Transalpine Transferprozesse im 17. Jahrhundert Die Kaiserinnen Eleonora d.Ä. und Eleonora d.J. und ihr Umfeld

Transalpine Transferprozesse im 17. Jahrhundert Die Kaiserinnen Eleonora d.Ä. und Eleonora d.J. und ihr Umfeld

Veranstalter
Katrin Keller (Österreichische Akademie der Wissenschaften), Matthias Schnettger (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Gefördert durch
Forschungsplattform Frühe Neuzeit (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
PLZ
1030
Ort
Wien
Land
Austria
Vom - Bis
31.03.2022 - 01.04.2022
Deadline
30.04.2021
Von
Hannes Alterauge, Universität Mainz

Transalpine Transferprozesse im 17. Jahrhundert Die Kaiserinnen Eleonora d.Ä. und Eleonora d.J. und ihr Umfeld

Mit den beiden Kaiserinnen aus dem Haus Gonzaga(-Nevers) bestand im 17. Jahrhundert eine sechs Jahrzehnte andauernde enge dynastische Beziehung zwischen Wien und Mantua. Die Tagung wird die Rolle der Kaiserinnen in den interdynastischen Beziehungen und die vielseitigen Austauschprozesse zwischen beiden Höfen und deren Umfeld in dieser Epoche in interdisziplinärer Perspektive betrachten.

Transalpine transfer processes in the 17th century. The Empresses Eleonora Gonzaga and Eleonora Gonzaga-Nevers in their environment

With the two empresses from the House of Gonzaga(-Nevers), there was a close dynastic relationship between Vienna and Mantua that lasted six decades. The conference will consider the role of the empresses in interdynastic relationships and the varied exchange processes between the two courts and their surroundings in this era from an interdisciplinary perspective.

Transalpine Transferprozesse im 17. Jahrhundert Die Kaiserinnen Eleonora d.Ä. und Eleonora d.J. und ihr Umfeld

Am 2. Februar 1622 heiratete Kaiser Ferdinand II. in Innsbruck in zweiter Ehe die mantuanische Prinzessin Eleonora Gonzaga. Mit dieser Hochzeit begann eine über sechs Jahrzehnte andauernde Epoche engster dynastischer Beziehungen zwischen den Höfen von Wien und Mantua. Denn noch zu Lebzeiten Eleonoras d.Ä. (1598-1655) wurde ihre gleichnamige Großnichte 1651 die dritte Ehefrau Ferdinands III. Eleonora d.J. (1628-1686). Die beiden Kaiserinnen wirkten nicht nur selbst in vielfältiger Weise als Mittlerinnen zwischen ihrem Heimat- und ihrem Aufnahmehof, sondern stießen in ihrem Umkreis mannigfache transalpine Transferprozesse an. Alles spricht dafür, dass Eleonora Gonzaga und Eleonora Gonzaga-Nevers einen maßgeblichen Beitrag dazu leisteten, dass der Wiener Hof niemals stärker „italienisch“ geprägt war als in der Mitte und der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Das Ziel der Tagung ist, die transalpinen Transferprozesse im Umfeld der beiden Gonzaga-Kaiserinnen im Zusammenhang zu betrachten. Dabei wird Transfer nicht als eine bloße Übertragung von einem an einen anderen Ort verstanden, sondern als ein komplexer Prozess, der in unterschiedlicher Weise auch eine Transformation von Objekten und Wissensbeständen, von involvierten Personen und von Gesellschaften implizierte. Mitgedacht wird schließlich auch die raumbildende Wirkung von Transfer- und Austauschprozessen. Die Tagung folgt dem Konzept der Histoire croisée, die bestrebt ist, eindimensionale Betrach¬tungs¬weisen und Perspektivierungen zu überwinden und zu einer viel¬schichtigen, mehrdimen¬sionalen Analyse vorzudringen. Die Veranstaltung ist konsequent interdiszipli¬när angelegt. Es sollen aber nicht nur die disziplinären Grenzen überschritten, sondern insbesondere auch die spezifischen „nationalen“ – also „italienischen“ oder „deutschen“ bzw. eigentlich meist österreichischen, jedenfalls nordalpinen – Perspektiven aufgebrochen werden.

