VERSCHOBEN Das jüdische Frankfurt

Das jüdische Frankfurt

Organizer
Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland, Institut für Christlich-Jüdische Studien an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau, LOEWE-Forschungsprojekt "Religiöse Positionierung", Jüdisches Museum Frankfurt
Funded by
Hessisches Ministerium für Wissenschaft Kunst, Georg und Franziska Speyersche Hochschulstiftung Stiftung, Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main
ZIP
60311
Location
Frankfurt a. M.
Country
Germany
From - Until
29.11.2020 - 01.12.2020
By
Stefan Vogt, Martin-Buber-Professur, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Aufgrund der Corona-Situation muss die Konferenz nun in das Jahr 2021 verlegt werden. Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Die Konferenz widmet sich der Geschichte der Juden in Frankfurt als herausragendes Beispiel und als zentraler Ort für die deutsche und die hessische jüdische Geschichte, für deren kulturelle, soziale und religiöse Entwicklung und für die Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden.

Das jüdische Frankfurt

Die Stadt Frankfurt nimmt in der deutsch-jüdischen Geschichte einen einzigartigen Platz ein. In Frankfurt bestand lange Zeit die größte jüdische Gemeinde Deutschlands, und bis 1933 war die Stadt eines der wichtigsten Zentren jüdischen Lebens in Deutschland und in Europa. Ihre Geschichte wurde wie die wohl keiner anderen Stadt in Deutschland geprägt durch ihre jüdischen Bürgerinnen und Bürger, die einen wesentlichen Anteil daran hatten, dass Frankfurt zu einer der bedeutendsten kulturellen und wirtschaftlichen Metropolen Deutschlands wurde. Frankfurt war aber auch die erste Stadt in Deutschland, die Juden zwang, in einem Ghetto zu leben, und eine der letzten, die diesen Zwang aufhob. Von den etwa 30.000 Juden, die 1933 in Frankfurt lebten, haben nur etwas mehr als 100 den Nationalsozialismus in der Stadt überlebt. Tausende wurden in den Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet, viele weitere mussten fliehen. Trotzdem hat sich die Frankfurter jüdische Gemeinde nach schwierigen Anfängen nach 1945 heute wieder zu einer der größten und lebendigsten in Deutschland entwickelt.

Die Konferenz untersucht, wie sich Frankfurt zu einer so bedeutenden jüdischen Stadt entwickelt hat, aber auch wie es zu einem Ort der Ausgrenzung und Verfolgung wurde, und sie diskutiert das Verhältnis der Frankfurter jüdischen Gemeinden zur Stadt Frankfurt und zu deren jüdischen und nichtjüdischen Bewohnern. Sie fragt außerdem nach der Rolle Frankfurts für die jüdische Geschichte Hessens und nach der Bedeutung der Stadt und ihrer jüdischen Gemeinden für die Juden in der Region und darüber hinaus. Die Konferenz bringt dafür international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen und präsentiert die neuesten Erkenntnisse der Forschung zur jüdischen Geistes- und Kulturgeschichte Frankfurts von der Emanzipation bis zum Beginn des Nationalsozialismus. Sie ist damit Teil des Projekts „Synagogen-Gedenkbuch Hessen“, das sich eine umfassende Erforschung und Dokumentation der Geschichte der hessischen jüdischen Gemeinden und ihrer Synagogen zum Ziel gesetzt hat. Zugleich ist sie Teil des Eröffnungsprogramms des Jüdischen Museums Frankfurt.

Aufgrund der durch die Corona-Pandemie notwendigen Beschränkungen ist die Teilnahme ausschließlich online möglich. Die Konferenz wird live gestreamt auf dem Youtube-Kanal des Jüdischen Museums Frankfurt:

https://www.youtube.com/channel/UCLs02UuJNRdwi1Yb2lKXqww

Programm

Sonntag 29.11.2020

18:00-19:00
Begrüßung und thematische Eröffnung
Mirjam Wenzel (Jüdisches Museum Frankfurt)
Grußworte
Josef Schuster (Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland)
Boris Rhein (Präsident des Hessischen Landtags)
Uwe Becker (Bürgermeister der Stadt Frankfurt am Main)

Einführung
Doron Kiesel (Zentralrat der Juden in Deutschland)
Christian Wiese (Goethe-Universität Frankfurt am Main)
Gury Schneider-Ludorff (Augustana-Hochschule Neuendettelsau)

19:00-20:00
Keynote Vortrag:
Salomon Korn (Vorsitzender, Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main)
Die Frankfurter Jüdische Gemeinde im 19. und frühen 20. Jahrhundert
Moderation: Doron Kiesel (Zentralrat der Juden in Deutschland)

