zwischen Bauern und Königen.Einbettung spätmittelalterlicher Burgen in gesellschaftliche Verflechtungen in Nordfriesland und Dithmarschen
Jens Boye Volquartz (Kiel)

12.30 Mittagspause

Online Session: Burg und Adel 2
Moderation: Karl-Heinz Spieß (Greifswald)

13:30 Uhr
Vom Burgfrieden zum Familienrecht. Burg und Ganerbschaft Buchenau im 15. und 16. Jahrhundert
Simon Bürcky (Gießen)

14:30 Uhr
Mit „eyden und diensten als soliches burglehns recht […] ist“. Burglehen, Burgmannen und Burgmannensitze im Spiegel der Forschung
Jens Friedhoff (Braubach)

15:30 Uhr
Die Menschen hinter der Festung. Kontrolle, Konflikt und Kommunikation am Beispiel der württembergischen Landesfestungen Schorndorf und Hohenasperg
Lea Wegner (Tübingen)

Livestream aus Tübingen
Moderation: Rainer Schreg (Bamberg)
Preisträger des Barbara-Scholkmann-Nachwuchsförderpreises für Historische Archäologie

18:00 Uhr
Burg Scharfeneck am Leithagebirge. Landschaft & Ressourcen
Roland Filzwieser (Wien)

19:00 Uhr
Demonstrativ ungeschickt. Adelige Kleidung als Zeichen der Abkömmlichkeit
Fabian Brenker (Nürnberg)

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Freitag, 23. Oktober 2020
Online Session: Burg und Landschaft
Moderation: Lukas Werther (Tübingen)

9:00 Uhr
Burgenlandschaften des hohen Mittelalters im deutschen Südwesten
Peter Rückert (Stuttgart)

10:00 Uhr
Castles and their Landscapes. An Overview of Research Directions in England
Oliver Creighton (Exeter)

11:00 Uhr
Die räumliche Dimension des Burgenbaus an der Flensburger Förde während der Herrschaft Valdemars IV. von Dänemark
Stefan Magnussen (Leipzig)

12:00 Uhr
Burgen an der Schwäbischen Alb und ihr Umland
Michael Weidenbacher (Tübingen)

13:00 Uhr Mittagspause

Online Session: Burgen, Realien und Akteure
Moderation: Timm Radt (Stuttgart)

14:00 Uhr
Kommunikation, Diffusion und Austausch. Die Burg als Knotenpunkt für Menschen, Objekte und Ideen
Christina Schmid (Linz)

15:00 Uhr
Haushalt und Landschaft. Adelige Ordnungspraktiken der Frühen Neuzeit am Beispiel der Herrschaft Windhag, Oberösterreich
Thomas Kühtreiber (Krems)

16:00 Uhr
Die ‚Symbole der Macht‘ als monastische Ressource. Burgen und Abtsherrschaft in der St. Galler Klosterchronistik des hohen Mittelalters
Marco Krätschmer (Marburg)

17:00 Uhr
Bürgerliche Ritterburgen? Burg- und Herrschaftserwerb von Angehörigen der Kölner Führungsschicht
Markus Jansen (Köln)

Verleihung Barbara-Scholkmann-Nachwuchsförderpreis für Historische Archäologie auf Schloss Hohentübingen
18:30
Veranstaltung für geladene Gäste

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Tagungsorganisation: Jonas Froehlich
Projektleitung: Prof. Dr. Sigrid Hirbodian / Prof. Dr. Rainer Schreg

Kontakt

Jonas Froehlich
Gartenstraße 29
72074 Tübingen
jonas.froehlich@uni-tuebingen.de

Anmeldung zur Tagung: sekretariat.ifgl@ifgl.uni-tuebingen.de

https://uni-tuebingen.de/de/126651