Eine erste Tagungssektion behandelt Hintergründe und Voraussetzungen, stellt maßgebliche Persön¬lichkeiten vor und analysiert ihre Netzwerke. Die zweite, umfangreichste Sektion der Tagung beleuch¬tet unterschiedliche Ebenen und Dimensionen der transalpinen Transferprozesse im Umkreis der Gonzaga-Kaiserinnen im Detail und im Zusammenhang. Die dritte Sektion weitet die Perspektive und stellt die Transferprozesse im Umkreis der Gonzaga-Kaiserinnen, teilweise auch vergleichend, in einen weiteren Kontext.

Die Ausschreibung richtet sich sowohl an etablierte Forschende als auch an Nachwuchsforschende, die zu den genannten Themenbereichen arbeiten. Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Die Reise- und Aufenthaltskosten werden von den veranstaltenden Institutionen übernommen.

Wir bitten um Zusendung von Beitragsvorschlägen in Form eines einseitigen Abstracts und Kurzbiografie an schnettger@uni-mainz.de bis zum 30.04. 2021.
Eine Publikation der Tagungsbeiträge ist vorgesehen.

Transalpine transfer processes in the 17th century. The Empresses Eleonora Gonzaga and Eleonora Gonzaga-Nevers in their environment"

On 2 February 1622, Emperor Ferdinand II married in second marriage the Mantuan princess Eleonora Gonzaga in Innsbruck. This marriage marked the beginning of an era of close dynastic relations between the courts of Vienna and Mantua lasting for over six decades. For even during the lifetime of Eleonora Gonzaga (the Elder, 1598-1655), her grandniece of the same name, Eleonora Gonzaga-Nevers (the Younger, 1628-1686) became the third wife of Ferdinand III in 1651. These two empresses not only acted in many ways as mediators between their home and host courts, but also initiated and facilitated many transalpine transfer processes in their environment. Everything suggests that because of the contribution of Eleonora Gonzaga and Eleonora Gonzaga-Nevers the Viennese Court was never more shaped by Italian influences than during the middle and second half of the 17th century.

The aim of the conference is to examine the transalpine transfer processes in the environment of the two Gonzaga empresses in context. In this context, transfer is not understood as a mere transfer from one place to another, but rather as a complex process implying the transformation of objects and knowledge as well as of the respective people involved and of societies.

Finally, the space-forming effect of transfer and exchange processes will be considered, too. The conference follows the concept of histoire croisée, which seeks to overcome one-dimensional approaches and perspectives and to advance towards a multi-layered, multi-dimensional analysis. The event is consistently interdisciplinary. The aim is not only to transcend disciplinary boundaries, but also to break down the specific "national" - i.e. "Italian" or "German" or in fact mostly Austrian, in any case northern Alpine - perspectives.

The first section of the conference deals with backgrounds and preconditions, introduces important personalities, and analyses their networks. The second and most comprehensive section of this conference illuminates different levels and dimensions of the transalpine transfer processes in the environment of the Gonzaga empresses in detail and in context. The third section broadens the perspective and places the transfer processes in the environment of the Gonzaga empresses in a broader context, in part also comparatively.

The call for papers invites both established researchers and young researchers working on the above-mentioned topics to submit papers/projects. Conference languages are German and English. Travel and accommodation costs will be covered by the organising institutions.

We invite you to send us your contribution proposals in the form of a one-page abstract and short biography to schnettger@uni-mainz.de by April 30th 2021.
A publication of the conference contributions is planned.

Kontakt

schnettger@uni-mainz.de

Redaktion
Veröffentlicht am
29.03.2021
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