20:00: Empfang

Montag 30.11.2020

9:00-11:00
Panel: Der Beginn der Emanzipation in Frankfurt
Moderation: Grazyna Jurewicz (Goethe-Universität Frankfurt am Main)
Vera Kallenberg (Universität Erfurt): Emanzipation, Geschlechter- und Rechtsgeschichte: Jüdinnen und Juden in der Frankfurter Strafjustiz
Till van Rahden (Université de Montréal): Vielheit im Zeichen der Emanzipation: Juden und die Ambivalenzen der bürgerlichen Gesellschaft
Sonja Thäder (Jüdisches Museum Frankfurt): Die Familie Rothschild

11:00-11:30: Kaffeepause

11:30-12:30
Vortrag:
Susan Nashman Fraiman (The Hebrew University, Jerusalem)
Jew, Artist and Citizen of Frankfurt: The Lives of Moritz Oppenheim
Moderation: Erik Riedel (Jüdisches Museum Frankfurt)

12:30-14:00: Mittagessen

14:00-16:00
Panel: Jüdinnen und Juden in der Frankfurter Bürgergesellschaft
Moderation: Stefan Vogt (Goethe-Universität Frankfurt am Main)
Andrea Hopp (Zentrum für Antisemitismusforschung, Berlin): Jüdisches Bürgertum im 19. Jahrhundert: Das Beispiel Frankfurt am Main
Heike Drummer (Jüdisches Museum Frankfurt): „Vertheidigung der bürgerlichen Gleichstellung der Juden“: Vormärz und Paulskirche. Hoffnungen. Enttäuschungen
Franziska Krah (Jüdisches Museum Frankfurt): „Es war ihr geliebtes Daham“. Die Franks, eine Familie aus Frankfurt

16:00-16:30: Kaffeepause

16:30-18:30
Panel: Die Wissenschaft des Judentums in Frankfurt
Moderation: Axel Töllner (Augustana-Hochschule Neuendettelsau)
Christian Wiese (Goethe-Universität Frankfurt am Main): Frankfurt als Zentrum der Wissenschaft des Judentums vor 1933
Rachel Heuberger (Goethe-Universität Frankfurt am Main): Nehemias Anton Nobel und das Jüdische Lehrhaus
Kerstin von der Krone (Goethe-Universität Frankfurt am Main): Die Freimann-Sammlung in der Frankfurter Universitätsbibliothek

18.30-19.30: Abendessen

19:30-20:30
Keynote Vortrag:
Micha Brumlik (Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg)
Frankfurt und seine Juden – ein Fall von Zugehörigkeit
Moderation: Christian Wiese (Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Dienstag 1.12.2020

9:00-11:30
Panel: Religiöse Strömungen im Frankfurter Judentum
Moderation: Kathrin Schön (Jüdisches Museum Frankfurt)
Andreas Gotzmann (Universität Erfurt): Das Frankfurter Rabbinat in der Moderne. Entwicklungen und Bedeutung
George Y. Kohler (Bar-Ilan University, Ramat-Gan): Der Rabbiner Leopold Stein als Theologe
Matthias Morgenstern (Universität Tübingen): Rabbiner Samson Raphael Hirsch und Dr. Isaac Breuer
Cornelia Berger-Dittscheid (Augustana-Hochschule Neuendettelsau): Die Architektur der Frankfurter Synagogen - Ausdruck der Einbindung der Juden in die großstädtische Gesellschaft

11:30-12:00: Kaffeepause

12:00-13:30
Panel: Jüdische Frauen- und Geschlechtergeschichte in Frankfurt
Moderation: Sara Soussan (Jüdisches Museum Frankfurt)
Eva-Maria Ulmer (Frankfurt University of Applied Sciences): Jüdische Pflegegeschichte in Frankfurt
Britta Konz (Technische Universität Dortmund): Bertha Pappenheim und der Jüdische Frauenbund

13:30-15:00: Mittagessen

15:00-17:00
Panel: Die Frankfurter Schule
Moderation: Ansgar Martins (Goethe-Universität Frankfurt am Main)
Philipp Lenhard (Universität München): Friedrich Pollock und der Anfang der Kritischen Theorie
Yael Kupferberg (Zentrum für Antisemitismusforschung, Berlin / Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt): Max Horkheimer und die Präsenz des Judentums
Jörg Später (Universität Freiburg): Der Nichtdazugehörige: Siegfried Kracauer, die jüdische Renaissance und die Frankfurter Schule

17:00-17:30: Kaffeepause

17:30-19:00
Podiumsgespräch: Geschichtsschreibung und Vermittlung von jüdischer Geschichte und Kultur
Mirjam Wenzel (Jüdisches Museum Frankfurt)
Doron Kiesel (Zentralrat der Juden in Deutschland)
Stefanie Schüler-Springorum (Zentrum für Antisemitismusforschung, Berlin)
Hetty Berg (Jüdisches Museum Berlin)
Moderation: Eugen El

Contact (announcement)

s.vogt@em.uni-frankfurt.de

Editors Information
Published on
27.10.2020
Contributor