Focus 1600. Aschaffenburger Symposium zur Architektur und Bildenden Kunst des Manierismus

Focus 1600. Aschaffenburger Symposium zur Architektur und Bildenden Kunst des Manierismus

Veranstalter
Museen der Stadt Aschaffenburg (Dr. Thomas Schauerte) / Institut für Kunstgeschichte der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch) / Institut für Kunstgeschichte der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (Prof. Dr. Matthias Müller) (Museen der Stadt Aschaffenburg)
Ausrichter
Museen der Stadt Aschaffenburg
Veranstaltungsort
Aschaffenburg, Schloss Johannisburg, Ridinger-Saal
PLZ
63739
Ort
Aschaffenburg
Land
Deutschland
Vom - Bis
02.09.2021 - 04.09.2021
Deadline
30.08.2021
Von
Thomas Schauerte

Schwerpunkt des ersten Symposiums „Focus 1600“ sind Architektur und Bildende Künste im Heiligen Römischen Reich zwischen 1550 und 1650 abseits der großen Zentren. Sein Ziel ist eine stärkere Sensibilisierung für die deutsche Kunst dieser Epoche und eine kritische Hinterfragung und schärfere Profilierung des Manierismus-Begriffs aus einer dezidiert kulturhistorischen Forschungsperspektive.
Die Beiträge werden zeitnah in einem Tagungsband publiziert werden

Focus 1600. Aschaffenburger Symposium zur Architektur und Bildenden Kunst des Manierismus

Selten steht ein Tagungsort derart paradigmatisch für ein Thema, wie im Falle der neuen Tagungsreihe „Focus 1600“ der manieristische Bau des Aschaffenburger Schlosses Johannisburg von 1605 bis 1614. Der gewaltige Komplex war seit dem Mittelalter Zweitresidenz der Mainzer Kurfürsten, die bis 1806 als Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches das bedeutendste Staatsamt nach dem Kaiser innehatten und mit dem Erzbistum Mainz zugleich der größten Kirchenprovinz nördlich der Alpen vorstanden. Zeitgleich setzt direkt beim Schloss die 1621 geweihte Jesuitenkirche unter italienischem Einfluss völlig andere Akzente, während in der kurz zuvor geweihten Schlosskapelle der manieristische Marmoraltar einem nachgotischen Rippengewölbe überfangen wird. Diese heterogenen Beobachtungen sind wohl nicht zuletzt Symptome jener retrospektiven, teilweise auch proto-nationalen Tendenzen, die seit der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts zu festen Bestandteilen der europäischen Kunstgeschichte wurden.
So gilt der Schwerpunkt des ersten Symposiums „Focus 1600“ der Architektur und Bildenden Kunst im Heiligen Römischen Reich zwischen 1550 und 1650 abseits der großen, gut erforschten Zentren wie Prag und München. Sein Ziel ist eine stärkere Sensibilisierung für die deutsche Kunst dieser Epoche und eine kritische Hinterfragung und schärfere Profilierung des Manierismus-Begriffs aus einer dezidiert kulturhistorischen Forschungsperspektive.
Die Beiträge werden zeitnah in einem Tagungsband publiziert werden.

Das Symposium ist eine Kooperation zwischen den Museen der Stadt Aschaffenburg (Dr. Thomas Schauerte), dem Institut für Kunstgeschichte der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch) und dem Institut für Kunstgeschichte der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (Prof. Dr. Matthias Müller).
Sie wird im Ridinger-Saal von Schloss Johannisburg, Aschaffenburg, stattfinden, wenn dies die Inzidenzlage zulässt, in jedem Fall aber hybrid. Die Teilnahme vor Ort bedarf der Anmeldung bis zum 30. August 2021 (info@museen-aschaffenburg.de) sowie vor Ort eines Impf-, Genesungs- oder Testnachweises. Sollte eine Präsenztagung nicht möglich sein, wird die Veranstaltung digital stattfinden. Bitte informieren Sie sich unter www.museen-aschaffenburg.de.

