Die Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland: Anfänge – Verbote – Widerstände – Durchbruch

Ort
Irsee
Veranstaltungsort
Schwabenakademie Irsee, Klosterring 4, 87660 Irsee
Veranstalter
Schwabenakademie Irsee
Datum
04.02.2011 - 06.02.2011
Bewerbungsschluss
03.02.2011
Von
Markwart Herzog

In der sporthistorischen Literatur besteht Konsens, dass es sich beim „Spiel mit dem runden Leder“ um eine Repräsentationsform „hegemonialer Männlichkeit“ handelt. Wegweisend hierfür sind kulturelle Sinn-, Wert- und Funktionszuschreibungen des Fußballs als Kampf- und Mannschaftssport. Damit etabliert sich der Fußball zu einer exklusiv maskulinen Domäne. Der Frauenfußball indes wird durch formelle Verbote zunächst weitgehend unterbunden. Erst seit den 1970er Jahren findet er schrittweise Anerkennung. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gestattet seinen Vereinen seit 1970, Frauenabteilungen zu gründen.
Anlässlich der Frauenfußballweltmeisterschaft 2011 will die methodisch interdisziplinär angelegte Tagung die Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland darstellen. Die Beiträge konzentrieren sich auf fünf Schwerpunkte: die Entstehung des Frauenfußballs zu einer eigenen, vom (Männer-)Fußball getrennten Sportart; die Gründung von Frauenfußballabtreilungen in DFB-Vereinen, einschließlich der DDR und Österreich; der Schul- und Hochschulsport; die Präsentation des Frauenfußballs in Künsten und Medien.
Erstmals überhaupt wird die Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland im Rahmen einer historischen Tagung auf so breiter Basis analysiert.

Programm

BEGRÜSSUNG & ERÖFFNUNG

Freitag, 4. Februar 2011

16.00 – 16.30 Uhr
Grußworte / Eröffnung

FUSSBALL & FRAUENFUSSBALL

16.30 – 17.30 Uhr
Sven Güldenpfennig, Universität Münster
Frauenpower – im Spannungsfeld zwischen sportlichem Eigensinn, Misogynie und Selbstbehauptung: Beobachtungen in der aktuellen Welt des Sports

17.30 – 18.30 Uhr
Nicole Selmer, Hamburg / Almut Sülzle, Universität Marburg
Der andere Fußball: Pferderennen mit Eseln?

18.30 Uhr
Abendessen

VEREINE: FALLBEISPIELE

20.00 – 21.00 Uhr
Matthias Thoma, Eintracht Frankfurt Museum GmbH
Frauenfußball in Frankfurt am Main

Samstag, 5. Februar 2011

9.00 – 10.00 Uhr
Markwart Herzog, Schwabenakademie Irsee
Die Geschichte der Frauenfußballabteilung des 1. FC Kaiserslautern

10.00 – 11.00 Uhr
Matthias Marschik, Wien
„Damen wollen Fußball spielen“ – Frauenfußball in Österreich: Historischer Rückblick und aktueller Ausblick

11.00 – 11.30 Uhr
Kaffeepause

11.30 – 12.30 Uhr
Carina Sophia Linne, M.A., Universität Potsdam
Freigespielt: Frauenfußball zwischen Ostsee und Erzgebirge

SCHULE & HOCHSCHULE

14.00 – 15.00 Uhr
Yvonne Weigelt-Schlesinger, Universität Bern
„So schleicht sich auch der Fußball für Mädchen auf Lehrplanebene ein“: Fußball für Mädchen in der Schule

15.00 – 16.00 Uhr
Harald Lönnecker, Bundesarchiv Koblenz
„... das macht man doch nicht“: Frauenfußball an deutschen Hochschulen 1919–1935

MEDIENBERICHTERSTATTUNG

16.00 – 17.00 Uhr
Carola Westermeier, Universität Gießen
Vom „widerlichen Fressen für Voyeure“ zum „Minderheitenprogramm“: Die mediale Präsentation und Selbstdarstellung des Frauenfußballs in der Bundesrepublik Deutschland 1970–1999

17.00 – 17.30 Uhr
Kaffeepause

17.30 – 18.30 Uhr
Jörg-Uwe Nieland, Deutsche Sporthochschule Köln
Weltmeisterschaften als Sprungbretter des Frauenfußballs? Die Berichterstattung zu den Frauenfußballweltmeisterschaften im Vergleich

18.30 – 19.30 Uhr
Daniela Schaaf, Deutsche Sporthochschule Köln
Vom „Mannweib“ zur „sexy Kickerin“ – Veränderungen und Kontinuitäten im Rahmen der redaktionellen Auswahlprozesse von Fußballerinnen

19.30 Uhr
Abendessen / Gemütliches Beisammensein im „Stiftskeller“

Sonntag, 6. Februar 2011

PRÄSENTATION IN KÜNSTEN & MUSEUM

9.00 – 10.00 Uhr
Günther Bauer, Frankfurt am Main
Pionierinnen des deutschen Frauenfußballs: Ein fotografisches Projekt

10.00 – 11.00 Uhr
Jan Tilman Schwab, Kiel
Frauenbilder und Frauenfußball im Fußballfilm

11.00 – 12.00 Uhr
Nina Holsten / Simone Wörner, Hamburg
Frauenfußball ausgestellt: Dinge erzählen Frauenfußballgeschichte

12.00 – 12.30 Uhr
Schlussrunde / Ende der Tagung

– kleine Änderungen im Tagungsablauf vorbehalten –

Referenten
Günther Bauer, SportARTproject’s, Frankfurt am Main
Dr. Markwart Herzog, Direktor der Schwabenakademie Irsee
Nina Holsten, Historikerin und Ausstellungskuratorin, Hamburg
PD Dr. Sven Güldenpfennig, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Carina Sophia Linne, M.A., Professur Zeitgeschichte des Sports, Universität Potsdam
Dr. Harald Lönnecker, Leiter Archiv und Bücherei der Deutschen Burschenschaft und der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung e. V. (GfbG), Bundesarchiv Koblenz
Dr. Matthias Marschik, Zeithistoriker und Kulturwissenschaftler, Wien
Dr. Jörg-Uwe Nieland, Deutsche Sporthochschule Köln
Dr. Daniela Schaaf, Deutsche Sporthochschule Köln
Jan Tilman Schwab, Filmwissenschaftler, Kiel
Nicole Selmer, Literaturwissenschaftlerin und freie Journalistin, Hamburg
Almut Sülzle, Graduiertenkolleg „Geschlechterverhältnisse im Spannungsfeld von Arbeit, Politik und Kultur“, Universität Marburg
Matthias Thoma, Dipl.-Päd., Eintracht Frankfurt Museum GmbH
Dr. Yvonne Weigelt-Schlesinger, Institut für Sportwissenschaft, Universität Bern
Carola Westermeier, B.A., Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Fachjournalistik Geschichte, Justus Liebig Universität Gießen.
Simone Wörner, Kulturwissenschaftlerin und Ausstellungskuratorin, Hamburg

Gefördert von der Kulturstiftung des Deutschen Fußball-Bundes, Frankfurt a.M., und der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur, Nürnberg.

Kontakt

Markwart Herzog

Schwabenakademie Irsee, Klosterring 4, 87660 Irsee

08341 906 660
08341 906 669
markwart.herzog@schwabenakademie.de

Zitation
Die Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland: Anfänge – Verbote – Widerstände – Durchbruch, 04.02.2011 – 06.02.2011 Irsee, in: H-Soz-Kult, 19.10.2010, <www.hsozkult.de/event/id/termine-14929>.