Spionage in Festungen

Veranstalter
Deutsche Gesellschaft für Festungsforschung e. V.
PLZ
46483
Ort
Wesel
Land
Deutschland
Vom - Bis
05.12.2020 - 12.02.2021
Deadline
12.02.2021
Von
Eberhardt Kettlitz, praeHistoria. Archäologie & Geschichte

Die Jubiläumstagung der Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung wird an ihrem Gründungsort, der Stadt Wesel, zum Thema "Spionage in Festungen" stattfinden.

Spionage in Festungen

Wer kennt sie nicht aus der Literatur und dem Film, die verwegenen und oft verführerischen Agentinnen und Spione? Mata Hari und James Bond, Oberst Redl und Emma Peel? Sie umgab, ob in der später verklärten Realität oder in der Fiktion, eine Aura von Gefahr, Geheimnis und Abenteuer, gemischt mit einer faszinierenden oder abstoßenden Zwielichtigkeit.

In der Welt der zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen und in der Wirtschaft hatte und hat die Spionage die wichtige Funktion der verdeckten Informationsbeschaffung. Zum einen geht es um Wissen, welches für die eigene Entscheidungsfindung benötigt wird, zum anderen aber auch um die Verschleierung des eigenen Wissens gegenüber den Anderen. Sensible Felder solchen Informationsbedarfs sind die Politik, die Wirtschaft und natürlich auch das Militär. Neben Waffentechnologie, Ausrüstung, Lokalisierung von Truppen und reinen Formationszahlen, geht es bei Letzterem auch um die Verteidigungsfähigkeit in Form von Festungen.

Kenntnisse über Festungen konnten auf verschiedene Weise erlangt werden: durch die Festungstraktate, später auch durch Aufsätze in Fachzeitschriften, durch mündlichen Wissenserwerb, durch Abbildungen und Pläne und durch Besichtigungen. Diese Quellen allerdings waren öffentliche und veröffentlichte Quellen, die sicherlich nicht den vollständigen und exakten Tatsachenbestand widerspiegelten. Festungen hatten, gerade in der Frühen Neuzeit, einen hohen Symbolwert; und sie dienten auch der Abschreckung potentieller Gegner, weshalb sie durchaus vorgeführt wurden. Allerdings mussten (zumindest) Details verborgen bleiben, um sich nicht selbst zu schwächen. An dieser Stelle setzt die verdeckte Informationsbeschaffung, die Spionage, an.

Die Tagung will dem Fragekomplex dieses Wissenserwerbs nachgehen. Es stellen sich verschiedene Fragen auf verschiedenen Ebenen: Gibt es ausreichend Quellen zur Spionage in Festungen und wie sind sie überliefert? Wer waren Agentinnen und Agenten? Gab es systematische und institutionalisierte Spionage und wie war sie aufgebaut? Wo lag die Grenze zwischen offiziellen Besichtigungen und Vorführungen und der quasi illegalen Spionage? Und schließlich: Was geschah mit den erlangten Informationen; und was geschah mit ertappten Spionen? Wie sahen Gegenmaßnahmen zur Geheimhaltung aus?

Spionage wird dabei als eine Form der Kommunikation und der Verhandlung von Wissen betrachtet. Sie soll nicht vereinzelt, sondern im Kontext des zeitgenössischen Wissensfundus betrachtet werden. Gefragt sind sowohl Fallbeispiel von überlieferter Spionage in bestimmten Festungen als auch übergreifende und methodische Untersuchungen zur Wissenserlangung und -vermittlung im Festungsbau.

Vorschläge für Referate von 30 Minuten Redezeit werden bis 12. Februar 2021 erbeten an Dr. Eberhardt Kettlitz: info@praehistoria.de. Das Organisationsteam ist dankbar für ein kurzes Exposee von max. 1 DIN A 4-Seite Länge und einen Kurzlebenslauf. Es ist vorgesehen, die Beiträge in einem Band der Schriftenreihe „Festungsforschung“ zu publizieren.

Kontakt

Dr. Eberhardt Kettlitz, Alter Markt 5, 34281 Gudensberg,
info@praehistoria.de

https://www.festungsforschung.de