Programm

Donnerstag, 2. Sept. 2021
13.00 – 17.15 Vorträge
Sektion I: Stil als Kulturgeschichte
13.00 – Begrüßung
13.15 – Prof. Dr. Jürgen Müller, Dresden: Was ist Manierismus? Zur Genese eines europäischen Stils
14.00 – Prof. Dr. Roland Kanz, Bonn: Original und Pasticcio. Adaptive Kreativität um 1600
14.45 – Pause
15.00 – Dr. des. Jacqueline Klusik-Eckert, Erlangen-Nürnberg: Kultur des Kopierens? Über Rezeptionsphänomene und Kopien als visuelle Quellen mit eigener Historizität
15.45 – Prof. Dr. Stefan Bürger, Würzburg: Fokus Formabweichung. Zum „Manierismus“ als sinnstiftender Handhabung von Formen um 1600
19.00 – Empfang der Stadt Aschaffenburg

Freitag, 3. Sept. 2021
09.00–12.00 Vorträge / Mittagspause / 14.00 – 18.00 Vorträge / 20.00 Empfang
09.00 – Prof. Dr. Matthias Müller, Mainz: Traditionsbewusste Heterogenität: Schlossarchitektur um 1600 im Alten Reich als „pragmatische“ Baukunst
Sektion II: Geistliche Residenzen
09.45 – Prof. Dr. Jeffrey Chipps Smith, Austin/Texas: Jesuit Art in its Upper Rhine Province around 1600
10.30 – Pause
10.45 – Dr. Thomas Schauerte, Aschaffenburg: Gebaute Moderne. Die Aschaffenburger Jesuitenkirche als manieristisches Exemplum
11.30 – Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, Köln: „Pflanzet ein die alt Religion“. Beobachtungen zum gegenreformatorischen Bauprogramm Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn
12.15–14.00 – Mittagspause
14.00 – Dr. Daniel Rimsl, Regensburg: Regensburg, die gemischtkonfessionelle Bischofsstadt im 16. und 17. Jahrhundert
14.45 – Prof. Dr. Sebastian Fitzner, Berlin: Konfession und Modus – die Kapelle von Schloss Johannisburg im Kontext der Residenzkultur
15.30 – Pause
Sektion III: Weltliche Residenzen und Städte
15.45 – PD Dr. Matteo Burioni: Der Hof als Kunstsystem. Neues zu Peter Candid, Hans Krumpper und der Münchner Residenz um 1600
16.30 – Dr. Meinrad von Engelberg, Darmstadt: Stilpluralismus oder Krisensymptom? Der Fall Augsburg
20.00 – Abendvortrag
Prof. Dr. Birgit Emich, Frankfurt: Der Kurfürst im Kontext. Johann Schweikhard von Kronberg und die Welt um 1600
Stehempfang

Samstag, 30.01.2021
09.00 – 12.15 Vorträge
09.00 – Antje Vanhoefen M. A., Arnstadt / Dr. Heiko Laß, München: Schloss Neideck in Arnstadt (Thüringen) – das modernste Residenzschloss Deutschlands
09.45 – Mag. phil. Richard Pogatschnigg, BA: Wie ein Phönix aus der Asche. Die Festungsstadt Klagenfurt als Nucleus der Repräsentation der Kärntner Landstände 1550–1600
10.30 – Pause
Sektion IV: Die Bildenden Künste
10.45 – Cornelius Lange M. A., Würzburg: „Talent Borrows – Genius Steals“? Beobachtungen zu Hans Junckers Figuren- und Kompositionsentwicklung im Spiegel seiner grafischen Vorlagen
11.30 – Dr. Almuth Klein, Lugano (CH): Der Wappentisch des Mainzer Kurfürsten Daniel Brendel von Homburg
12.15 – Abschlussdiskussion / Tagungsende

Kontakt

info@museen-aschaffenburg.de

https://www.museen-aschaffenburg.de
Redaktion
Veröffentlicht am
27.07.2021
Klassifikation
Region(en)
Weitere Informationen
Land Veranstaltung
Sprach(en) der Veranstaltung
Deutsch
Sprache der Ankündigung