Bewahrt die Kunst! Auftrag und Anforderung zukunftsweisender Museumsarbeit

Ort
Nürnberg
Veranstaltungsort
Hirsvogelsaal des Museums Tucherschloss, Hirschelgasse 9-11, 90403 Nürnberg
Veranstalter
Museen der Stadt Nürnberg
Datum
21.10.2011 - 23.10.2011
Bewerbungsschluss
19.10.2011
Von
museen der stadt nürnberg

Das Sammeln, Bewahren, Erforschen, Präsentieren und Vermitteln gehört nach dem Standard des Internationalen Museumsrates ICOM in gleichberechtigter Priorität zu den Kernaufgaben jedes Museums. Oft jedoch erfährt der Faktor des Bewahrens eine nachgeordnete Beachtung: Wo finanzielle Mittel fehlen, wird eher in das Präsentieren investiert, als nachhaltige und damit langfristige Strategien des Bewahrens zu forcieren.

1526 – das heißt vor 485 Jahren – gab Albrecht Dürer seine „Vier Apostel“ an die Stadt Nürnberg zur „ewigen Aufbewahrung“. Wenn man so will, ist spätestens seit diesen Tagen das Thema „Bewahrt die Kunst!“ auf der städtischen Agenda. Heute werden diese Hauptwerke bekanntlich in der Alten Pinakothek in München präsentiert – die wechselvolle Geschichte einer Sammlung gehört demzufolge untrennbar zu den Objekten dazu.

Schenkungen und Stiftungen aus dem Nürnberger Patriziat, von Künstlern und Gästen der Reichsstadt, Stiftungen und Legate von Personen und Familien, die sich mit Nürnberg verbunden fühlen, und nicht zuletzt auch die Regelung zur Abgabe eines Probe- oder Meisterstücks ließen in historischer Zeit die Kunstbestände in den Galerien der Nürnberger Rathäuser beträchtlich anwachsen.

Das Ergebnis lässt sich sehen: Heute bewahrt die Stadt Nürnberg einen der größten kommunalen Kunstbestände im deutschsprachigen Raum. Werke von Albrecht Dürer, Rembrandt Harmenszoon van Rijn, Georg Pencz, Jan Gossaert, Nicolas Neufchâtel, Lucas Cranach, Peter Flötner, Hans Schwarz sowie Christoph und Wenzel Jamnitzer zeugen von erlesener Qualität.

Seit der Gründung des Germanischen Nationalmuseums wurde ein Großteil des Kunstbesitzes der Stadt als Leihgabe an dieses größte Museum deutscher Kunst und Kultur gegeben.

Im Verlauf der letzten zweihundert Jahre entwickelte sich jedoch auch eine eigenständige städtische Museumslandschaft, die seit dem Jahr 1994 mit ihren inzwischen sieben Museen, drei Sammlungen und zwei historischen Sehenswürdigkeiten als museen der stadt nürnberg firmiert. Seit Oktober 1996 wurde die Zuständigkeit für Gemälde und Skulpturen, Goldschmiedearbeiten, Wissenschaftliche Instrumente etcetera auf die Abteilung Gemälde- und Skulpturensammlung übertragen.

Dies nehmen wir zum Anlass, die Aufgabenstellungen und Herausforderungen, denen sich eine kommunale Kunstsammlung zukünftig stellen muss, im museologischen Fachkreis zu diskutieren. „Bewahrt die Kunst!“ dient uns damit – nach unserer Tagung „Wie viel Museum braucht eine Stadt?“ im Jahr 2009 – zur programmatischen Standortbestimmung bei der zukunftssicheren Neuausrichtung der museen der stadt nürnberg.

