Schülerinnen- und Schülerleben im 19. und frühen 20. Jahrhundert

Schülerinnen- und Schülerleben im 19. und frühen 20. Jahrhundert

Veranstalter
Carola Groppe, Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg; Daniel Gerster, Forschungsstelle für Zeitgeschichte, Hamburg (Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg in Kooperation mit der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg)
Ausrichter
Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg in Kooperation mit der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg
PLZ
22043
Ort
Hamburg
Land
Deutschland
Vom - Bis
23.09.2021 - 24.09.2021
Deadline
31.03.2021
Von
Carola Groppe, Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften, Helmut-Schmidt-Universität, UniBw Hamburg

Schülerinnen und Schüler höherer Schulen sind in der historischen Forschung bislang vorwiegend als abstrakte Größe in Erscheinung getreten. Der Workshop wendet sich vor diesem Hintergrund der Frage zu, wie Aufwachsen, Alltagsleben und Freizeitverhalten höherer Schülerinnen und Schüler im deutschen Sprachraum im 19. und frühen 20. Jahrhundert (bis in die 1930er Jahre) gestaltet wurden, welchen Anteil daran Schülerinnen und Schüler als Akteure hatten und diskutiert Wege der Erforschung.

Schülerinnen- und Schülerleben im 19. und frühen 20. Jahrhundert

Schülerinnen und Schüler sind in der historischen Forschung bislang vorwiegend als abstrakte Größe in Erscheinung getreten. Sie firmieren meist als Objekte schulischer und elterlicher Bildungs- und Erziehungsziele und/oder als quantifizierbare Gruppen der Bildungsplanung und -verwaltung. Als eigenständige Akteurinnen und Akteure sind sie bislang von der Geschichtswissenschaft und Historischen Bildungsforschung selten in den Blick genommen worden. Der Workshop möchte sich vor diesem Hintergrund mit der Frage befassen, wie sich Aufwachsen, Alltagsleben und Freizeitverhalten von Schülerinnen und Schülern höherer Schulen im deutschen Sprachraum im 19. und frühen 20. Jahrhundert (bis in die 1930er Jahre) gestalteten und welche Wege ihrer Erforschung es gibt. Das Interesse des Workshops richtet sich grundsätzlich auf sämtliche Aspekte und Beziehungen des Schüler- und Schülerinnenlebens in Schule, Familie und Freizeit. Zu fragen wäre unter anderem: Mit wem verbrachten Schülerinnen und Schüler ihre Zeit innerhalb und außerhalb des Unterrichts? Welche institutionellen, aber auch informellen Zusammenhänge bestanden in der Schule (schulische Aktivitäten und Schul-Vereine, jugendliche Zirkel), aber auch darüber hinaus? Welcher Art von Aktivitäten gingen Schülerinnen und Schüler außerhalb des Schulunterrichts nach? Wo fanden diese statt? In welchem Verhältnis standen sie zu familialen Milieus und Schultypen? Und welche Bedeutung (sofern nachweisbar) hatten die Beziehungen, Vergemeinschaftungen und jugendspezifischen Praktiken in ihrer Sozialisation?

Konkrete Themen, anhand derer die Fragestellung(en) des Workshops untersucht werden können, wären unter anderem:
- formelle und informelle Schülerzusammenschlüsse wie Klassengemeinschaften, offizielle Schülervereine (Sport- und Theatergruppen usw.), informelle (behördlicherseits verbotene) Schülerverbindungen, außerschulische Gruppen wie der Wandervogel
- Unterkünfte für Schülerinnen und Schüler wie Internate, Pensionate, Pensionen und Buden
- gleichgeschlechtliche Freundschaften von Schülerinnen und Schülern, Formen und Charakter von Peerbeziehungen
- erotische und sexuelle Kontakte und Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern
- (geschlechter-)spezifisches Freizeitverhalten (Alkohol, Rauchen, Ausflüge und Wirtshausbesuche, Theater- und Konzertbesuche)
- außerschulische Lektüren von Schülerinnen und Schülern
- Großstadt und ländliche Räume als Freizeitkontexte

Das Thema des Workshops wirft zugleich Quellenfragen sowie Fragen nach dem methodischen Zugang auf: Welche Möglichkeiten bieten historische biografische Zusammenhänge einzelner Personen, um verschiedene Aspekte von Schülerleben zu erforschen? In welchem Maße eignen sich die Historische Sozialisationsforschung und/oder die Institutionen- und Verwaltungsgeschichte, um die Aktivitäten von Schülerinnen und Schülern außerhalb und innerhalb des Bildungswesens zu untersuchen? Welche Zugänge gibt es darüber hinaus, um sich dem Leben von Schülerinnen und Schülern im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu nähern?

Je nach methodischem Zugriff bieten sich unterschiedliche Quellengattungen für die Untersuchung an, zum Beispiel:
- Briefe (an Eltern, Geschwister, Freundinnen und Freunde)
- Tagebücher, private Aufzeichnungen aus der Schulzeit
- Protokolle von Lehrerkollegien, Strafbücher, Klassenbücher usw.
- Schul- und Schülerzeitschriften
- Schuljahresberichte
- Berichte der Provinzialschulkollegien und der Kultusministerien (Visitationen usw.)
- Protokolle der Direktorenkonferenzen
- pädagogische Zeitschriften und Lexika
- Vereinsschrifttum, z.B. Zeitschriften und Sitzungsprotokolle, Aufzeichnungen über Vereinstätigkeiten

Der Workshop ist offen für die gesamte Breite disziplinärer und methodischer Zugänge zum Thema „Schülerinnen- und Schülerleben“. Wünschenswert sind auch Beiträge, die konzeptuelle und theoretische Aspekte in den Mittelpunkt stellen. Die Vorträge, working papers etc. sollen einen zeitlichen Umfang von 30 Minuten nicht überschreiten.

Bitte reichen Sie bis spätestens bis zum 31. März 2021 einen Vortragstitel und ein kurzes Exposé ein. Schicken Sie Ihren Vorschlag per E-Mail bitte an Carola Groppe:
groppe@hsu-hh.de

Kontakt

Dr. Daniel Gerster
Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg
Beim Schlump 83
20144 Hamburg
Email: gerster@zeitgeschichte-hamburg.de

Prof. Dr. Carola Groppe
Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften
Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg
Postfach 700822
22008 Hamburg
Email: groppe@hsu-hh.de

Redaktion
Veröffentlicht am
10.01.2021
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