Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion 1941 und seine Folgen: Neue Dokumente, Perspektiven, Forschungsansätze

Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion 1941 und seine Folgen: Neue Dokumente, Perspektiven, Forschungsansätze

Veranstalter
Gemeinsame Kommission für die Erforschung der jüngeren Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen
PLZ
21335
Ort
Lüneburg
Land
Deutschland
Vom - Bis
09.07.2021 -
Deadline
07.05.2021
Von
Lena Radauer, Nordost-Institut - Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa (IKGN)

Das diesjährige wissenschaftliche Kolloquium der Deutsch-Russischen Historikerkommission ist dem Jahrestag des Überfalls Nazideutschlands auf die Sowjetunion und seinen Folgen gewidmet. Das Hauptaugenmerk der Tagung liegt auf neuen Quellen zur Geschichte der Wehrmacht und der deutschen Besatzung in der Sowjetunion sowie Fragen rund um deren Erschließung und Erkenntnispotenzial.

Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion 1941 und seine Folgen: Neue Dokumente, Perspektiven, Forschungsansätze

In den letzten Jahren wurde eine Reihe an Digitalisierungsprojekten durchgeführt, die bislang unbekannte Quellen aus russländischen Archiven der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Zukunftsweisend ist insbesondere, dass die Dokumente in großen Zahlen online zur Verfügung gestellt werden. Ihr Potential soll im diesjährigen Kolloquium der Deutsch-Russischen Historikerkommission eine zentrale Rolle spielen. Wie sichtbar sind diese Projekte und in welchem Rahmen können die Quellen untersucht werden?

Die Deutsch-Russische Historikerkommission möchte Nutzer der genannten, aber auch anderer digitaler Quellenbestände einladen, ihre Erfahrungen und Erkenntnisse zu diskutieren. Insbesondere sollen Nachwuchswissenschaftler/innen zu Wort kommen, die mit den Repositorien arbeiten. Im Austausch mit Forschern aus Russland sollen der Mehrwert der Quellen, aber auch bestehende Lücken und Forschungsperspektiven beleuchtet werden.

Für folgende Panels werden Diskussionsteilnehmer gesucht:

1. Neue Aktenbestände zur Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs: Praxis und Erkenntnisse

Einführung, Moderation: Sönke Neitzel (Universität Potsdam)

Im ersten Diskussionspanel geht es um den Bestand 500 des Zentralarchivs des Verteidigungsministeriums der Sowjetunion (CAMO/Центральный Архив Министерства Обороны). Aktuell werden die darin enthaltenen deutschen Beuteakten im Rahmen des binationalen Projektes zur Digitalisierung deutscher Dokumente in Archiven der Russischen Föderation (germandocsinrussia.org) online zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus werden im Zuge des Projektes „Pamiat’ naroda“ (pamyat-naroda.ru) verschiedene Akten der Roten Armee aus dem CAMO digitalisiert.
Ziel des Panels ist, durch Erfahrungsberichte von Nutzern dieser, aber auch anderer neu zugänglicher Repositorien neue Blickwinkel auf die Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs zu eröffnen und zu diskutieren.

2. Die deutsche Besatzung der Sowjetunion: Forschungsstand und neue Quellen

Moderation: Tanja Penter (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg), Beate Fieseler (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)

Ein weiteres Diskussionspanel beleuchtet die Situation der sowjetischen Zivilbevölkerung unter deutscher Okkupation 1941-1945. In diesem Rahmen wird zunächst das Projekt victims.rusarchives.ru vorgestellt, im Rahmen dessen der Föderale Archivdienst Russlands (Rosarchiv/Росархив) Dokumente zu den deutschen Besatzungsverbrechen aus verschiedenen regionalen Archiven der russischen Föderation – viele davon bisher unbekannt – digitalisiert und auf der Projektwebseite sowie in Buchform zugänglich macht. In der Folge sollen Forscher zu den Besatzungsverbrechen in der Sowjetunion mit aktuellen Rechercheerfahrungen zu Wort kommen und ihre Kenntnisse in Bezug auf neue Quellen diskutieren.

Am 9. Juli finden neben den beiden Diskussionspanels Sektionen zum Thema „Deutschland und die Sowjetunion: August 1939 – Dezember 1941” sowie unter dem Titel „Frontalltag und Ideologie: deutsche und sowjetische Perspektiven” statt.

Arbeitssprachen der Konferenz sind Deutsch und Russisch (mit Simultan-Übersetzung).
Die Konferenz ist als hybride Veranstaltung geplant. Sofern die Tagung für deutsche Teilnehmer in Präsenz stattfinden kann, werden die Reisekosten von der Kommission übernommen.
Mehr über die Arbeit der Kommission sowie aktuelle Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier: deutsch-russische-geschichtskommission.de

In der Publikation der Deutsch-Russischen Historikerkommission, den „Mitteilungen / Сообщения”, werden die Ergebnisse des Kolloquiums publiziert. Darüber hinaus möchten wir die Möglichkeit bieten, einzelne Forschungsprojekte in den „Mitteilungen / Сообщения” vorzustellen.

Zusätzlich zum Kolloquium der deutsch-russischen Historikerkommission ist die Durchführung eines Nachwuchsworkshops in der zweiten Jahreshälfte 2021 geplant. Der Workshop soll zum Austausch zwischen aktuellen Forschungsprojekten dienen, die sich mit Deutschland und der Sowjetunion in Zweiten Weltkrieg befassen und sich auf neue, insbesondere digitale Quellenbestände stützen. Wir bitten Sie, in Ihrem Anschreiben zu vermerken, ob Sie auch an einer Teilnahme an diesem online-Workshop interessiert wären.

Bewerbungsfrist ist der 7. Mai 2021
Bewerbungsunterlagen:
- ausführlicher Lebenslauf
- Projektskizze (nicht mehr als 3 Seiten)

Kontakt

Lena Radauer: l.radauer@ikgn.de
wissenschaftliche Koordinatorin der deutsch-russischen Historikerkommission

https://www.deutsch-russische-geschichtskommission.de/