Konzept:

Dr. Matthias Henkel,
Direktor der museen der stadt nürnberg

Dr. Ursula Kubach-Reutter
Leiterin der Gemälde- und Skulpturensammlung der museen der stadt nürnberg

Programm

Freitag, 21. Oktober 2011

19:00 Uhr
Begrüßung
Prof. Dr. Julia Lehner, Kulturreferentin der Stadt Nürnberg

19:15 Uhr
Festvortrag
Vom Aufheben. Museen als Orte des Bewahrens
Dr. Klaus Weschenfelder, Präsident des Deutschen Nationalkomitees des Internationalen Museumsrates (ICOM) und Direktor der Kunstsammlungen der Veste Coburg

Samstag, 22. Oktober 2011

10:00 – 10:15 Uhr
Begrüßung

10:15 – 11:00 Uhr
Bewahrt die Kunst! Die Ordnung der Dinge
Dr. Matthias Henkel, Direktor der museen der stadt nürnberg

11:00 – 11:30 Uhr
Vom Umgang mit dem Erhabenen und Schönen
Fünf Jahrhunderte Sammeln und Bewahren in Nürnberg
Dr. Ursula Kubach-Reutter, Leiterin der Gemälde- und Skulpturensammlung, museen der stadt nürnberg

11:30 – 11:45
Kaffeepause

11:45 – 12:30 Uhr
Bewahren aus familiärer Tradition
Berthold Haller von Hallerstein, Archive der Freiherren Haller von Hallerstein, Großgründlach

12:30 – 14:00 Uhr
Mittagspause

14:00 – 14:40 Uhr
Bewahren durch Präsentieren
Das Haus der Bayerischen Geschichte als institutionelles Gedächtnis Bayerns
Dr. Rainhard Riepertinger, Stellvertretender Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, Augsburg

14:40 – 15:20 Uhr
Bewahren durch Restaurieren
Sicherungsmaßnahmen ergreifen
Dr. Arnulf von Ulmann, Leiter a.D. des Instituts für Kunsttechnik und Konservierung am Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg

15:20 – 15:35 Uhr
Kaffeepause

15:35 – 16:15 Uhr
Entwerfen als Diskurs
Vom Nutzen, vom Schönen und von der Schönheit von Museumsdepots
Per Pedersen, Geschäftsführer des Büros Staab Architekten, Berlin

16:15 – 17:00 Uhr
Das Spielzeugmuseum und die Übernahme des Deutschen Spielearchivs Nürnberg
Von der privaten Sammlerleidenschaft zum öffentlichen Sammlungsauftrag
Dr. Helmut Schwarz, Leiter des Spielzeugmuseums, museen der stadt nürnberg

17:00 – 17:15 Uhr
Kaffeepause

17:15 – 17:50 Uhr
Bewahren im Museumsalltag
Dr. Eva Schurr, Stellvertretende Direktorin der Museen der Stadt Bamberg

17:50 – 18:30 Uhr
Bewahren durch Dokumentieren
Vom Ratsverlass zur digitalen Datenbank. Die Generalrevision des Kunstbesitzes der Stadt Nürnberg. Ein Werkstattbericht
Dr. Andreas Curtius und Ludwig Sichelstiel, Gemälde- und Skulpturensammlung, museen der stadt nürnberg

Sonntag, 23. Oktober

10:00 – 10.40 Uhr
Bewahrt die Kunst!
Staatliche Förderung bürgerschaftlichen Engagements
Dr. Michael Henker, Direktor der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, München

10:40 – 11:30 Uhr
Bewahren als Aufgabe von nationaler Reichweite
Dr. Martin Hoernes, Stellvertretender Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, Berlin

11:30 – 11:45 Uhr
Abschlussdiskussion
Dr. Matthias Henkel, Direktor der museen der stadt nürnberg

Ca. 12:00 Uhr
Tagungsende

Im Anschluss an die Tagung besteht die Möglichkeit zur Besichtigung des Memoriums Nürnberger Prozesse.

Die Vorträge werden in einem Tagungsband der Schriftenreihe der museen der stadt nürnberg veröffentlicht.

Kontakt

Birgit Hohenstein

museen der stadt nürnberg
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hirschelgasse 9-11
90403 Nürnberg
09 11 / 231 - 7586
09 11 / 231 - 14981

birgit.hohenstein@stadt.nuernberg.de

Zitation
Bewahrt die Kunst! Auftrag und Anforderung zukunftsweisender Museumsarbeit, 21.10.2011 – 23.10.2011 Nürnberg, in: H-Soz-Kult, 27.09.2011, <www.hsozkult.de/event/id/termine-17351>.
Redaktion
Veröffentlicht am
27.09.2011
Klassifikation
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Sprache Beitrag
Land Veranstaltung