Themenheft "Solidarität"

Veranstalter
kuckuck. Notizen zur Alltagskultur; contact for this issue: Johanna Menhard & Sarah Nimführ
PLZ
8010
Ort
Graz
Land
Austria
Vom - Bis
01.03.2021 -
Deadline
01.03.2021
Von
Sarah Nimführ, Universität Wien

Themenheft "Solidarität"

Wir freuen uns auf Abstracts, Ideen und Vorschläge für wissenschaftliche, aktivistische und/oder künstlerische Beiträge zum Thema "Solidarität" für die Ausgabe 02/21 des 'kuckuck. Notizen zur Alltagskultur'.

Thematic Issue "Solidarity"

We look forward to receiving abstracts, ideas, and proposals for scholarly, activist and/or artistic contributions on the topic of "Solidarity" for issue 02/21 of 'kuckuck. Notizen zur Alltagskultur'.

Themenheft "Solidarität"

Lange Zeit war Solidarität ein wichtiger Begriff in (linken) politischen Kontexten und in der Arbeiter:innenbewegung – als internationale Solidarität der Unterdrückten und als Klassensolidarität des Proletariats. Aktuell rückt der Begriff „Solidarität“ wieder in den Mittelpunkt: Solidarisch gegen Rassismus und Solidarität mit Black, Indigenous und People of Color, solidarisch gegen das Sterben im Mittelmeer und Solidarität mit Geflüchteten, solidarisch gegen die Ausbreitung von COVID-19 und Solidarität mit den sogenannten „Risikogruppen“ und überlasteten Gesundheitssystemen, solidarisch gegen Sexismus, Klassismus, Ableismus, etc. Solidarität ist wichtig für ein menschliches Miteinander. Seit Kurzem wird aber auch von der politischen Rechten und rechtsextremen Parteien unentwegt Solidarität beschworen, um die Bevölkerung vor vermeintlichen Bedrohungen von außen zu schützen.

In vielfältigen neueren sozialen Bewegungen stellt sich die Frage nach Solidarität wieder und neu: Mit wem, mit was oder wogegen zeigen sich Menschen solidarisch? Welche Gesichter kann solidarische Verbündetenschaft haben? Und wie sieht gelebte Solidarität eigentlich aus? Wie können gelebte solidarische Strukturen institutionalisiert und nicht-institutionalisiert funktionieren? Was ist Solidarität und was ist sie nicht? Wie steht Solidarität zur Utopie?

Viele soziale Bewegungen zielen darauf ab, diejenigen, die nicht direkt von Ungerechtigkeit betroffen sind, zu mobilisieren, um für soziale Gleichheit zu kämpfen. Durch die Einbeziehung von Verbündeten gewinnen soziale Bewegungen nicht nur zahlenmäßig, sondern können auch ihren gesellschaftlichen Einfluss erhöhen, weil ihre Aktionen als legitimer und angemessener wahrgenommen werden. Gleichzeitig verstehen Verbündete nicht immer die Kämpfe der Menschen, mit denen sie agieren, oder können paradoxerweise die Hierarchien, die sie abschaffen wollen, neu erschaffen. Solidarität ist deshalb nicht unproblematisch und es ist wichtig zu hinterfragen, wann die Beteiligung von Verbündeten soziale Veränderungsbemühungen erleichtert oder untergräbt. Wie kann eine Praxis der Solidarität begründet werden? Wie können solidarische Praxen aussehen? Und was steht hinter dem Gedanken solidarischer Netzwerke?

Nicht zuletzt geht es bei der Diskussion um Solidarität auch darum, uns selbst zu befragen, wie und inwieweit mensch im aktivistischen, künstlerischen, akademischen und alltäglichen Umfeld, im Organisationsalltag und in Forschungspraktiken solidarisch handelt. Wie wird mit Entsolidarisierungsprozessen umgegangen? Wie viel Platz bleibt für Solidarität unter neoliberalen Zwängen? Und welche neoliberalen Imperative können auch hinter scheinbar solidarischem Handeln stecken?

Diese Ausgabe möchte sich dem Thema „Solidarität“ aus vielfältigen Perspektiven widmen und ist offen für verschiedene Formate.

Dementsprechend laden wir zu Beiträgen zu den folgenden Themenfeldern ein und sind dankbar für zusätzliche Perspektiven, die hier unerwähnt sind:

- Solidarität mit wem? Fragen von Inklusion und Exklusion
- Solidarität als affektive Kräfte (Emotionen, Praktiken, Beziehungen, Haltungen, Werte etc.)
- Feministische, dekoloniale und queere Möglichkeiten und Kontroversen von Solidarität
- Folgen des solidarischen Engagements von Verbündeten für den sozialen Wandel und die Gesellschaft (z.B. Kooperation, Kohäsion oder Konflikte, Dilemmata)
- Solidarität und Differenz in Bezug auf Gleichheit oder Gerechtigkeit
- Solidarität als Gruppendenken vs. Solidarität mit den „Anderen“
- Wandel von Solidaritätsvorstellungen
- Solidarität und die (Wieder)entstehung von kollektiven Identitäten
- Solidarität als akademische Praxis
- Solidarisch handeln und Aktivismus
- Solidarität und Wissenschaffen
- …?

