Jüdische Autoren und Macht in griechisch-römischer Zeit

Jüdische Autoren und Macht in griechisch-römischer Zeit

Veranstalter
Judith Göppinger, Rotem Avneri Meir (Universität Bern)
Ausrichter
Universität Bern
PLZ
3012
Ort
BErn
Land
Switzerland
Vom - Bis
03.06.2021 - 04.01.2021
Deadline
01.02.2021
Von
Judith Göppinger, Theologische Fakultät, Institut für Judaistik, Universität Bern

Welche Rolle spielt "Macht" in den Texten jüdisch-hellenistischer Autoren der griechischen und römischen Zeit? Wie gehen die Autoren mit physischer, politischer, ökonomischer Macht in ihren Schriften um? Welche Formen von Macht werden ersichtlich? Dieser Workshop richtet sich vor allem an den wissenschaftlichen Nachwuchs mit dem Ziel, eine möglichst interdisziplinäre Diskussion des Themas zu ermöglichen. Deadline für Abstracts (max. 300 Wörter) ist der 1. Februar 2021.

Jüdische Autoren und Macht in griechisch-römischer Zeit

Die Frage nach Macht und Machtstrukturen erfuhr und erfährt noch immer grosse Beachtung in wissenschaftlichen Untersuchungen der griechisch-römischen Zeit und sie ist ganz besonders prominent in Analysen der komplexen und ereignisreichen Geschichte des Judentums in dieser Zeitspanne. Die Auseinandersetzung mit dieser Thematik betrifft ein weites Feld, von Machtausübung seitens der herrschenden Imperien oder Widerstand gegen (als ungerecht und tyrannisch empfundene) Herrschaft seitens der lokalen Bevölkerungen. Dennoch sehen diese Auseinandersetzungen Macht als zumeist physische Entität, wie Ausübung von Macht als Gewalt seitens eines Staatsgefüges oder als Ausbeutung unterworfener Völker. Die fruchtbare Anwendung postkolonialer Theorien und Perspektiven auf die Antike und auf die Jewish Studies hat diesen Trend zwar gebrochen und den Fokus auf Formen ‘weicher’ Machtausübung gerichtet, aber nicht immer ist die Übertragung und Anwendung moderner Theorien auf antike Verhältnisse problemlos möglich. Der geplante Workshop soll als Ausgangspunkt dienen für eine Diskussion, wie jüdische Autoren Macht und Machtverhältnisse in ihren Texten darstellen, be- und ergründen. Der Mittelmeerraum sowie beträchtliche Teile des Mittleren und Nahen Ostens standen in griechisch-römischer Zeit unter wechselnder, indirekter und direkter Fremdherrschaft und alle dortigen Völker mussten sich mit den daraus folgenden, sich stetig ändernden Machtstrukturen und Machtverhältnissen auseinandersetzen – wie auch mit dem Verlust der eigenen Macht und politischen Autonomie. Es wäre beispielsweise zu fragen: Definieren jüdisch-hellenistische und jüdisch-römische Autoren Macht und falls ja, wie definieren sie Macht? Wie wird Macht in ihren Texten begründet, beschrieben und verhandelt? Gibt es Texte, die sich im- oder explizit aufeinander beziehen, finden sich Querverweise? Wie nehmen die Autoren Macht wahr und wie kann sich diese Wahrnehmung auf ihre Texte auswirken – inhaltlich wie formal? Lässt sich Macht nachvollziehen in Charakterbeschreibungen, konstatierten sozialen Normen und Tugenden? Zeichnen sich die Texte durch einen Blick von innen, vom Machtzentrum ausgehend, oder durch einen Blick von aussen, von der Peripherie aus? Gibt es Beschränkungen von Macht oder werden alternative Herrschaftsstrukturen diskutiert? Finden sich in den Texten Hinweise auf einen (angestrebten) Ausgleich der Machtverhältnisse?

Ziel des Workshops ist es, Wissenschaftler/innen aus allen Bereichen der Altertumswissenschaft zu gewinnen für eine Diskussion und Untersuchung des Einflusses der hellenistischen und römischen Machtstrukturen auf Autoren aus dem Mittelmeerraum und dem Nahen Osten. Beiträge aus allen Disziplinen sind willkommen und dieser Workshop richtet sich explizit an Nachwuchswissenschaftler/innen und Post-Docs. Interessenten werden gebeten, einen Abstract von maximal 300 Wörtern bis zum 1. Februar an rotem.avnerimeir@helsinki.fi oder judith.goeppinger@theol.unibe.ch zu schicken. Der Workshop wird online via Zoom stattfinden.

Jewish authors and power in the Graeco-Roman period

Questions regarding power and power relations have been a prominent topic in the study of the Greco-Roman period and especially regarding the complicated and eventful history of Judaism in this period. Whether relating to the use of power by ruling empires or the resistance to it by local populations, scholarship has often focused on forms of ‘physical’ power like state violence and the extortion of revenue from subjugated populations. The adoption of post-colonial perspectives by scholars of antiquity and Jewish Studies changed this trend and brought with it new studies on forms of ‘soft’ power and the ways in which subaltern groups employed it. While undoubtedly a welcome development, some contemporary studies are too quick to apply contemporary concepts and circumstances to the ancient world. In this workshop, we wish to turn our look to the ancient evidence and to the ways in which (mainly) Jewish authors describe and establish notions of power. In the Greco-Roman period, and throughout the Mediterranean and the Near East, different communities encountered new and changing forms of dominance and had to respond to them by rethinking old concepts and formulating new ones. We ask: How do the authors define power, or do they define it at all? How is power described, established and negotiated in (and between?) texts? How do the authors perceive power, how does it affect their writings and form their texts (implicitly or explicitly)? How is power tangible in character depictions, virtues, moral and social standards? Do the authors pursue an inside, for example Rome centred, view or rather an outside one? Are there any limitations to power or alternative sources to it? Can we detect notions of power balance or attempts to create such a balance?

We aim to bring together students of the Greco-Roman world with different points of view on the centrality and importance of Hellenistic and Roman empires and their impact on the Mediterranean and Near Eastern authors for a discussion of the matter. Contributions from various disciplines are welcome and this workshop explicitly invites MA students, PhD students as well as Post-Docs to contribute. Please send an abstract of no more than 300 words to rotem.avnerimeir@helsinki.fi or judith.goeppinger@theol.unibe.ch by February 1st. Due to the covid-19 pandemic, the workshop will take place online via Zoom.

Kontakt

judith.goeppinger@theol.unibe.ch
rotem.avnerimeir@helsinki.fi

Redaktion
Veröffentlicht am
13.01.2021
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