Sprachpraktiken in transnationalen Kontexten

Sprachpraktiken in transnationalen Kontexten

Veranstalter
Pascal Dubourg Glatigny, Martin Aust, Denis Eckert, Bernhard Struck (Centre Marc Bloch Berlin)
Ausrichter
Centre Marc Bloch Berlin
Veranstaltungsort
Centre Marc Bloch Berlin
Gefördert durch
Deutsch-Französische Hochschule
PLZ
10117
Ort
Berlin
Land
Deutschland
Vom - Bis
06.09.2021 - 08.04.2021
Deadline
31.05.2021
Von
Bernhard Struck, School of History, University of St Andrews

Workshop zur Verwendung und Verbreitung von Minderheitensprachen im internationalen Kontext ermöglicht die Beobachtung von "transversalen" Operationen.

Sprachpraktiken in transnationalen Kontexten

Workshop 1: Die Verwendung und Verbreitung von Minderheitensprachen im internationalen Kontext ermöglicht die Beobachtung von "transversalen" Operationen. Esperanto, das zuerst 1887 erschien, war primär eine nicht zentralisierte sprachliche Erfahrung. Die Entscheidungsbefugnis wurde von Beginn an auf die Sprechergemeinschaft übertragen, die als „unsichtbares College“ fungierte und die Sprache durch den Gebrauch weiterentwickelte. Ebenso bemühten sich die Esperantisten sofort nachhaltig, sie an eine große Anzahl von Sprachgemeinschaften, an die "imperialen" Sprachen (Französisch, Englisch, Deutsch, Russisch ...), aber auch an dominierte und staatenlose Völker weiterzugeben. Weit über Europa hinaus richtete sich Esperanto an an die gesamte Staatengemeinschaft.

Auf einer anderen Ebene spricht dieser Workshop die Sprachpraktiken und Kommunikation innerhalb anderer, transnational organisierter Reformbewegungen und Gruppierungen an, die sich ebenfalls an einer Ethik der Gleichheit oder Neutralität orientierten. Weiterhein geht es um den Sprachgebrauch unter Migranten und Diasporagruppen, um sich Fragen zum Sprachgebrauch an Orten zu nähern, die sich einer zentralisierten Sprachkontrolle entziehen.

Kontext
Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts nahmen internationale Kontakte und Beziehungen rasant zu. Während nationale Forderungen durch die Verbreitung von Nationalstaaten verstärkt wurden, kam es auf globaler Ebene zu neuen Formen und Praktiken inter- und transnationaler Koordination. Um 1900 entstanden internationale Organisationen, die danach strebten, die Welt zu modernisieren und zu standardisieren, und ihrerseits nach nationalen Mustern strukturiert waren. Unter den Eliten dominierten und konkurrierten verschiedene nationale Sprachen, die nebeneinander koexistierten.

Gleichzeitig aber lässt sich um 1900 die Entstehung zahlreicher Bewegungen beobachten, die aus bürgerlichen oder militanten Milieus entstanden. Diese schlugen einen anderen Weg ein, um die Beziehungen zwischen Völkern unterschiedlicher Sprachen und Nationalitäten zu ordnen und zu koordinieren. Ihr Ausgangspunkt war nicht die Nation oder die Idee eines einheitlichen Nationalstaats. Ziel war vielmehr, einen direkten transnationalen Austausch und kollektive transnationale Aktivitäten zu koordinieren.

Hier setzt das Konzept „Paradigma Esperanto“ an. Nach dem Vorbild der Esperantobewegung zur Schaffung und Verbreitung einer „neutralen“ internationalen Kommunikationssprache zielt der Workshop auf jedwede innovative und autonome Form unverbindlicher Assoziationen zwischen Individuen und Gruppen, die sich grenzüberschreitend formierte und agierte. Anhand von Beispielen aus verschiedenen Bereichen nimmt der Workshop die Erfahrungen dezentraler Organisation auf globaler Ebene in den Blickpunkt und fragt danach, wie diese zu beschreiben und charakterisieren sind.

Ziel des Workshop Zyklus ist es, einen Ort zur Diskussion und Reflexion über diese spezifischen Formen der Globalisierung zu schaffen, die sich aus Mobilisierungsmechanismen von Bürgerinnen und Aktivistinnen ergeben haben – die jedoch keinen direkten Plan und kein unmittelbares Ziel zur eine politischen Umgestaltung in Anspruch nahmen. Es geht vor allem darum, die Entstehung neuer Forschungsfelder zu erörtern und die Frage nach der Konstitution von Quellen im Zusammenhang mit nicht institutionalisierten transnationalen Mobilisierungen und Bewegungen zu stellen.

Das Programm besteht aus drei Workshops , die im Jahr 2021 in Berlin, 2022 in Bonn und 2023 in Paris stattfinden werden.

Die Arbeitssprachen sind: Deutsch, Französisch, Englisch

Programm

Wird bekannt gegeben.

Kontakt

Pascal Dubourg
pascal.dubourg@cnrs.fr

https://esperparadigma1.sciencescall.org/resource/page/id/27
Redaktion
Veröffentlicht am
03.05.2021
Klassifikation
Weitere Informationen

Land Veranstaltung
Sprache Veranstaltung