Wir freuen uns auf Abstracts, Ideen und Vorschläge für wissenschaftliche, aktivistische und/oder künstlerische Beiträge sowie eine kurze biografische Notiz der Beitragenden bis zum 1. März 2021 an folgende E-Mail-Adressen:

jo.menhard@posteo.de / sarah.nimfuehr@univie.ac.at

Die Beiträge sollen nicht länger als 25.000 Zeichen inkl. aller Referenzen sein und durchlaufen einen kollaborativen Redaktionsprozess.

Weitere Informationen für Autor:innen wissenschaftlicher oder essayistischer Beiträge:

http://www.kuckucknotizen.at/kuckuck/index.php/vorschau_autorinnen/1-informationen_autorinnen

FRISTEN:
Einsendeschluss Abstracts/Ideen: 1. März 2021
Rückmeldung zu den Einreichungen: 15. März 2021
Einsendeschluss für die Manuskripte/Beiträge: 31. Juli 2021
Entscheidung der Einreichung/Feedback: Mitte September 2021
Frist für die finalen, überarbeiteten Beiträge: 15. Oktober 2021

Thematic Issue "Solidarity"

For a long time, solidarity was an important concept in (leftist) political contexts and in the workers' movement—in particular in the form of international solidarity with the oppressed and as solidarity with the proletariat. Currently, the term "solidarity" is back in the spotlight: solidarity against racism and solidarity with Black, Indigenous and People of Color, solidarity with those dying in the Mediterranean Sea and solidarity with refugees, solidarity against the spread of COVID-19 and solidarity with so-called "high risk groups" and with an overburdened health system, solidarity against sexism, classism, ableism, etc. Solidarity is important for human coexistence. Recently, however, the political right and extreme right-wing parties have also been invoked solidarity in order to protect the population from supposed external threats.

In a variety of new social movements, the question of solidarity arises again and anew: With whom, with what, or against what do people show solidarity? Which images of solidarity do allies assume? And what does lived solidarity actually look like? How can lived solidarity structures function in an institutionalized and non-institutionalized way? What is solidarity and what is it not? How does solidarity relate to utopian visions of society?

Many social movements aim to mobilize those who are not directly affected by injustice to fight for social equality. By including allies, social movements not only gain in numbers, but can also increase their social influence because their actions are perceived as more legitimate and appropriate. At the same time, allies do not always understand the struggles of the people they are acting with or, paradoxically, may entrench the hierarchies they seek to abolish. Solidarity is therefore ridden with challenges, and it is important to question when and under which conditions the involvement of allies facilitates or undermines efforts of societal change. How can a practice of solidarity be justified? What do practices of solidarity look like? And what is behind the idea of solidarity networks?

Last but not least, the discussion about solidarity is also about asking ourselves how and to what extent one acts in solidarity in activist, artistic, academic and everyday environments, in everyday organizational life and in research practices. How are processes of solidarity-unmaking or the erosion of solidarity dealt with? How is solidarity shaped under neoliberal forces? And what neoliberal imperatives lie behind actions of supposed solidarity?

This thematic issue aims to address the topic of "solidarity" from a variety of perspectives and is open to different formats.
We invite contributions on the following topics below as well as on additional perspectives beyond those listed here:

- Solidarity with whom? Questions of inclusion and exclusion
- Solidarity as affective forces (emotions, practices, relationships, attitudes, values, etc.)
- Feminist, decolonial, and queer possibilities and controversies of solidarity
- Consequences of the engagement by allies for societal change and for society (e.g., cooperation, cohesion or conflict, dilemmas)
- Solidarity and difference in relation to equality or justice
- Solidarity within a group vs. solidarity with the "other"
- Changing notions of solidarity
- Solidarity and the (re-)emergence of collective identities
- Solidarity as academic practice
- Solidarity and activism
- Solidarity and knowledge production
- …?

We look forward to receiving abstracts, ideas, and proposals for scholarly, activist and/or artistic contributions, as well as a brief biography of the contributor(s) by March 1, 2021 to the following email addresses:

jo.menhard@posteo.de / sarah.nimfuehr@univie.ac.at

Contributions should be no longer than 25,000 characters including all references and will go through a collaborative editing process.

Further information for authors of academic or essayistic contributions:
http://www.kuckucknotizen.at/kuckuck/index.php/en/preview_en/119-info_authors_en

DEADLINES:
Deadline for abstracts/ideas: March 1, 2021.
Feedback on submissions: March 15, 2021
Deadline for submission of manuscripts/contributions: July 31, 2021
Submission decision and feedback: mid-September 2021
Deadline for final, revised contributions: October 15, 2021

Kontakt

Johanna Menhard & Sarah Nimführ: jo.menhard@posteo.de / sarah.nimfuehr@univie.ac.at

http://www.kuckucknotizen.at/kuckuck/index.php/en/preview_en
Redaktion
Veröffentlicht am
19.01.2021
Beiträger
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