Universitätsnervenkliniken im Nationalsozialismus – Eugenik, Krankenmorde, Begleitforschung

Universitätsnervenkliniken im Nationalsozialismus – Eugenik, Krankenmorde, Begleitforschung

Veranstalter
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Goethe-Universität Frankfurt am Main gemeinsam mit dem Fritz Bauer Institut
PLZ
60323
Ort
Frankfurt am Main
Land
Deutschland
Vom - Bis
17.02.2022 - 18.02.2022
Deadline
10.09.2021
Von
Hannah Hecker, Fritz Bauer Institut, Frankfurt am Main

Für den Workshop Universitätsnervenkliniken im Nationalsozialismus – Eugenik, Krankenmorde, Begleitforschung freuen wir uns über Einsendungen von Präsentationen von Forschungsprojekten, die auch den Charakter von Werkstattberichten haben können. Bitte schicken Sie hierzu ein Abstract (nicht mehr als 300 Wörter) mit Lebenslauf (nicht mehr als eine Seite) bis zum 10. September 2021 an moritz.verdenhalven@kgu.de.

Universitätsnervenkliniken im Nationalsozialismus – Eugenik, Krankenmorde, Begleitforschung

Die Geschichte der Universitätspsychiatrien bzw. Universitätsnervenkliniken im Nationalsozialismus ist im Vergleich zur Geschichte der psychiatrischen Heil- und Pflegeanstalten noch deutlich weniger erforscht. Dies mag auch darin begründet sein, dass die Universitätspsychiatrien in der Nachkriegszeit als unbelastete Institutionen galten. Dass sie nicht in die Erfassung der Patientinnen und Patienten durch die zentrale Dienststelle im Rahmen der sogenannten Euthanasie einbezogen waren, lieferte Universitätspsychiaterinnen und -psychiatern hierfür willkommene Argumente. So gelang es vielen Belasteten, den Fokus zur Erforschung der Tathergänge auf die Heil- und Pflegeanstalten und weg von den Universitäten zu lenken.

Tatsächlich geschahen die Patientenmorde in erster Linie in den Heil- und Pflegeanstalten. Die psychiatrischen Universitätskliniken hatten gleichwohl eine zentrale Stellung in der Psychiatrie des NS-Staates. Von hier wurden Patientinnen und Patienten in die Anstalten verlegt, die Behandlerinnen und Behandler waren entscheidend an Zwangssterilisationen beteiligt – und sie betrieben auch in der Zeit des Nationalsozialismus wissenschaftliche Forschung.

Einzelne Universitätsnervenkliniken sind in der Vergangenheit bereits historiographisch untersucht worden, allerdings zumeist nur mit Blick auf jeweils einzelne thematische Schwerpunkte. Arbeiten, die die Geschichte einer Universitätsnervenklinik bzw. -psychiatrie im NS-Staat möglichst umfassend behandeln, sind ebenso die Ausnahme wie überregionale Vergleiche. Mit diesem Workshop soll ein Anfang gemacht werden, diesen Fragen nachzugehen.

Sie lauten: Wie veränderte sich die wissenschaftliche Forschung im Nationalsozialismus und Krieg und wie beeinflussten sich erbbiologische Forschung, klinische Praxis und die Durchführung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses an den Kliniken gegenseitig? Wie gingen die Universitätspsychiatrien von 1940 bis 1945 damit um, dass die Verlegung von chronisch Kranken in Heil- und Pflegeanstalten oftmals deren Tod bedeutete? Ein weiterer Schwerpunkt soll auf der Alltagsgeschichte des Klinikpersonals und der Patientinnen und Patienten liegen sowie auf Kooperationen der Universitätspsychiatrien mit anderen staatlichen und Parteiinstitutionen wie Bezirks- und Provinzialverbänden, Gesundheitsämtern, aber auch mit Wehrmacht, SA und SS.

Ein wesentliches Ziel des Workshops sind die interdisziplinäre und überregionale Vernetzung von Forschenden, die sich mit der Geschichte von Universitätspsychiatrien im Nationalsozialismus befassen, und der Austausch über Quellen, Methodik und Ergebnisse.

Programm

Wir freuen uns über Präsentationen von Forschungsprojekten, die auch den Charakter von Werkstattberichten haben können. Bitte schicken Sie hierzu ein Abstract (nicht mehr als 300 Wörter) mit Lebenslauf (nicht mehr als eine Seite) bis zum 10. September 2021 an moritz.verdenhalven@kgu.de. Die Kosten für Anreise, Kost und Logis der Vortragenden werden übernommen. Eine Einladung mit den genauen Anmeldemodalitäten wird im Herbst versandt werden.

Kontakt

Dr. Moritz Verdenhalven: Moritz.verdenhalven@kgu.de

Redaktion
Veröffentlicht am
11.06.2021
Beiträger